University of Arts

Die University of Arts ist ein Ausbildungsplatz für alle jungen Menschen, die die Liebe zur Kunst entdeckt haben und ihre Talente in Schauspiel- oder Schreibkunst, Poesie, Tanz, Gesang, Komposition und/oder der Malerei ausbauen möchten.
 
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 James Appartment

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Olivia Cleofa

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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo März 21, 2011 11:04 pm

Von Juliet hätte Olivia diesen Ausbruch am wenigsten erwartet, aber man kannte ja das Sprichwort 'Stille Wasser sind tief'. Ein Lächeln schlich sich auf Olivias Gesicht, nachdem Juliet ihr drei Oberteile hinhielt. "Danke für deine ehrliche Aussage. Wenn ich einfach wieder zu Divahaft werde, und ich weiß, dass ich das öfters bin, sag es mir." Sie blickte ihr in die Augen. Durch diese ehrliche Aussage hatte sich Juliet Achtung in Olivias Augen verdient.
"Oder nimm mich in solchen Situationen einfach nicht ernst." Sie zeigte auf das goldene Paillettenneckholdertop mit den separaten bronzeschimmernden Ärmeln. "Wenn es dir wirklich nichts ausmacht, dann würde ich dieses hier gerne nehmen, denn es passt besser zu meinen Schuhen als das grüne." Dann wandte sie sich James zu, der auch seine Meinung loswerden wollte.
"Also. Wieder herzlichen Dank für deine Meinung. Wirklich, ich weiß das zu schätzen. Dann zu deinen Fragen. Nein ich kann deine Gedanken nicht lesen und ja, ich weiß jetzt, dass du mein Verhalten missbilligst, da du dich ja Juliets Meinung angeschlossen hast und 'unangemessen' ein ziemlich wertendes Wort ist. Vorher allerdings waren es nur begründete Vermutungen, die ich geäußert habe, auch wenn sich das nicht so angehört haben mag. Ich meine es ist schon der Gipfel an Unhöflichkeit einfach in eine Wohnung zu platzen, schroff nach dem Bad zu fragen und dann auch nicht sonderlich freundlich zu den Bewohnern der Wohnung zu sein. Wenn mir das passiert wäre... ich hätte diejenige längst rausgeschmissen. Also musst du mir, weil ich dir nicht mit freundlichem Verhalten begegnet bin, auch nicht gerade freundlich gesinnt sein, außer du wärest ziemlich naiv und dumm. Was aber auch nicht sein kann, da du auf der University of Arts angenommen wurdest. Das wiederrum bedeuted, dass dein freundlicher Tonfall nicht zu 100% echt war und du somit mir nicht die ganze Wahrheit gesagt hast. Aber das hast du ja nun getan und das ist völlig in Ordnung.", schlussfolgerte Olivia scharfsinnig und schaute ihm interessiert ins Gesicht. Es war schwer James zu deuten, denn er war mit Leib und Seele Schauspieler, was sie ziemlich deutlich merkte, denn sie hatte ein Gespür dafür.
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Juliet Johnson

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BeitragThema: Re: James Appartment   Di März 22, 2011 10:06 pm

Juliet sah zu Schuyler, die bewundernd das dunkelgrüne Top betrachtete. Sie lächelte und meinte: „Ich mag es auch sehr gerne, es ist angenehm zu tragen.“ Ohne lange zu zögern hielt sie es Schuyler hin. „Ich kann es dir gerne ausleihen“, bot sie an und fügte augenzwinkernd hinzu „Und wenn es dir wirklich gefällt, will ich keine Widerrede hören.“ Olivia hatte unterdessen die Tops in Augenschein genommen und fragte sie nun nach dem goldenen Top. Juliet reichte es ihr, vorsichtig, damit die Ärmel nicht runterfielen, während sie über Olivias Worte nachdachte. Sie sah hoch und begegnete deren Blick. „Ich werd’s mir merken und es macht mir wirklich nichts aus, ich verleihe gerne Sachen.“ Das stimmte, sie hatte früher so oft Sachen ausgeliehen oder sich geliehen, dass sie irgendwann den Überblick verloren hatte und sich morgens selten sicher war, wessen Kleidung sie gerade trug. Die Umtauschaktionen waren immer sehr lustig gewesen und ebenso chaotisch.
Juliet vertrieb die Erinnerungen, die sie zu überwältigen drohten und blickte zu James, der wirklich gut aussah, wie auch immer er das in so kurzer Zeit geschafft hatte. „Willst du auch etwas leihen? Ein Shirt hab ich noch“, zog sie ihn auf. Mit einem spielerischen Funkeln in den Augen hob sie die rote Bluse, die noch auf ihrem Arm ruhte und hielt sie James probeweise an. „Steht dir.“
Langsam aber sicher gewann sie wieder an Sicherheit und gelangte zu ihrem spielerisch veranlagtem Ich zurück. Ob das nun gut oder schlecht war...nun, immerhin würde James dann keine Fragen mehr stellen, deren Antworten er nicht wissen wollte.
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James

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BeitragThema: Re: James Appartment   Do März 24, 2011 10:35 pm

James folgte aufmerksam Juliets Schlussfolgerung und nickte dann lächelnd.
Geht doch....
"Na dann ist ja alles gut und wir hätten jegliche Anfangsschwierigkeiten aus dem Weg geschafft", sagte er in die Runde der drei Mädchen und sein Lächeln wurde nur noch größer. Als es dann aber um die Oberteile ging, schaltete James automatisch ab. Er war wirklich nicht an Kleidung interessiert und das gab er auch ganz ehrlich zu. Selbst wenn er eine Frau kennenlernte und diese ihm gefiel, wusste er oft am nächsten Tag nicht mehr, was sie am Tag zuvor trug. Nur bei ganz besonderen Outfits prägte er sich die Kleidung an, sonst war sie ihm herzlich egal, da er soetwas als sehr oberflächlich betrachtete. Er wollte nicht, dass man ihn anhand seiner Kleidung beurteilte, also tat er das auch bei keinem anderen.
Er spähte zu Juliet, die nun ihre Oberteile sehr freizügig verborgte, was er ihr anerkannte. Die Eigenschaft des unendlichen Teilens empfand er als eine äußerst große Herausforderung. Als sie dann auf ihn zukam und ihm die rote Bluse hinhielt, lachte er kurz und antwortete dann amüsiert:" Ja? Findest du? Ich sollte sie am besten gleich anprobieren." Dann sagte er aber, um seine eigene Haut zu retten:" Tja, aber leider wir sind schon so spät dran, da kann ich kein Outfit mehr wechseln, das würde viel zu lange dauern, weil ich die ganzen Accesoires und das Make-Up darauf abstimmen müsste. Das ginge gar nicht." Er machte eine dramatische Handgeste, sodass man ihm fast abkaufen könnte, er wäre vom anderen Ufer.
Er freute sich innerlich, dass Juliet wieder die Alte war und nicht so.....anders, wie zuvor.
"Na dann, ich werde einmal das Auto für die Ladies vorfahren, während die hochverehrten Damen sich noch umziehen und fertig machen können." Er machte eine pantomimische Bewegung, als würde er den Hut ziehen und sich dabei respektvoll verbeugen. Dann lächelte er und verschwand.

-> Hauptstraße
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Olivia Cleofa

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BeitragThema: Re: James Appartment   Fr März 25, 2011 3:47 pm

Als James durch die Tür war, blickte olivia die anderen beiden Frauen an. "Tja... Dann werde ich mich wohl fertig machen, wenn ihr nichts dagegen habt." Sie bemühte sich freundlich zu sein, doch wartete sei die Antwort nicht ab und griff sich die Schuhe aus ihrer Tasche, das Oberteil von Juliet, eine dunkele Röhrenjeans und ihren Kulturbeutel. Dann verschwand sie im Badezimmer und machte die Tür zu. Schnell zog sie sich um, betrachtete sich dann im Spiegel. Ja, sie sah gut aus, obwohl das Oberteil etwas zu weit für sie war, denn Olivia war wirklich ein bisschen zu dünn. Sie trug noch ein bisschen Puder auf, verstärkte noch einmal ihre Wimperntusche und trug den roten Lippenstift auf, den ihre Mutter immer trug. Olivia seufzte und steckte den Lippenstift wieder in ihre Hosentasche. Wieder eins dieser kleinen Dinge, die sie mit ihrer Mutter verband. Sie schwor sich, irgendwann würde Olivia ihre Mutter wieder umarmen und ihr einen Kuss auf die Wange geben können und nicht wie jetzt ihre Mutter nur über die schwache Internetcamera sehen. Nach einem letzten Blick in den Spiegel nahm sie ihre Sachen und verließ das Badezimmer.
"Sooo...", sagte sie schwungvoll, als sie ihre Sachen in ihrer Tasche verstaute. "...sollen wir auch runter gehen?"
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Juliet Johnson

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BeitragThema: Re: James Appartment   Fr März 25, 2011 8:37 pm

Juliet lachte über James gespielte Allüren, die ihn wirklich...naja- stockschwul- wirken ließen, doch leider war keine Zeit für weitere Späße dieser Art, denn James kündigte an, schon einmal das Auto vorzufahren und verschwand. Auch Olivia zog sich ins Bad zurück, um sich umzuziehen und so blieben nur noch Juliet und Skyler im Flur stehen. Ersterer wurde bewusst, dass sie sich weder frisiert, noch Schuhe angezogen hatte, rasch machte sie sich daran die ausstehenden 'Feinschliffe' vorzunehmen. Sie schlüpfte in weiße, mit Ornamenten verzierte Stiefel, wobei sie den nicht unerheblichen Absatz der Schuhe kurz mit Bedenken betrachtete, dann aber beschloss, dass sie das Risiko in Kauf nahm. Ihre inzwischen trockenen Haare flocht sie zu einem simplen Zopf, den sie mit einer eilends aus ihrer Tasche hervorgekramten Spange befestigte. Sie mochte diese Haarspange sehr, sie war ein Geschenk ihrer Mutter zu ihrem ersten Schultag gewesen. Die weiße künstliche Blume, die daran befestigt war, faszinierte sie immer noch, denn sie sah täuschend echt aus. Und rätselhafter Weise roch sie selbst nach all den Jahren nach Vanille, dem Duft, den Juliet so liebte. Vielleicht, weil er sie an irgendetwas erinnerte? Eine lange vergessene Begegnung, das warme Lachen einer Frau, ein weicher Körper, an den sie sich schmiegte und der angenehme Duft von Vanille...
Ihre abdriftenden Gedanken wurden von Olivia unterbrochen, die wieder aus dem Bad kam, umgezogen und gestylt. Auf die Frage hin, ob sie los sollten, sah Juliet fragend zu Schuyler. "Ich bin fertig", meinte sie, ihre Tasche schulternd.
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Schuyler

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BeitragThema: Re: James Appartment   Sa März 26, 2011 11:52 pm

Während Olivia im Badzimmer verschwand, um sich umzuziehen und auch Juliet noch ihre Schuhe anzog und sich einen Zopf flocht, wartete Schuyler geduldig und ließ ihren Blick neugierig durch die Wohnung wandern. Es sah ziemlich gemütlich aus. Sie fragte sich, ob sie wohl eines Tages auch noch eine Mitbewohnerin oder einen Mitbewohner zugeteilt bekommen würde und versuchte sich vorzustellen, wie das wohl ablaufen würde. Am Anfäng wäre sie wohl ziemlich miesepetrig, weil sie ziemlich chaotisch sein konnte und einfach viel Platz brauchte...nunja, solange es nicht so war, wollte sie sich keine Gedanken mehr darüber machen.
Schneller als gedacht verkündeten die beiden Frauen dann auch schon, dass sie fertig waren und Schuyler nickte gut gelaunt.
"Okay, perfekt, dann kanns ja losgehen"; sagte sie und richtete sich ihren Schal. "Dann gehen wir mal runter oder?".
Ohne eine Antwort abzuwarten, da sie ohnehin schon alle fertig waren, ging Schuyler vor und die drei gingen hinunter zur Straße, wo James schon den Wagen vorgefahren hatte.

--> Die Straßen
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BeitragThema: Re: James Appartment   Sa Apr 02, 2011 9:35 pm

James betrat die kleine Wohnung, zog sich seine Schuhe aus, hängte den Mantel auf und nahm auch Juliet den Mantel ab, um ihn dann aufzuhängen. Er schlenderte zum Bad, wusch sich kurz Gesicht und putzte Zähne. Währenddessen zog er sich sein Hemd und das Sakko aus, sodass er nur mehr seine Hose trug. Rasch huschte er durch die Wohnung, verschwand im Schlafzimmer, wo er sich seinen Pyjama heraussuchte und in die weite, grau-gestreifte Jogginghose, sowie in das kurzärmlige weiße Hemd hineinschlüpfte. Die restliche Kleidung hängte er ordentlich wieder auf einen Kleiderbügel in seinen Kasten.
James war zu müde, zu unaufmerksam, als dass ihm irgendetwas in seiner Wohnung aufgefallen wäre. Vorher der Stress und das Zeitproblem, jetzt die Müdigkeit, immer noch dachte er alles wäre in Ordnung. Wie falsch er da doch lag.
Erschöpft legte er sich ins Bett, zog die Decke über sich und wartete auf Juliet, wobei seine Augen immer wieder zufielen. Er wollte einfach nur noch schlafen.
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BeitragThema: Re: James Appartment   So Apr 03, 2011 10:30 am

Juliet wartete bis James im Bad verschwunden war, bevor sie sich schwer an die Wand lehnte und die Augen schloss. In ihrem Kopf drehte sich alles, mit tiefen Atemzügen versuchte sie sich zu beruhigen. Als es ihr endlich gelang, öffnete sie die Augen wieder und ging in Richtung Schlafzimmer. Leise, um James nicht zu stören, der es sich bereits im Bett gemütlich gemacht hatte, holte sie sich ihre Schlafsachen und huschte ins Bad. Im dunklen Flur knickte sie auf den Schuhen, die sie immer noch trug, um, scharf sog sie die Luft ein und unterdrückte einen Schmerzenslaut. Sie zog die Stiefel von ihren Füßen und stellte sie beiseite, dann ging sie ins Bad, wo sie sich mit müden Bewegungen abschminkte und die Zähne putzte. Juliet begann ihr Kleid auszuziehen, plötzlich langsamer werdend, denn die Aussicht darauf, in dieses Bett zurück zu kehren, machte ihr Angst.
Aber was hatte sie denn für eine Wahl? Sie könnte auf der Couch schlafen, aber das würde James nicht ohne eine gute Erklärung zulassen, die sie nicht hatte. Seufzend zog sie die weiße Jogginghose an und schlüpfte in das passende schwarze Oberteil, mit weiten, halblangen Ärmeln. In ihrer Müdigkeit bemerkte sie nicht, dass sie ein Shirt ausgewählt hatte, das einseitig schulterfrei war.
Sie ersetzte das Haargummi an ihren Haaren durch ein schlichteres, ließ aber den geflochtenen Zopf.
Auf leisen Sohlen schlich sie ins Schlafzimmer, wo sie ihr Kleid verstaute und dann zum Bett blickte. James war noch wach, wartete auf sie, aber seine Augen fielen ihm immer wieder zu. Zögernd ging sie auf das Bett zu und setzte sich auf die Bettkante, bevor sie ihre Angst überwand und ebenfalls unter die Decke schlüpfte. Mit versteiftem, angespannten Körper, lag sie soweit weg von James, wie es das Bett zuließ. Sie hoffte, er würde ihr das nicht übel nehmen...
"Gute Nacht, James", flüsterte sie und schloss die Augen, ihren Albträumen entgegengehend.
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BeitragThema: Re: James Appartment   So Apr 03, 2011 12:13 pm

Zeitsprung:

James hatte am Vorabend gar nicht mehr mitbekommen, dass sich Juliet ins Bett gelegt hatte, da er schon in den Schlaf gesunken war. Seine Träume waren verwirrend, konfus und alles andere als ruhig, aber daran war er gewohnt. Langsam richtete er sich auf und sah, dass Juliet auf der anderen Seite beinahe schon an der Kante lag und sich dort fast verkrallt hatte.
Er stand bemüht leise auf, schlenderte noch verschlafen Richtung Küche und machte sich einen starken Kaffee. Was würde er wohl ohne diesem herrlich wohltuenden Gebräu machen...vermutlich wieder schlafen gehen. Der Geruch des dunklen Getränkes stieg ihm in die Nase und ließ ihn gleich wacher werden. Endlich konnte er sich an der Tasse wärmen, als der Kaffee fertig war. Nach ein paar Mal schnuppern, trank er einen Schluck, holte die Zeitung, die jeden Morgen vor der Tür lag und las den Leitartikel, während er mit seinem Kaffee in der Küche stand. James war jemand, der nur stehend frühstückte bzw. Zeitung las und Kaffee trank.
Schließlich holte er sich aus dem Brotkasten noch ein Croissant, das er mit Hingabe aß. Er wandte sich von der Zeitung ab und wischte die Krümmel des Croissants weg. Manchmal neigte er leider zu Pedanterie. Er öffnete den Mistkübel und warf die mit der Hand weggefegten Brösel weg. Gerade als er den Mistkübel wieder schließen wollte, fiel ihm jedoch etwas auf. Er öffnete ihn wieder ganz und sah näher hin. Zuerst konnte er es nicht ganz fassen, doch um so länger er es betrachtete, um so klarer wurde ihm, was das tatsächlich in seinem Mistbehälter war. Er zog es angeekelt heraus und sein Verdacht bestätigte sich. Ein Präservativ, ein verwendetes Präservativ. Fassungslos ging er in das Schlafzimmer zurück. Seine Gedanken kreisten, da ja nur ihr Onkel hier war. Da er nur auf Besuch hier war, musste Juliet noch anderen Besuch erwartet haben, nachdem ihr Onkel gegangen war und das ging nun wirklich nicht. Neu hier einziehen und dann in seinem Bett soetwas....nein! Im sonst so ruhigen James staute sich Wut.
Seine harte, noch vom Schlaf raue beziehungsweise tiefe Stimme durchschnitt die stille Morgenstimmung:"Juliet, was soll das?" Er hielt das Ding in seiner Hand hoch und durchlöcherte sie mit seinem wütenden Blick.
"Kannst du mir einmal bitte erklären, warum du hier noch jemanden eingeladen hast ohne meinem Wissen? Du ziehst hier ein und ladest einfach nach deinem Belieben deinen Freund oder sonst irgendeinen jungen Burschen ein, um dann mit ihm in meinem Bett zu schlafen?!" Er kochte, als er sich das ganze noch einmal vor Augen führte.
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BeitragThema: Re: James Appartment   So Apr 03, 2011 3:11 pm

Die Luft wich aus ihren Lungen, als sie hart gegen die Wand gestoßen wurde. Schmerz durchzog ihre Schulter und sie jaulte auf. "Sei still!", schrie der Mann sie an, ihr eine Ohrfeige verpassend. "So schnell wirst du mir also untreu? Sag schon, wie ist er im Bett, dieser James?" Juliet schüttelte den Kopf, öffnete den Mund um zu sagen, dass es nicht so war, doch kein Wort kam heraus-
Eine wütende, harte Stimme unterbrach ihren Albtraum, sie fuhr hoch und sah sich einem vor Wut kochendem James gegenüber, der ihr etwas vor die Nase hielt, dass sie erst nach einigen Anläufen erkannte.
Ihre Augen weiteten sich erschrocken, als sie das Präservativ erkannte. Doch die Furcht wandelte sich in etwas anderes, als James sie anschrie, ihr vorwarf, jemanden eingeladen zu haben um mit ihm zu schlafen.
Ungläubig sah sie ihn an, bevor sie unendlich bitter auflachte. Keinerlei Freude lag darin.
Es war also wahr, die Menschen sahen nur was sie sehen wollten. Glaubte James wirklich, dass sie so durchtrieben wäre, ihren Onkel in weniger als einer Stunde loszuwerden und dann jemanden einzuladen, um mit ihm zu schlafen?
Die Wut und Enttäuschung in ihrem Inneren staute sich auf, brodelte unter ihrer Haut und James Worte waren der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Sie stand auf und schlang die Arme um sich selbst, als müsse sie sich daran hindern, auseinanderzufallen. "Das glaubst du also von mir?" Ihre Stimme, zuerst beinahe ein Flüstern, steigerte sich, bis sie schrie. Ihren ganzen Frust und Schmerz herausschrie. "Für eine solche Schlampe hältst du mich also? Oh, ihr heuchlerischen Menschen, seht nur was ihr sehen wollt. Der liebende Onkel besucht seine Nichte, natürlich nur um sie zu sehen. Was sonst könnte er denn von ihr wollen?", höhnte sie. Juliet hielt inne, schwer atmend und plötzlich erschrocken darüber, was sie beinahe gesagt hätte. Ihre Schulter sanken herab, sie vermied James Blick. "Vergiss es", sagte sie leise. Dann bittend. "Vergiss es einfach."
Sie drehte sich um und nutzte den Moment der Starre in der James sich nach ihren Worten befand, um die Wohnungstür zu erreichen.
Sobald die Türe hinter ihr ins Schloss fiel, begann sie rennen. Tränen rannen ihr über das Gesicht und fielen hinab auf ihr Shirt. Auf den Stufen vor dem Haus lehnte sie sich mit dem Rücken gegen die Wand, ihr Kopf sank nach vorne, ihre Haare fielen wie ein Vorhang vor ihr Gesicht und verbargen es.
Es kümmerte sie nicht, dass ihr Shirt von der Schulter rutschte und die blauen Flecken enthüllte, die die Größe und Form einer Hand hatten. Sie konnte einfach nicht fassen, was geschehen war, es war alles zu viel...
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo Apr 04, 2011 9:32 pm

Das bittere Auflachen gefiel ihm gar nicht, denn in ihren Augen lag ein Ausdruck, der eindeutig nicht von Freude zeugte. Ihm gefiel dieser Wandel ganz und gar nicht und innerhalb weniger Sekunden wurde ihm unbehaglich zumute. Was war hier in dieser Wohnung geschehen?
Er wartete auf ihre Antwort, die ihn dann letztendlich ratlos zurückließ. Ihre Worte hallten in seinem Kopf nach. Sie nahm eine unnatürliche Haltung ein, als würde sie sich vor etwas schützen wollen, als würde sie jeden Moment auseinanderbrechen. Letztlich schrie Juliet und die Worte, die sie da schrie sickerten langsam, sehr langsam ein und es dauerte eine halbe Ewigkeit bis James sie vollends verstand. In der Zwischenzeit war Juliet, ohne das er sie aufhalten konnte, schon aus der Türe gelaufen.
Er ließ sich auf das Bett fallen und saß da wie eine Statue. Sein Blick ging ins Leere und sein Mund stand offen, während er es nicht fassen konnte.
"Was sonst könnte er denn von ihr wollen?" Nein, nein, nein.....das kann nicht sein... Er sah noch einmal auf das Präservativ, dass ihm aufgrund des Schockes aus der Hand gefallen war und jetzt offen am Boden lag. Er schüttelte immer wieder den Kopf. Nach einer halben Ewigkeit des Begreifens riss er sich wieder zusammen und wusste, dass jetzt nicht die Zeit war, um darüber nachzudenken. Er musste Juliet finden, wer weiß wo sie hin war und wer weiß, ob das überhaupt jemand wusste. War das heute zum ersten Mal passiert? Wie lange ging das schon? Warum? So viele Fragen, doch auf keine wollte er eine Antwort finden.
Er stürmte aus der Tür und es fiel ihm ein Stern vom Herzen, als er sie im Treppenhaus fand, an die Wand gelehnt, sitzend, ihr Gesicht unter den Haaren versteckt. Er wusste sie würde sich wehren, doch er würde sie solange halten, wie es nötig war, bis sie sich beruhigte. Sie konnte auf ihn einschlagen, versuchen sich zu befreien, doch er würde sie weiterhin fest in seinen Armen halten.
Er kniete sich neben sie und umarmte ihren zierlichen, so zerbrechlich wirkenden Körper fest. Er drückte sie sanft, aber bestimmt an sich und sagte nichts, sondern starrte nur auf die Wand und wartete, ob sie sich wehren oder nichts machen würde.
James wusste doch nicht einmal, was er selbst dachte oder fühlte. Das einzige, was ihm sein Gefühl sagte, war, dass er Juliet jetzt einfach nur in den Arm nehmen musste, ihr zeigen musste, dass er da war, selbst, wenn sie es nicht gleich akzeptieren wollte.
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo Apr 04, 2011 9:52 pm

Juliet hörte Schritte, doch sie weigerte sich, denn Kopf zu heben. Wer auch immer es war, sollte einfach wieder verschwinden, sie wollte jetzt niemanden sehen- Ihre Gedanken wurden unterbrochen, als sich starke Arme um sie legten und sie sanft, aber bestimmt an einen warmen Körper gepresst wurde. Zuerst versteifte sie sich, blind vor Angst, Verwirrung und Wut versuchte sie sich aus der Umarmung zu befreien, trommelte mit ihren schmalen Fäusten auf Rücken ihres Gegenübers. Doch die Arme um sie herum lockerten sich nicht und langsam resignierte sie. Sie atmete tief ein, ein seltsam vertrauter Geruch beruhigte ihre Sinne.
James, begriff sie. Aber warum war er hier? Warum umarmte er sie? War er nicht...angeekelt?
Juliet begann sich in der Umarmung zu entspannen, auch wenn sie sich immer noch weigerte, James anzusehen.
Seine Nähe und Wärme taten ihr gut, auf einer sehr instinktiven Basis begriff ihr Geist, dass es das war, was sie gerade brauchte. Einem plötzlichen Impuls folgend drehte sie sich in seinen Armen um und erwiderte die Umarmung, ihren Kopf an seiner Schulter verbergend.
Eine halbe Ewigkeit, wie es schien, saßen sie so da, bevor die Tränen auf Juliets Wangen trockneten und sie sich vorsichtig aus James Umarmung zu befreien versuchte.
Sie räusperte sich, ihre Kehle rau von Schluchzern und ihre Stimme beinahe heiser. "James?"
Zögerlich sprach sie seinen Namen aus, unsicher, wie sie sich verhalten sollte. Noch nie war sie in eine solche Situation geraten, die sosehr an ihren sorgsam aufgestellten Schutzschilden riss und zerrte.
Nervosität erfasste sie und sie begann auf ihrer Unterlippe herum zu beißen. Wie sollte sie da nur wieder rauskommen? Wollte sie das überhaupt? Aber andererseits, war sie bereit die volle Wahrheit zu erzählen und die Konsequenzen zu tragen?
Was hielt James nun wohl von ihr? Juliet hatte Angst, dass er sie nun anders behandeln würde...
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo Apr 04, 2011 10:05 pm

Zuerst wehrte sich Juliet schwach, trommelte auf ihn, doch er blieb, er blieb und wartete. Irgendwann einmal hörte sie auf auf ihn einzuschlogen, sondern bewegte sich gar nicht bis er vermutete, dass sie jetzt verstanden hatte, dass er es war, der sie da umarmte. Ihr Kopf war in seiner Schulter vergraben und er hörte das Schluchzen, welches ihm tief drinnen wehtat. Diese Tränen, diese Geräusche, all das waren Reaktionen eines unschuldigen Mädchens auf eine Tat, die unmenschlich, unfair war und wer weiß wie lange schon andauerte. James wollte darüber jetzt nicht nachdenken und Vermutungen aufstellen. Juliet würde es ihm erzählen, wenn sie bereit war. Oder sie würde es ihm nicht erzählen, wenn sie es nicht war oder schlicht nicht wollte.
Als sie eine halbe Ewigkeit so da saßen und er immer wieder beruhigend über ihren Kopf fuhr, spürte er deutlich, dass Juliet sich zumindest irgendwie wieder beruhigt hatte. Erst jetzt sah sie ihn an und ihr Anblick erschreckte ihn ein wenig. Es waren nicht die geschwollenen, roten Augen, nicht das verweinte Gesicht, die rote Nase oder die Blässe, es war der Blick in ihren Augen, der Blick eines gebrochenen Menschen und dieser traf ihn so unvermittelt, dass er schlucken musste.
Die heisrige Stimme erinnerte ihn, dass ihm ja auch eine Stimme gegeben wurde, die er noch verwenden konnte, vermutlich besser als Juliet im Moment. Sanft hob er sie hoch und ging mit ihr zurück in ihr Appartment. Er wollte nicht hier im Stiegenhaus mit ihr bleiben. Behutsam setzte er sie auf der Coach ab und setzte sich sofort neben sie, um sie immer noch halb in seinen Armen zu halten. Er wollte die Situation immer noch nicht begreifen, aber er musste und jetzt zwang er sich förmlich dazu. Jetzt oder nie. Er musste mit den Bildern, die sich ihm auftaten, die Grauenvorstellungen und Vermutungen klarkommen, egal, welche da auf ihn zukamen, um Juliets Willen. Das war auch der Augenblick, indem er sich schwor, ihr zu helfen, wie auch immer er das anstellen würde. Er schwor sich, egal was er erfahren würde, er würde sie nicht im Stich lassen.
Sein einziges Problem war nur, dass er nicht wusste, was er auf seine Nachricht erwiedern sollte. Das Einzige, was ihm einfiel, sagte er wohl in der sanftesten und leisesten Stimmlage, die er jemals zustande gebracht hatte:" Lass dir Zeit, Juliet. Lass dir Zeit." Er sah ihr in die Augen, in denen das stille Versprechen lag, dass er hier bleiben und warten würde, solange wie sie brauchte, um zu sprechen oder auch nicht zu sprechen und einfach nur im Schweigen die Beruhigung zu finden. Was auch immer ihre Wahl sein würde, er war hier und wartete.
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BeitragThema: Re: James Appartment   Di Apr 05, 2011 3:55 pm

James Arme legten sich um sie und Juliet spürte, wie sie hochgehoben wurde. Automatisch lehnte sie sich an die warme Brust und ließ zu, dass er sie die Treppen hinauf zurück in die Wohnung trug, wo er sie auf der Couch absetzte, ohne sie loszulassen. Ihr ängstlicher Blick traf seinen Blick, sie suchte nach der Verachtung, dem Ekel darin, doch konnte nichts als das stumme Versprechen erkennen, dass er sie nicht alleine lassen würde. Erleichterung durchflutete sie mit brachialer Gewalt und sie kämpfte darum, nicht erneut zu weinen.
Es war ihr unangenehm, dass James sie überhaupt so gesehen hatte, es zu wiederholen war nicht gerade das, was sie wollte. Sanft und leise erklang seine Stimme: Lass dir Zeit, Juliet. Lass dir Zeit.
Tränen schossen ihr in die Augen, rasch wischte sie mit dem Handrücken darüber. Niemals hatte sie erwartet, dass er so reagieren würde. So sanft und verständnisvoll. So bemüht.
Ein trauriges Lächeln erschien auf ihren Zügen, als sie sprach. „Ich fürchte, ich habe mir schon viel zu lange Zeit gelassen.“ Verlorene Zeit, die sie nicht wiederbekommen konnte; Zeit in der sie gefangen zwischen Scham und Wut nach einem Ausweg gesucht hatte.
Doch vielleicht war dieser Ausweg nun da? War immer da gewesen, nur niemals so deutlich?
Mit ihrer Mutter konnte sie nicht darüber sprechen, nun noch weniger als sowieso schon. Sie war von ihr verstoßen worden und das war etwas, dass sie ihr nicht verzeihen konnte. Das Wegschauen, die Ignoranz, das Vorgaukeln einer heilen Welt- das konnte sie verzeihen. Warum es so war, wusste sie nicht, es war einfach dieses instinktive, uralte Gefühl in ihr, dass sie dazu anhielt, ihre Mutter von jeglicher Schuld freizusprechen. Doch die Belohnung für das Schutznetz, das sie unbewusst um ihre Familie gewebt hatte, war nichts als Schimpf und Schande gewesen.
Mühsam hielt sie sich davon ab in Gedanken weiter abzudriften, denn hier und jetzt bot sich ihr eine Chance, die sie ergreifen wollte, wenn auch mit zitternden, unsicheren Händen.
Sie suchte nach Worten, Worten die James begreiflich machen könnten, was sich zentnerschwer auf ihrem Herzen türmte. Es war schwer, jedoch nicht unmöglich, wie sie erstaunt feststellte.
Juliet hatte immer geglaubt, sie wäre nicht in der Lage, sich in dieser Hinsicht zu artikulieren, doch anscheinend hatte sie sich getäuscht.
„Ich war fünf.“ Der Satz hing einen Augenblick lang im Raum, schwebend in der atemlosen Stille.
Tief holte Juliet Luft, bevor sie fortfuhr, all ihren Mut zusammen nehmend. „Meine Eltern waren ausgegangen und hatten meinen Onkel als Babysitter engagiert. Zuerst war alles wie immer-„, sie hielt kurz inne, dem Drang folgend, zu erklären, was das hieß, „Ich mochte ihn damals. Er war nett zu mir, brachte mir etwas Süßes oder Spielzeug mit...und abends schauten wir gemeinsam einen Film, bevor er mich ins Bett brachte. Dieser Abend war keine Ausnahme. Wir sahen uns Dornröschen an…“
Sie erinnerte sich daran, als wäre es gestern gewesen. Auf dem Schoß ihres Onkels sitzend, hatte sie verkündet, dass sie auch eine Prinzessin sein wollte. Terence hatte gelacht und gemeint, dann wäre er ihr Prinz, um sie wach zu küssen. Damals hatte sie das nicht verstanden. Solange nicht, bis es zu spät war.
„Er brachte mich ins Bett, wie immer, doch diesmal…irgendetwas war anders.“ Juliet wollte fortfahren, doch die Erinnerung überrollte sie und hielt sie gefangen.
Juliet?“ „Hm?“, machte das Kind schläfrig. „Du willst doch eine Prinzessin sein?“ „Mhm.“ „Und du weißt, dass jede Prinzessin einen Prinzen braucht?“ Große Kinderaugen sahen den Mann fragend an. „Ja. Aber warum fragst du das, Onkel Terence?“ „Nur so…nur so…“
Und er beugte sich vor, um ihr einen Gute Nacht Kuss zu geben. Juliet versteifte sich irritiert, als die warmen Lippen nicht ihre Stirn, sondern ihren Mund trafen. Als der Kuss nicht enden wollte und die Luft knapp wurde, begann sie zu strampeln, doch starke Hände packten ihre Schultern und hielten sie fest…

Nach Luft schnappend tauchte sie aus dem Albtraum einer Erinnerung auf. „Das kann ich nicht“, murmelte sie leise, ihren Kopf in den Händen verbergend. Als sie ihn wieder hob, hatte sich ihr Atem ein wenig beruhigt. „Eine Ironie des Schicksals, dass ich mich daran erinnern kann. Scheint als hätte die Verdrängung bei mir nicht funktioniert.“ Sarkasmus schwang in ihrer Stimme mit, bevor sie den Kopf schüttelte. „Tut mir Leid. Ich weiß nicht mal warum ich dir das eigentlich erzähle…“
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BeitragThema: Re: James Appartment   Di Apr 05, 2011 9:11 pm

James sah sie durchdringlich an, doch der Blick, den er ihr zuwarf, war weder unangenehm noch unangebracht. Er war nur aufmerksam und sanft. In seinem Kopf herrschte derzeit ein Durcheinander, das er nicht zu ordnen vermochte. Er wusste nicht, wie, was, wann, wo, wer, warum,....es waren einfach zu viele Fragen, die ihn beschäftigten, aber vor allem fiel es ihm schwer sich mit so einer Tatsache zu konfrontieren.
Schließlich bemerkte er, dass sie immer wieder den Tränen nahe war, doch auf der anderen Seite wechselte ihre Mimik in Sekunden, wurde traurig, enttäuscht, gebrochen, wütend, sarkastisch, zornig, es spiegelte ein wahres Durcheinander, wobei er vermutete, dass das Seine gegen Juliets' ein Nichts war.
Den ersten Satz, der im Raum hängen blieb, der verankerte sich intensiv in seinem Gedächtnis.
Sie war fünf....wie gestört und abartig kann ein Mann sein? Mit 5?
James, streng katholisch erzogen, konnte es einfach nicht fassen, doch seine Fassungslosigkeit hielt er so gut es ging im Zaum. Es war ja auch nicht Juliet, sondern ihr Onkel, den er nicht verstand und vermutlich bei der nächsten Begegnung für nichts mehr garantieren konnte.
Als sie weitersprach, zogen sich seine Augenbrauen zusammen, da er sich konzentrierte und seine Aufmerksamkeit ausschließlich nur ihr galt.
Sie schauten Dornröschen...wie kann man auf die Idee kommen ein unschuldiges, 5-jähriges Mädchen, dass doch noch fast ein Baby ist, zu...zu.... Er war selbst unfähig das Wort zu denken.
Plötzlich war ihr Blick abwesend und er vermutete eine Erinnerung, die sie entweder weggesperrt oder verbannt hatte, erschien wieder mit all den Farben und durchlebten Emotionen. Sie schnappte nach Luft, besorgt nahm er ihre Hand und drückte sie sanft, um ihr zu beweisen, dass sie hier war, hier mit ihm.....in Sicherheit.
Seine nächste Antwort kam über seine Lippen, ohne das er darüber nachdachte:" Du erzählst es mir, weil du es zu lange verdrängt hast. Du musst und sollst es mir erzählen, Juliet. Es zerfrisst dich und bricht dich noch in Achtel, wenn du nicht darüber sprichst." Er machte eine Pause und fuhr dann behutsam fragend fort:" Du hast es nie jemanden erzählt oder? Warum nicht, warum nicht deiner Mutter, deiner Oma, deinem Freund? Gab es denn niemanden?"
James konnte sich nicht ausmalen, wie es sein mochte mit niemanden reden zu können. Er wäre wohl durchgedreht. Wie oft war das wohl geschehen? 2 Mal im Jahr, öfters? Jedes Mal war eindeutig zu viel und das Schlimmste, er hatte den Feind hereingelassen, hatte ihn hier sein grausames Treiben gestattet ohne es zu ahnen und war um das Makabere an der Sache noch zu toppen, währenddessen in der Kirche gewesen, um zu beten.
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Juliet Johnson

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BeitragThema: Re: James Appartment   Mi Apr 06, 2011 4:22 pm

James drückte sanft ihre Hand, bat sie weiter zu sprechen. Er hat Recht…es zerstört mich. Wenn es nicht schon gewonnen hat. Bin ich denn nicht bereits zerbrochen? , fragte sie sich.
Du hast es nie jemandem erzählt, oder? Warum nicht? Gab es denn niemanden?
Das waren Fragen, die sich Juliet selbst viel zu oft gestellt hatte. Sie bemühte sich nun darum, sie zu beantworten, auch wenn es nicht leicht war.
„Ich…habe es versucht. Mit jemandem zu reden, meine ich. Aber ich war fünf, James und so voller Scham. Vielleicht hätte ich es meiner Großmutter erzählt, doch sie starb wenige Monate vor…vor dieser Nacht.“ Sie schwieg einen Moment lang, in Gedanken bei der warmherzigen alten Frau, die immer ein freundliches Wort und ein Lächeln auf den Lippen gehabt hatte. „Mein Versuch es meiner Mutter zu erzählen, scheiterte. Ich fand nicht die richtigen Worte und sie hörte mir nicht gut genug zu um zu verstehen. Ich habe es nie wieder versucht.
Es war ihr Bruder und sie liebte ihn. Sie zu einer Entscheidung zwischen ihm und mir zu zwingen- das wollte ich nicht.“ Sie war sich nicht sicher, ob James das verstehen konnte. Ob irgendjemand verstehen konnte, warum sie lieber geschwiegen hatte, als die Familie zu spalten.
„Als mein Bruder geboren wurde, hätte ich es beinahe doch noch einmal versucht. Ich hatte Angst um ihn, Angst davor, dass mein Onkel ihm dasselbe antun könnte wie mir. Aber die Kluft zwischen mir und meiner Mutter war über die Jahre immer größer geworden und ich konnte sie nicht mehr erreichen. Also schwieg ich und ließ meinen Bruder niemals aus den Augen. Wenn meine Eltern ausgingen blieb ich daheim, damit sie nicht auf Idee kamen Terence als Babysitter zu nutzen…und…ich hatte diese naive Idee, dass mein Onkel Sammy in Ruhe lassen würde…wenn ich…ihm genug wäre…“
Ein bitteres Lächeln umspielte Juliets Lippen, als sie James das ganze Ausmaß ihres Schweigens offenbarte. Niemals darüber sprechen, es stumm ertragen um ihre Familie vor der Dunkelheit zu schützen. Dem Feind in den eigenen Reihen.
„Was meinen Freund angeht…meinem ersten Freund erzählte ich es nicht, aus Angst, er würde mich nicht mehr wollen…Ich war…bin ‚beschmutzt‘...Er hätte jede haben können, warum sollte er dann jemanden wie mich wollen? Oder aber, und das wäre noch schlimmer gewesen, er hätte mich behandelt als wäre ich aus Glas. Und mein zweiter Freund-„
Sie brach ab. Mein zweiter Freund war keinen Deut besser als mein Onkel. Doch das war eine andere Geschichte und sie wollte James nicht mit noch mehr belasten, als sie es ohnehin schon tat.
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James

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BeitragThema: Re: James Appartment   Mi Apr 06, 2011 8:22 pm

James sah ihr die ganze Zeit über in die Augen und wog jedes Wort statt einmal, dreimal ab.
Warum hat sie ihre Familie geschützt? Warum hat sie ihre Mutter nicht vor die Entscheidung Bruder oder Tochter gestellt? Jede Mutter, wirklich jede, wenn sie das Kind von Anfang an haben wollte, entscheidet sich für das Kind, vor allem, wenn es so etwas schlimmes ertragen musste. Die Frage ist bloß, ob Juliet's Schutz vielleicht mehr Schaden angerichtet hat, als wenn sie es ihr irgendwann erzählt hätte? Klar, mit 5 wäre fast keiner im Stande soetwas zu gestehen, aber das ging doch weiter...bis heute und irgendwann hätte sie es erzählen können, Schutz hin oder her, obwohl wer weiß? Vielleicht war die Beziehung zwischen ihrer Mutter und ihr schon so kaputt? Aber doch auch nur aufgrund der Veränderungen in ihrem Charakter, die begründet durch die Taten ihres Onkels waren.... Natürlich konnte James sie in diesem Belang nicht verstehen. Er hätte hunderte von Gegenargumenten, doch er schwieg. Es war nicht sein Recht zu urteilen, noch war es seine Pflicht ihre Handlungen zu verstehen, denn er kannte es nicht, in so einer Lage zu sein. Er wusste nicht, wie sich das anfühlte, deshalb beließ er es bei diesen Gedanken und hörte ihr weiterhin aufmerksam zu.
Als sie begann, von ihrem Bruder Sammy zu erzählen, blieb ihm beinahe die Luft weg und seine Augen weiteten sich leicht, doch sofort nahmen sie wieder den sanften Blick von zuvor an.
Was verdammt heißt "...wenn ich ihm genug wäre..."? Hat sie so getan, als würde sie das wollen, als würde es ihr gefallen? Hat sie ihn gar verführt, nur um Sammy zu schützen? Oh mein Gott...ich fasse es nicht. Warum hat sie solange zugewartet, warum wehrt sie sich noch immer nicht? Warum hat sie es akzeptiert? Und warum hat sie mir gestern nicht gesagt, ich solle hier bleiben? Warum lässt sie sich das noch gefallen? Sie ist doch schon erwachsen, Sammy auch schon älter. Warum ist sie nie zur Polizei gegangen? Für wen hat sie sich gequält? Doch letztendlich für niemanden... James Unverständnis war enorm und er konnte sich nicht mehr halten. All die Fragen in seinen Gedanken stellte er ihr nun offen, jedoch weder in einem vorwurfsvollen oder aggressiven Ton. Seine Stimme war klar und ruhig, seine Fragen beinahe mit liebevollem Unterton formuliert. Trotzdem wurde klar, dass er es nicht ganz verstand.
Als sie zu ihren Freunden kam, versuchte er seine Gedanken zu ordnen, doch als sie bei ihrem zweiten Freund stoppte und verstummte, sah er auf und musterte sie skeptisch.
"Juliet, ich weiß nicht, ob dir das schon jemand gesagt hat, aber ich nehme nicht an, wenn du noch nie darüber gesprochen hast, du warst und bist nicht beschmutzt. Du bist das Opfer eines perversen, durch seine krankhaften Triebe gesteuerten Menschen." Dann machte er eine Pause und überlegte kurz. Wenn einer seiner Freundinnen und das waren bei Gott nicht viele, soetwas gestanden hätte, wäre er nicht sicher gewesen, wie er reagiert hätte. Vermutlich hätte er ihr zugehört, doch er wäre ängstlich geworden, zumindest, wie er noch jünger war, hätte er entweder einen Rückzieher gemacht oder sie wie Glas behandelt, was klarerweise auch nicht das Beste war. Heute konnte er von Glück sagen, dass seine Persönlichkeit stark genug war, um so etwas auszuhalten. Trotzdem nagte Juliets Geschichte an seiner Mauer, seinen Nerven und seinen Gedanken.
Er drückte wieder zart ihre Hand und fragte dann behutsam:" Und dein zweiter Freund? Was war mit ihm...hast du es ihm erzählt?"
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mi Apr 06, 2011 9:28 pm

Die Fragen die James ihr stellte waren zu viele, zu logisch und viel zu schwer für sie zu beantworten.
Obwohl sie mit liebevollem Unterton gesprochen wurden, klang James Unverständnis klar durch.
Unter den Fragen wurde sie immer kleiner, angespannter, bis es aus ihr herausbrach. „Ich weiß es nicht!“ Schwer atmend versuchte sie sich zu beruhigen, leiser wiederholte sie „Ich weiß es nicht, warum ich all das getan habe, ich weiß nicht warum ich geschwiegen habe, selbst jetzt noch, ich weiß nicht warum ich mich nicht wehre, warum ich es nicht kann. Aber ich weiß für wen ich das getan habe, mich gequält habe, wie du es formulierst: Sammy. Meine Familie mag mich verstoßen haben, aber er nicht. Mein kleiner Bruder wächst sorglos auf, jeden Tag ein bisschen älter, ein bisschen anders. Jedes Lächeln auf seinem Gesicht, jedes Funkeln in seinen Augen ist mir tausendfach Grund genug.“ Was bei jedem anderen pathetisch geklungen hätte, war bei Juliet Ausdruck einer tiefen Wahrheit, einer schier endlosen Liebe für ihren kleinen Bruder. Nichts Falsches, nichts Gespieltes war daran zu finden.
„Und selbst wenn ich zur Polizei gegangen wäre…was dann? Ein Prozess gegen ihn wäre eine Tortur, nicht nur für mich, auch für alle anderen. Ich hätte ihnen, Fremden, alles erzählen müssen, wieder und wieder, es über mich ergehen lassen, wenn meine Worte angezweifelt und ihrer Glaubhaftigkeit beraubt worden wären…und glaube mir, das wäre geschehen. Mein Onkel würde den besten Anwalt anheuern, denn es für Geld gibt und ich würde gnadenlos verlieren.“
Da war kein Pessimismus, kein Wehklagen in ihrer Stimme. Nur harte, gnadenlose Realität.
Juliet lächelte über James Worte, die sich wie eine wärmende Decke um ihr kaltes Herz legten.
„Danke“, sagte sie leise und erwiderte den Druck seiner Hand.
Doch als die Sprache auf ihren zweiten Freund kam, versteifte sie sich abrupt. Das war ein Thema, das sie genauso mied, wie das ihres Onkels. „Nein. Er…war nicht der Typ, dem man so etwas erzählte. Aber das war schon in Ordnung.“ Sie hoffte, damit wäre es getan, aber ihre Antwort kam zu schnell, zu mechanisch, selbst wenn sie das nicht bemerkte.
„Willst du mir nicht erzählen, wie dein Tag war, Liebling?“ Sie hielt an, den jungen Mann auf dem Sofa nervös anlächelnd. „Oh, weißt du…ich muss noch dringend lernen…also..“ Als sie sich umwandte und in Richtung ihres Zimmers ging, ertönte hinter ihr seine Stimme. Scharf und durchdringend.
„Juliet.“
Abrupt stoppte sie, mit einem falschen Lächeln drehte sie sich um. „Komm her“, befahl er ihr.
Wie ferngesteuert setzte sie sich in Bewegung. Ein Arm schlang sich um ihre Hüfte, zog sie auf seinen Schoß hinab. Heißer Atem streifte ihren Nacken…

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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo Apr 11, 2011 7:36 pm

James wollte auf keinen Fall Juliet mit den vielen Fragen, die aus ihm herausgeplatzt waren, überfordern, doch wie es schien nahm sie es hin, ohne ihn für sein Unverständnis zu verurteilen.
Ich verstehe ihre Bruderliebe und ich bewundere sie dafür, aber weder ihr Bruder noch ich würden wollen, dass sie so leidet....immerhin ist Juliet keine Märtyrerin!
"Ein Prozess wäre definitiv eine Tortur, aber dir würde geholfen werden und du würdest verstanden werden. Immerhin würde sich dann eine Psychologin mit dir beschäftigen, ein Arzt dich untersuchen und vor allem das hier", er deutete in den Schlafraum, wo er das Präservativ fallen gelassen hat, "ist Beweis genug. Man muss nur eine Probe von deinem Onkel nehmen und sie mit dieser hier vergleichen. Und ich kann bezeugen, dass ich nur eine Stunde hier war und unmöglich jemand anderer kommen konnte. Und ob man es glaubt oder nicht, die Wände hier sind mehr als dünn und neben mir bzw. uns lebt eine alte Frau, die überdurchschnittlich neugierig ist. Wie ich sie kenne, wird sie etwas gehört haben, das bedeutet, dass dein Onkel den besten Anwalt der Welt nehmen könnte, die Beweislage ist erdrückend."
Umso mehr Beweise und Argumente er fand, umso überzeugender und entschlossener wurde er.
Was ihm überhaupt nicht gefiel, war, als sich Juliet wieder versteifte und auch die Antwort war ihm viel zu abgehackt. Auch hier war irgendetwas faul, nur wusste er nicht was es sein konnte. Wie viel konnte ein junges Mädchen wohl ertragen oder besser gesagt wie kaputt war Juliet wohl wirklich und wie oft holte sie die Schauspielerin aus sich?
Kenne ich Juliet oder nur ihre Fassade?, fragte er sich leise, während er weiter über die Frage nachdachte.
Ein Blick auf die Uhr raubte ihm den Atem. Verdammt, sie mussten sich soetwas von beeilen, wenn sie rechtzeitig zum Schauspielunterricht kommen wollten.
"Okay, Juliet, glaubst du schaffst du das...ich mein jetzt zu schauspielern? Immerhin kann man sich da in andere Rollen versetzen, sich ablenken und jemand anders sein..." Er lächelte schwach. Es war vermutlich eher so, dass sie es schaffen würde, weil sie es schon jahrelang einfach überspielt hatte, nur was würde er mit dieser neuen Wahrheit anfangen?
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BeitragThema: Re: James Appartment   Di Apr 12, 2011 10:13 am

James schien entschlossen zu sein diese Sache vor Gericht zu bringen. Er zählte Beweise und Möglichkeiten auf, mit jedem Wort sicherer in seiner Überzeugung. Juliet lächelte schwach, hin- und hergerissen zwischen ihrem eigenen Bedürfnis die ganze Sache endlich zu beenden und dem kleinen verängstigten Mädchen in ihr, dass sich vor dem fürchtete, was geschehen würde. Als er die Psychiaterin und den Arzt erwähnte, wurde ihr Lächeln gequält. "Was ist, wenn ich deren Mitleid nicht will? Was, wenn ich nicht mit jemandem darüber reden will, der versucht mich zu 'heilen'? So gut wie sie es meinen...ich würde es hassen."´
James blickte auf die Uhr und sog scharf den Atem ein. Sie sah ebenfalls auf das Ziffernblatt und erschrak. Es war Zeit für den Schauspielunterricht, sie würden es gerade so rechtzeitig schaffen. Sie sprang auf, plötzlich geschäftig. James Frage ließ sie innehalten, die junge Frau wandte sich zu ihm um und lächelte ihn beinahe zärtlich an. "Ich schauspielere schon mein ganzes Leben lang, James. Ohne die Möglichkeit mir vorzumachen, dass ich ein andere Mensch wäre, hätte mich all das schon lange durchdrehen lassen." Der harte Ausdruck in ihren Augen wurde weich, als sie sich zu ihm hinunter beugte. "Aber ich danke dir. Für alles. Das...hat gut getan." Sie zögerte kurz, bevor sie ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange gab und dann erst im Schlafzimmer und dann im Bad verschwand, bevor er reagieren konnte.
Im Rekordtempo sprang sie unter die Dusche, mehr ein kurzes Abduschen als tatsächliches Waschen, trocknete sich ab und schlüpfte in ihre Kleider. Eine Dreivierteljeans in hellem Blau, kombiniert mit einem blauen Top und darüber eine durchsichtige weiße Bluse mit halblangen Ärmeln. Sie sah in den Spiegel und machte sich daran die Spuren ihrer Tränen verschwinden zu lassen. Als sie fertig war, überprüfte sie ihr Spiegelbild, zufrieden mit ihrer Leistung. Man bekam Übung darin...
Aus dem Bad hinaustretend griff sie sich ihre Tasche, alles Notwendige hineinwerfend. Außer Atem hielt sie inne und brachte ein "Fertig" raus.
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BeitragThema: Re: James Appartment   Di Apr 12, 2011 9:10 pm

James erwiderte sanftmütig:" Ich glaube nicht, dass ein Psychiater dich bemitleiden würde. Sie sind ausgebildet und agieren mehr wie ein reflektierender Spiegel. Die Seele zu heilen ist nicht immer ihre Absicht, sie wollen dir eher zeigen wie du dich selbst heilen kannst."
Er dachte kurz nach, bevor er fort fuhr:" Natürlich, wenn du das nicht willst, dann nicht, aber wenn wir den Prozess durchziehen wollen, dann wirst du um den Arzt und den Psychologen nicht umhin kommen."
Er ließ das Thema, da ihr gequälter Ausdruck mehr als tausend Worte sprach. Es war schon bewundernswert, dass sie endlich einmal darüber gesprochen hatte.
Das zärtliche Lächeln ließ ihn ebenfalls lächeln, auch wenn sich seine Gedanken andauernd im Kreis drehten und er kaum dagegen etwas unternehmen konnte.
"Tja, und dann soll noch einer sagen, Schauspielerei hat keinen psychologischen Nutzen!"
Ihr flüchtiger Kuss auf seine Wange verwunderte ihn, doch ohne, dass sie ihm die Möglichkeit gab, etwas zu sagen, verschwand sie im Badezimmer. Verdutzt sah er ihr nach und schüttelte leicht den Kopf.
"Ach, Juliet...könnte ich dir doch nur einen Teil der Lasten, die schon so lange mit dir herumträgst, abnehmen...."
James stand auf und machte sich selbst fertig, zog sich eine Jeanshose mit einem hellgrauen, eleganten Pullover an und packte ein paar Dinge in seine Umhängetasche. Er setzte sich wieder und wartete, doch nicht lange, da Juliet recht schnell fertig war.
Wie er schon oft festgestellt hatte sah sie umwerfend aus und er fragte sich wie sie es hinbekam, sich so natürlich zu schminken, aber alle Tränenspuren verschwinden zu lassen, als hätte es sie nicht gegeben.
Mit einem bemüht sonnigen Lächeln sah er sie an, nahm ihre Hand und sagte:" Auf los, geht's los" und ging mit ihr in Richtung Universitätsgebäude, nachdem er die Tür hinter sich verschlossen hatte. Er hielt ihre Hand die ganze Zeit über und wusste selbst nicht, warum er es nicht schaffte, sie loszulassen. James vermutete, dass er Angst um sie hatte, auch wenn ihm spätestens jetzt klar war, dass sie eine durchaus starke Persönlichkeit darstellte, selbst wenn sie ihm das nicht so ganz glauben würde. Trotzdem hielt er zärtlich ihre Hand wie es ein Paar tun würde und doch tat er es in rein freundschaftlichen Absichten...oder?
Was empfinde ich eigentlich für Juliet? Könnte sie zu meiner besten Freundin werden, habe ich einfach Mitleid mit ihr oder war sie mir von Anfang an unglaublich sympathisch? Wie hat diese Wahrheit uns und unsere Gefühle zueinander verändert? Ich weiß es nicht....ich weiß es einfach nicht. Ich sollte mich wohl eher auf den Unterricht kümmern und später darüber nachdenken...

-> Das Theater
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