University of Arts

Die University of Arts ist ein Ausbildungsplatz für alle jungen Menschen, die die Liebe zur Kunst entdeckt haben und ihre Talente in Schauspiel- oder Schreibkunst, Poesie, Tanz, Gesang, Komposition und/oder der Malerei ausbauen möchten.
 
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 James Appartment

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James

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BeitragThema: James Appartment   So Dez 19, 2010 6:00 pm

James betrat sein sehr kleines Appartment, das durchaus äußerst elegant eingerichtet war.
Im Vorzimmer zog er seine Schuhe aus und hängte seine Jacke mit dem Schal auf den Ständer, der dort stand. Das ganze Vorzimmer war in Brauntönen gehalten, mit kleinen passenden Wanddekorationen und einem Teppich am Boden. Gleich weiter ging es in den Wohnraum, der nicht sehr groß, aber dafür sehr gemütlich wirkte. Die Küche nahm eine kleine Ecke ein, gleich davor stand der kleine Esstisch. Auf der anderen Seite des Raumes war die Coach mit einem kleinen Fernseher, einem CD-Player und daneben überquillenden Bücherregalen. Sogar einen kleineren Kamin mit einem Kuschelplatz davor gab es. Das war auch James Lieblingsplatz im Winter. Einen Schreibtisch fand man neben den Bücherregalen. Das Wohnzimmer, wie auch die Küche waren ebenfalls in sanften Brauntönen gehalten. Wenn man den Raum durchquerte, kam man zur Terrassentür, die im Moment geschlossen war. Draußen durch die bräunlichen Vorhänge erhaschte man einen Blick auf ein paar Gartenmöbel, die im Moment aber zusammengeklappt auf der Seite standen.
Neben der Küche und dem Esstisch ging eine Tür nach rechts. Dahinter verbarg sich das Badezimmer, das klein, aber dafür fein war. Dusche und Badewanne gab es, genauso wie einen relativ großen Spiegel mit einem Waschbecken davor. Farblich unterschied es sich vom Wohnbereich, da es schwarz-weiß angehaucht war. Wenn man im größer angelegten Wohnraum die linke Tür hinter der Coach abbog, kam man ins Schlafzimmer, das nicht allzu groß, aber auch gemütlich war. Ein Doppelbett mit einigen Kissen stand in der Mitte des Raumes, daneben zwei Nachtkästchen. Sanfte Orange-, Rottöne unterstrichen die kuschelige Atmosphäre, die der Raum vermittelte.
James lächelte und sah Juliet an. Würde es ihr wohl hier gefallen oder eher nicht so? Es war nicht sehr groß, aber wirklich toll eingerichtet, fand er.
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Juliet Johnson

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BeitragThema: Re: James Appartment   So Dez 19, 2010 7:53 pm

Juliet beobachtete sein Verhalten, das stetige Lächeln auf ihren Zügen verbreiterte sich ein wenig. Doch dahinter stand auch eine gewisse Traurigkeit. Wenn ich mich doch nur darum sorgen würde, die Decke weggezogen zu bekommen..., dachte sie wehmütig, hatte sich aber sofort wieder im Griff. Sie durfte sich nichts anmerken lassen...
Die junge Frau betrachtete noch einmal das Bett und fasste den Entschluss, es wenigstens einmal zu versuchen.
Im Zweifelsfall würde sie eben auf die Couch übersiedeln- garantiert nicht James. Sie würde ihn doch nicht in seiner eigenen Wohnung aus dem Bett vertreiben!
"Ich werde es schon irgendwie überleben", kamen die Worte aus ihrem Mund, bevor sie noch einmal darüber nachdenken konnte. "Und deine Wohnung ist sehr schön, sie gefällt mir", lächelte sie ihn warm an, während sie sich noch einmal umsah. Ja, hier gefiel es ihr in der Tat sehr gut.
Langsam drehte sie sich wieder zu James zurück, nachdem ihr Blick eine Weile auf dem Kamin geruht hatte.
"Tja. Hilfst du mir beim Kisten tragen?", schmunzelte sie und drückte damit und mit ihrem Blick aus, dass James nun wohl eine Mitbewohnerin hatte.

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Juliet Johnson

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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo Dez 20, 2010 10:14 pm

Verwundert sah Juliet James zu, wie er aus der Wohnung verschwand und mit Kisten auf dem Arm wieder kam. Sichtlich außer Atem stellte er ihre Sachen ab und verschwand sofort wieder um die nächsten Kisten zu holen. Sie kam gar nicht dazu ihm zu helfen, perplex beobachtete sie einfach, wie er alles in die Wohnung trug.
Als er die letzte Kiste abgestellt hatte, schüttelte sie amüsiert den Kopf und meinte: "Eigentlich solltest du mir nur helfen und sie nicht alle alleine tragen. Aber danke trotzdem." Sie lachte ihn an und hörte dann seinen Ausführungen zum Thema Ausbreiten zu. Sie nickte und sah auf ihre Kisten hinab. Wollte sie das er ihr half?
Bei einigen Kisten war es ihr egal, aber bei anderen widerrum, widerstrebte ihr das zutiefst.
Nachdenklich starrte sie die Beschriftung der Kisten an- das war eine gute Idee gewesen- und entschied dann, dass er ihre Bücher auspacken könnte. Sie wusste, er würde sorgsam damit umgehen.
"Wenn du noch irgendwo Platz im Regal findest, könntest du mir helfen, meine Bücher einzuräumen", lächelte sie ihn an und wies auf einen Karton. Sie selbst schnappte sich einen anderen Karton, den mit ihren Kleidern und verschwand im Schlafzimmer. Während sie Kleidungsstück um Kleidungssück einsortierte, rief sie "Ach und James? Danke." Tiefe Ehrlichkeit schwang in ihrer Stimme mit, bevor sie sich wieder auf das Kleid konzentrierte, das ihr in die Hände gefallen war. Sie strich über den Stoff und legte es beisete. Um dieses besondere Stück würde sie sich später kümmern.
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James

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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo Dez 20, 2010 10:34 pm

James antwortete gelassen:" Ich hätte dir nur helfen können, aber was für ein Mann wäre ich, wenn ich eine Frau einfach so schwere Kisten tragen lassen würde?"
Er grinste und machte sich dann an die ihm zugewiesene Kiste zuschaffen. Juliet hatte auf jeden Fall gut gewählt ihn die Bücher einräumen zu lassen. Behutsam stellte er die schwere Kiste auf den Tisch und fing an die darin befindlichen Bücher auszuräumen. Die vielen vollgestopften Bücherregale sahen zwar recht überfüllt und chaotisch aus, aber James hatte ein strenges System, nachdem all die Bücher sortiert waren. Er mochte es nicht wirklich, zumindest Bücher betreffend, wenn irgendetwas nicht am vorhergesehenen Platz stand. Sein Sortiersystem war recht einfach, es ging nach dem Alphabet und zwar nach den Nachnamen der Autoren angefangen bei A. Er sortierte also Juliets Bücher in sein System hinein, weil er davon überzeugt war, dass sie sich sowieso all die Bücher teilen würden.
Nachdem er fertig war, räumte er den Karton weg und betrachtete zufrieden seine und natürlich jetzt auch Juliets Regale, die einen gehörigen Zuwachs an Büchern bekommen hatten. Er verschwand hinter dem Tresen in der Küche und warf die Kaffeemaschine an.
James rief Juliet zu:" Magst du auch einen Kaffee?" Er selbst machte sich einen Espresso.
Er überlegte kurz über die ehrlichen Worte, die Juliet vorher an ihn gerichtet hatte.
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BeitragThema: Re: James Appartment   Di Dez 21, 2010 9:00 pm

"Nein, danke", rief Juliet zurück, als die Frage nach Kaffee aus der Küche erschallte. Sie räumte rasch ihre Dessous weg und dachte bei sich, vor sich hinschmunzelnd, dass das ein guter Grund war, keinen Jungen die Kleider einzusortieren lassen. Ihr war fast nichts peinlich in dieser Hinsicht, aber das dann doch.
Seine Kommentar zum Kistentragen ließ sie kurz stutzen, bevor sie leise lachte und eine Antwort auf seine rhetorische Frage gab:
"Ein durschnittlicher, der glaubt, Emanzipation, bestände eben darin, Frauen Kisten tragen zu lassen."
Sie faltete die nun leere Kiste zusammen und griff nach dem nächsten Karton. Juliet öffnete ihn und hielt inne, sie betrachtete das Foto, das obenauf lag. Ein blonder Junge, dessen Augen in dem seltsamen Mix aus Grün und Blau erstrahlten, der auch ihre Augen beherrschte. Der Junge lächelte verschmitzt, zeigte dem Betrachter das 'Peace'-Zeichen. Beinahe wehmütig strich Juliet über den Rahmen des Fotos.
Sammy...wie es ihrem kleinen Bruder wohl ging?
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mi Dez 22, 2010 10:40 pm

Während Juliet die nächste Kiste zu öffnen schien, wanderte James mit seinem Häferl durch den Raum, nahm ab und zu einen kleinen Schluck und ging dann schließlich in das Schlafzimmer, wo Juliet gerade etwas aus einem Karton herausnahm. Er stellte sich hinter sie und da er doch größer war, konnte er recht gut über ihre Schulter hinweg sehen. Er bemerkte, wie langsam Juliets Finger über den in die Kamera fröhlich lächelnden Jungen strichen und vermutete, dass das jemand sein musste, der ihr wichtig war.
Er hoffte, er würde sie nicht erschrecken, da er wirklich äußerst leise an sie herangetreten war, fragte aber trotzdem neugierig aus dem Nichts heraus, wobei seine Stimme äußerst sanft und behutsam blieb:" Wenn ich fragen darf, wer ist das auf dem Bild?"
Er sah erneut den Jungen an, dessen Augen er irgendwie interessant fand.
Rein von der Mimik, die er von Juliets Gesicht leider nur von der Seite ablesen konnte, bedeutete ihr dieser Jemand etwas, jedoch war er sich nicht so sicher. James fand nicht, dass er der Beste im Erkennen von Mimiken und Deuten davon war. Er war manchmal gut, aber manchmal lag er auch total daneben. Wieder machte er einen kleinen Schluck von seinem Kaffee, während er Juliet ansah und irgendwo still über ihr vorheriges Kommentar betreffend Emanzipation lächelte, doch das geschah weiter hinten in seinen Gedanken. Nun konzentrierte er sich mehr auf das Foto.
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BeitragThema: Re: James Appartment   Di Feb 01, 2011 8:33 pm

Juliet verbarg ihr Zusammenzucken gekonnt, als James plötzlich hinter ihr stand und sie ansprach, unbewusst spannte sie jedoch ihren Körper an, eine Abwehrreaktion, die sich im Laufe der Jahre bei ihr eingeschlichen hatte. Der sanfte Unterton in James Stimme beruhigte sie ein wenig und so drehte sie sich samt dem Bild in ihren Händen zu ihm um. "Das ist mein kleiner Bruder, Sammy. Wahrscheinlich der Einzige, der mich vermissen wird." Kurz klang so etwas wie Verbitterung in ihrer Stimme durch, doch sie hatte sich rasch wieder unter Kontrolle gebracht und zeigte ihre übliche, optimistche Seite. "Er ist seltsam für sein Alter. Mag seine große Schwester, findet mich nicht peinlich..." Sie lachte leise. Anders als die meistenJungen in seinem Alter, war Sammy einfach nicht davon abzubringen, Zeit mit seiner Schwester zu verbringen. Die beiden verband ein sehr enges Band der Geschwisterliebe, auch wenn Juliet Sammy nicht all ihre Geheimnisse erzählte. Sie wünschte, sie könnte es, aber das wollte sie dem unbeschwerten Jungen nicht aufhalsen.
"Jeden Morgen hat er Weckdienst bei mir", erzählte sie James, ein warmes Funkeln in den Augen. "Er schickt mir ein lustiges Video auf mein Handy, damit ich schon am Morgen gute Laune habe." Liebevoll lächelte sie.
"Er ist ein süßer kleiner Bruder."
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BeitragThema: Re: James Appartment   So Feb 20, 2011 9:36 pm

James betrachtete noch einige Sekunden das Bild, während seine Gedanken abschweiften. Dann jedoch besann er sich und schon hatte sich Juliet auch umgedreht. James hatte weder bemerkt, dass sie sich erschreckt hatte noch, dass sie ihren Körper angespannt hatte, nachdem er hinter sie getreten war.
Der Einzige, der sie vermissen wird? Was ist mit ihren Eltern, ihrer ganzen Familie, ihren Freunden? Warum höre ich da soetwas wie Verbitterung und warum werde ich das Gefühl nicht los, dass da irgendetwas nicht so ganz stimmt?
James jedoch legte seine Zweifel beiseite. Er würde sie sicherlich nicht ausfragen. Das war nicht seine Art. Wenn sie ihm etwas erzählen wollte, dann würde er ihr zuhören und sich bemühen für sie da zu sein. Vielleicht interpretierte er da auch wieder zu viel hinein. Das passierte ihm öfter.
"Tatsächlich, er ist seltsam, wie kann man mit dem Alter seine Schwester mögen und es noch dazu nicht peinlich finden mit ihr zusammen zu sein?" scherzte James mit einem Lächeln auf den Lippen.
Das warme Funklen in ihren Augen gefiel ihm außerordentlich gut und auch so sah sie einfach nur umwerfend aus. "Das ist wirklich beachtlich beziehungweise eigentlich wirklich freundlich von ihm. Nicht jeder weckt die große Schwester, wenn sie an die Uni geht."
Er sah ihr lächelnd in die Augen, etwas zu lange, als es nötig gewesen wäre und das Lächeln auf seinen Lippen verschwand. Der Blick wurde tiefer, solange bis er sich umwandte und sich umsah.
"Sieht so aus, als wäre alles ausgepackt..." stellte er fest, während er nervös mit dem Henkel seiner Tasse, die er in der Hand hielt, spielte.
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BeitragThema: Re: James Appartment   So Feb 20, 2011 9:49 pm

Juliet erwiderte das Lächeln und den Blickkontakt, doch je länger er andauerte, desto unruhiger wurde sie. Nur jahrelangesTraining hielt sie davon ab sich unter dem Blick zu winden. Sie mochte es nicht, wenn man ihr zu lange in die Augen sah, sie hatte immer Angst, jemand könnte die Wahrheit darin lesen. Und das wollte sie nicht. Noch nicht. Sie war einfach nicht dazu bereit und sie wusste auch nicht, ob sie es je sein würde.
Ganz tief in ihrem Inneren schalt sie eine Stimme feige und verlogen, doch sie ignorierte diese Stimme schon lange. Ihr innerer Konflikt lenkte sie ab und so bemerkte sie erst, dass James sich umgedreht hatte, als sie seine Stimme hörte "...als, wäre alles ausgepackt." Sie blinzelte, riss sich dann zusammen. "Ja, sieht so aus", sagte sie langsam, erhob sich unterdessen. Juliet registrierte, dass James mit dem Henkel seiner Tasse spielte, was sie unerwartet süß fand. War er etwa nervös?
Sie stellte das Bild von ihrem Bruder auf den Nachttisch und wandte sich an ihren zukünftigen Mitbewohner.
"Und nun, Mylord?", fiel sie zurück in das Spiel, dass sie im Buchladen begonnen hatten. "Was gedenkt Ihr nun zu tun, um mich zu erheitern?" Möglichst hoheitsvoll blickte sie ihn an, ihre ganze Haltung die einer Dame von Adel.
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BeitragThema: Re: James Appartment   So Feb 20, 2011 10:22 pm

Einige Momente war es ruhig und James hörte nur die paar Schritte, die Juliet machte.
Dann plötzlich erfüllte ihre angenehme Stimme wieder den Raum. Er hörte ihr zu und sofort bildete sich wieder ein Lächeln auf seinen Lippen. Die unangenehme Situation nahm zum Glück ein Ende. Er wunderte sich ein wenig über sich selbst. Normalerweise war er nie nervös, aber dieser Blickkontakt, er war so anders gewesen. James hatte gerade nicht die Nerven sich mit diesem Moment auseinanderzusetzen und er wollte es einfach nur vergessen. Juliet war seine neue Mitbewohnerin und Ende. Sie würden sicherlich gute Freunde werden, zumindest hoffte er das, aber da er durch und durch Optimist war, sah er im gute Freunde werden kein Problem.
Ihr hoheitsvoller Blick und ihre Haltung nahm die einer Adeligen an und er lächelte, bevor er selbst in eine Rolle schlüpfte. Sie war wirklich eine hervorragende Schauspielerin, ohne Zweifel.
Auch seine Haltung wurde straffer, strenger und anmutiger. Sein Gesichtszug nahm eine eher herrschende Maske an und eine gewisse Unterkühltheit:"Mylady, zu gerne würde ich Sie erheitern, aber war das nicht schon immer die Aufgabe des Weibes, den Grafen mit Spiel und Gesang zu befriedigen und ihm so ein Lachen zu entlocken?" Er lächelte erheitert und triumphierend.
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BeitragThema: Re: James Appartment   So Feb 20, 2011 10:43 pm

Kurz huschte etwas Dunkles über Juliets Gesicht, als sie das Wort 'befriedigen' vernahm, doch der Moment war zu schnell wieder vorbei, um wirklich bemerkt zu werden oder gar als relevant gewertet zu werden. Sie machte einn eleganten Knicks, den Kopf demütig gesenkt, jedoch war ihre Stimme im Kontrast beinahe spöttisch.
"Verzeiht, Mylord. Ich bitte untertänigst, meine unangemessene Frage zu verzeihen. Gewiss, ist es die Aufgabe des Weibes, den Grafen zu erheitern. Nur sagt mir eines, wie kann ich-" Bevor sie zu Ende sprechen konnte, klingelte plötzlich ihr Handy. Sie warf James einen entschuldigenden Blick zu und tippte rasch auf dem Display etwas ein. Einen Moment lang starrte sie auf den Bildschirm. Ihr Gesicht wurde weiß.
Der Moment dehnte sich aus, während sie immer wieder die Zeilen las. Sie wollte es nicht glauben, wünschte sich, dass die Buchstaben sich verändern würden. Doch nichts dergleichen geschah.
"Liebe Juliet,
Herzlichen Glückwunsch zu deiner Aufnahme an der University of Arts. Ich habe es gerade von deinem Bruder erfahren und wollte dir gerne persönlich gratulieren. Was hältst du davon, wenn ich dich anlässlich dessen besuchen komme? Nein, keine Widerrede, ich freue mich doch schon so darauf, dich wiederzusehen.
Ich nehme an, du wohnst auf dem Campus? Es wäre sehr nett von dir, wenn du mir deine Adresse schicken könntest. Zufällig bin ich gerade in der Stadt und hätte Zeit für einen Besuch.
Herzliche Grüße,
dein Onkel"
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BeitragThema: Re: James Appartment   So Feb 20, 2011 10:49 pm

James lächelte und sah zu, wie sie höflich knickste, was sie ganz nebenbei wirklich großartig mimte. Auch, dass was sie sagte, hatte Hand und Fuß und klang in seinen Ohren einfach gut, doch plötzlich, als er schon vertieft in den mittelalterlichen Gepflogenheiten war, klingelte ein Handy, ein Geräusch, dass definitiv nicht ins Mittelalter passte und gehörte. Plötzlich nahm seine Haltung wieder die typische James Haltung ein und er sah Juliet zu wie sie sich entschuldigte und das Sms las. Er steckte die Hände in die Jeanstaschen und sah auf den Boden, während er wartete.
Dann sah er kurz auf und konnte nicht ganz begreifen, was mit Juliets Gesicht passiert war. Sofort bildeten sich Sorgenfalten auf seinem Gesicht und er verstand nicht genau, was sich in den wenigen Sekunden geänder hatte. War es wegen der Sms, war jemand krank geworden, gestorben, verunglückt? Man musste immer mit Schicksalsschlägen rechnen. Ihr Gesicht war leichenblass und rasch fragte er besorgt:" Alles in Ordnung? Ist etwas passiert?" Seine Stimme überschlug sich und er sah sie die ganze Zeit über sorgenvoll an.
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo Feb 21, 2011 6:10 pm

„Onkel Terence besucht uns am Sonntag, ist das nicht schön? Er kommt extra zu deiner Einschulung her“, erzählte ihre Mutter dem kleinen Mädchen, während sie gemeinsam deren Schultüte bastelten.
Das Kind sah sie mit großen blauen Augen an und nickte. „Ja, Mama. Das ist schön.“ Zufrieden mit dieser Antwort drehte sich ihre Mutter weg, um nach dem Kleber zu greifen. So sah sie nicht das Zittern der kleinen Hand, die einen glitzernden Papierstern fest umklammert hielt.

James sich überschlagende Stimme holte Juliet wieder zurück ins Hier und Jetzt, sie blinzelte und sah auf, direkt in das von Sorgenfalten gezeichnete Gesicht James. Ein Lächeln, das ein klein wenig verunglückt wirkte, erschien auf ihren Zügen. "Nein, ich meine, nichts schlimmes. Ich bin nur sehr...überrascht", schloss sie und hielt ihm das Handy hin, damit er die Sms sehen konnte.
"Mein Onkel will mich heute besuchen kommen, um mir zu gratulieren. Wäre das in Ordnung für dich? Ich kann ihm auch einfach sagen, dass es nicht passt, oder ich gehe mit ihm woanders hin." Sag nein, oh bitte sag nein, schrie die Stimme panisch in ihrem Kopf, aber nichts davon drang nach außen.
Wie immer lächelte sie. Wie immer schwieg sie. Wie immer war sie zu feige.
Viel zu schwach, um das hier zu verhindern. Warum schrieb sie ihrem Onkel nicht einfach, er solle seine Gratulationen und den Besuch nehmen und sich zur Hölle scheren?
Weil sie es nicht konnte. Sie hatte es noch nie gekonnt, hatte nie gelernt ‚Nein‘ zu sagen.
Nun bekam sie die Quittung dafür, denn die Vergangenheit holte sie ein. Und sie war verdammt real.

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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo Feb 21, 2011 6:29 pm

James sah sie noch immer ein wenig besorgt an, aber das zuerst wenig überzeugende Lächeln gewann an Intensität und an Überzeugungskraft, dass er es abkaufte und sich wieder beruhigte. Es schien alles in Ordnung zu sein. Lächelnd las er die Sms und antwortete dann vergnügt:" Dein Onkel scheint ein echt netter Kerl zu sein und es ist auf keinen Fall ein Problem, dass er herkommt. Ich bin mir sicher, er möchte sehen wo seine Nichte jetzt lebt, wenn er sich schon so um dich sorgt und extra zum Gratulieren kommt. Außerdem kann er sich gleich dabei überzeugen, dass ich ein normaler junger Mann bin und nicht abgedreht oder sonst was. Nicht, dass deine Familie denkt du wärst zu einem Irren gezogen!"
Er lächelte bübisch:" Obwohl wer weiß..." James ahnte natürlich nichts von der brenzligen Situation und er konnte auch beim besten Willen nicht ahnen, was wirklich los war. Er überlegte und dachte darüber nach, dass wenn der Onkel schon einmal hier war, er vermutlich sich kurz mit ihnen unterhalten würde und dann eine kleine Runde drehen würde, um die beiden unter vier Augen einmal reden zu lassen. Vielleicht wollte ihr Onkel ihr etwas erzählen, oder etwas familiäres, privates besprechen. Da wollte er auf keinen Fall stören. Irgendwie freute er sich schon ein wenig Juliets Onkel kennenzulernen.
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo Feb 21, 2011 8:14 pm

Juliet erwiderte das schelmische Lächeln, doch es kostete sie diesmal alle Mühe. Einzig und allein ihr schauspielerisches Talent machte es möglich, weiter fröhlich zu tun. 'Dein Onkel scheint ein echt netter Kerl zu sein....' Oh ja, und was für einer, dachte sie höhnisch. '...wenn er sich schon so um dich sorgt und extra zum Gratulieren kommt.' Sorge? Wohl eher Kontrolle. Und ich bezweifle, dass er zum Gratulieren kommt, das wäre mir neu. Ihre Gesichtszüge wären beinahe entgleist bei James Worten, aber sie riss sich zusammen, da er ja nicht wissen konnte, wie falsch er lag.
Sie bemerkte, dass sie wieder abschweifte und ging hastig auf James Scherz ein. "Nicht abgedreht? Sagt der Junge, der mich gerade noch als altertümlicher Graf dazu bewegen wollte, ihn zu erheitern", neckte sie ihn, lachte dann leise.
Ihr Handy wieder zur Hand nehmend, tippte sie ihre neue Adresse ein. Mehr nicht, da könnte ihr Onkel lange warten. Wenn man genau hinsah, konnte man sehen, wie ihr Daumen über der Mitteltaste zitterte, bevor sie die Taste betätigte und die Sms losschickte. Die Antwort kam prompt: Bin in einer Viertelstunde da.
Juliet teilte das rasch James mit, sie atmete tief durch. Nun gab es kein Zurück mehr...
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mi Feb 23, 2011 5:51 pm

James sah sie genau an, doch in ihrem Gesicht lag einfach dieselbe Freude und dasselbe Grinsen, dass er dort gesehen hatte, seit er sie kennengelernt hatte. Das war zwar noch nicht lange her, aber es hatte ihm von Anfang an gut gefallen, wenn nicht sogar sehr gut. Mittlerweile war er sich sicher, dass Juliet einfach wirklich sehr überrascht vorhin gewesen war, obwohl die Blässe schon für einige Momente ihn wirklich erschreckt hatte. Aber es schien wirklich nur eine große Überraschung gewesen zu sein.
Er lächelte:" Naja als Graf habe ich ja wohl das Recht dazu oder etwa nicht?"
Er sah ihr ruhig dabei zu, wie sie die Sms eintippte und bildete sich ein kurzes Zögern beim Abdrücken ab, doch seine Einbildung spielte ihm so oft Streiche, da wusste er, dass es diesmal nicht anders war. Er vergaß diese Begebenheit sofort wieder und lachte dann fröhlich, während er seine Kaffeetasse in den Geschirrspüler räumte und sich auf die Coach setzte.
"Na dann werden wir wohl auf deinen Onkel warten..." sagte er fröhlich vor sich hin, während er aus dem Fenster sah und bunte Blätter von den Bäumen fielen.
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mi Feb 23, 2011 9:18 pm

„Ja, dieses Recht habt Ihr, als Graf“, sagte Juliet leise, sie folgte James und setzte sich neben ihm auf das Sofa, ihre Beine schlug sie elegant übereinander. Ihre Arme, die sie am liebsten um sich geschlungen hätte, lagen locker auf ihren Knien. Sie sah ebenfalls aus dem Fenster und beobachtete den wirbelnden Tanz der bunten Blätter.
Frei, dachte sie wehmütig. Frei tanzen sie im Wind.
Sie spürte die Wärme, die James Körper ausstrahlte, und unterdrückte den Impuls, sich an ihn zu kuscheln. Das hätte ihn sicherlich irritiert und es war wohl kaum angebracht, da sie sich erst so kurz kannten.
Wenn sie so darüber nachdachte, war sie erneut überrascht darüber, dass James sie eingeladen hatte zu ihm zu ziehen. Er hätte ja auch total danebenliegen können mit seiner Einschätzung ihrer Person…
Eine Weile saßen sie einfach nur da, still schweigend. Als die Türklingel die Stille durchbrach und Juliet aufschreckte, war sie sich sicher, dass erst wenige Minuten verstrichen waren. Doch ein Blick auf die Uhr zeigte ihr, wie falsch sie damit lag.
Langsam erhob sie sich und ging in Richtung Türe. Der Flur schien sich plötzlich zu strecken, war endlos lang und jeder weitere Schritt kam ihr vor, wie der Gang zum Schafott.
Juliet streckte die Hand nach der Türklinke aus, atmete tief durch und öffnete die Türe. Da stand er. Ihr Onkel.
Mit einem herzlichen Lächeln breitete er die Arme aus, widerstrebend ließ sie sich von ihm umarmen, dachte daran, dass James da war, der Schein gewahrt werden musste.
„Juliet, meine Prinzessin.“ Sie hatte es schon immer gehasst, wenn er sie so nannte. Prinzessin. Sollten Prinzessinnen nicht ein sorgloses Leben führen? Andererseits, sie lebten genauso in einem Käfig wie sie es tat. Der eine aus Gold, der ihre aus Angst erbaut. „Lass dich ansehen“, hielt er sie ein wenig von sich weg, seine Hände auf ihren Wangen. „Gut siehst du aus, bist ja richtig groß geworden.“ Sein Blick ruhte auf ihr und plötzlich fühlte sie sich, trotz seiner Worte, wieder ganz klein.
Er bemerkte James, der sich inzwischen von der Couch erhoben hatte und ließ sie los.
„Das ist also dein Mitbewohner?“, fragte er, seine Stimme klang freundlich, doch Juliet kannte ihn gut genug, um den Argwohn darin herauszulesen.
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BeitragThema: Re: James Appartment   Do Feb 24, 2011 11:16 pm

Der Moment mit Juliet hatte etwas privates, persönliches, obwohl sie nur schweigend nebeneinander saßen. James wusste nicht, warum er es so empfunden hatte, aber während sie beide aus dem Fenster gestarrt hatten und sich ihre Arme fast berührt hätten aufgrund der kleinen Coach, fühlte er soetwas wie Verbundenheit mit Juliet. Schnell verwarf er diesen Gedanken wieder, immerhin kannte er sie doch noch nicht einmal richtig. Das plötzliche Klingeln kam ihm fast zu schnell und es war so störend, denn er wäre gerne noch eine Ewigkeit so mit ihr dagesessen, doch jetzt kam es dazu, dass er ihren Onkel kennenlernen. Das war auch nicht schlecht.
Der Onkel kam herein und James betrachtete ihn genauer, während er Juliet umarmte und sie "meine Prinzessin" nannte. Wie herzlich diese Begrüßung doch war. Es kam ihm so vor, als hätten die beiden ein vertrautes und gutes Verhältnis miteinander. Vielleicht hatte Juliet ja Probleme mit ihren Eltern und ihre Ansprechperson war immer ihr Onkel gewesen. Das konnte sich James gut vorstellen, auch wegen dem vorherigen Kommentar, dass sie niemand außer ihr Bruder sie vermissen würde. Dabei hatte sie anscheinend ihren Onkel vergessen.
James stand auf und kam nun auf die beiden zugeschlendert. Er lächelte höflich und sehr freundlich.
"Hi! Freut mich Sie kennenzulernen. Sie haben richtig geraten, ich bin der Mitbewohner auch besser bekannt unter James." Sein Lächeln wurde größer und er sah von dem Onkel zu Juliet und wieder zurück.
"Aber es freut mich wirklich, dass sie uns oder besser gesagt Juliet hier besuchen. Ich hoffe es gefällt ihnen hier, sie können es sich ruhig gemütlich machen. Kann ich Ihnen irgendetwas anbieten?" fragte er höflich und zeigte auf seine saubere, gut eingerichtete Küche, wo eine Kaffeemaschine stand.
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo Feb 28, 2011 3:31 pm

James kam zu ihnen und stellte sich vor, höflich und eloquent wie eh und je. Juliet ertappte sich dabei, wie sich ein winziges Lächeln auf ihre Züge schlich, das jedoch gleich wieder verflog. So gerne sie ihren Mitbewohner hatte, er wusste einfach nicht wovon er sprach. Grund zur Freude war dieser Besuch garantiert nicht. Aber woher sollte er das auch wissen, wisperte eine Stimme in ihrem Kopf. Du sprichst ja nie darüber. Resolut schob sie diese inneren Einwände beiseite.
James sah von ihrem Onkel zu ihr und einen Moment lang genoss Juliet den Blickkontakt. Er gab ihr Zuversicht, auch wenn sie wusste, dass das lächerlich war. Aber vielleicht, solange James da war-
Ihre Gedankengänge wurden abrupt unterbrochen, als sich der Arm ihres Onkels fest um ihre Schultern legte. Automatisch versteifte sie sich.
Ein Arm, schwer lastend auf ihren schmalen Schultern. Den Teddy fest an sich gedrückt, den Blick auf die schleifenbesetzten Schuhe gerichtet, hört sie dem Stimmengewirr zu. Eine Hand legt sich unter ihr Kinn, zwingt sie aufzuschauen. Die scheuen Kinderaugen begegnen dem Blick der Mutter.
„Wo bist du nur wieder mit deinen Gedanken?“ Ein Seufzer. Ein Wangenkuss. „Sei brav und hör auf deinen Onkel, ja?“ Mechanisches Nicken. Es ist gar nicht so schwer, einfach den Kopf auf und ab bewegen. „Gutes Kind.“

Die Stimme ihres Onkels holt sie zurück ins Hier und Jetzt. „Freut mich Sie kennenzulernen, James. Mein Name ist Terence Johnson.“
Er reichte James die freie Hand, das obligatorische Händeschütteln folgte. Obwohl er freundlich und höflich sprach und agierte, bemerkte man doch unterschwellig eine gewisse Kälte gegenüber James. Juliet kannte diese Reaktion bereits, er zeigte sie gegenüber allen potentiellen ‚Rivalen‘. Lächerlich.
„Ich danke Ihnen für das Angebot, aber ich habe gerade erst einen Kaffee getrunken. Lassen Sie sich allerdings von mir nicht stören, vielleicht möchte Juliet ja etwas?“ Fragend sah er sie an. In seinem Blick konnte Juliet eine deutliche Warnung lesen: Sag nein.
Sie wollte aufbegehren, doch immer noch hatte dieser Mann, sein strenger Blick, viel zu viel Macht über sie. Lächelnd verneinte sie die Frage. „Wir könnten ins Wohnzimmer gehen“, schlug sie vor.
Dort könnte sie es hoffentlich so hindrehen, dass sie mit James auf der Couch saß und ihr Onkel sich auf den Sessel setzten müsste…
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mo Feb 28, 2011 9:13 pm

James betrachtete das Schauspiel, dass sich ihm bot. Der Onkel schien tatsächlich ein sehr enges Verhältnis mit seiner Nichte Juliet zu haben, selbst, wenn James begann sich ein wenig zu wundern. Normalerweise hatte er eine recht gute Auffassungsgabe und dazu eine noch bessere Auffassungsgabe, die es ihm schon ein paar Mal möglich gemacht hatte, Dinge zu erkennen, die andere nicht sahen.
Er wäre lange nicht ins Zögern gekommen, wenn da nicht dieser kurze, winzige Augenblick gewesen wäre. Juliet war wie immer, freundlich und mit dem herzlichsten Lächeln, das er je gesehen hat. Ihr Onkel Terence schien ebenfalls ein angenehmer Zeitgenosse zu sein, reichte ihm die Hand und die beiden tauschten einen kurzen, kräftigen Händeschlag aus. Doch trotz dem Lächeln des Onkels merkte er eine gewisse Distanz und noch irgendetwas anderes, etwas, dass er nicht fähig war zuzuordnen. James irritierte eine Kleinigkeit in dem Blick des freundlich wirkenden, älteren Mannes, doch er schob es wie immer auf seine Einbildungsfähigkeit. Er sollte wohl in nächster Zeit wieder Abstand von Schauerromanen jeder Art nehmen.
Diese Kleinigkeit war jedoch nicht die ausschlaggebende Wendung in James Auffassung, es war der kurze Blickkontakt zwischen Juliet und Terence. Der Blick des Mannes schien freundlich, aber in den Zügen lag eine unbekannte Macht und Strenge, die James noch wesentlich mehr aus der Fassung brachte. Er zog leicht seine Augenbrauen zusammen und es bildete sich ein kleines Fältchen, dass sich aber sofort wieder glättete.
"Gute Idee, Juliet", sagte er. Warum wusste er nicht, aber er ging mit Juliet voraus und Terence folgte ihnen. Während sie den kurzen Weg zur Coach zurückgelegt hatten, nahm James Juliets Hand in seine, drückte diese sanft und lächelte sie zuversichtlich an, um sich dann mit ihr gemeinsam auf die kleine Coach zu setzen. Er ließ ihre Hand wieder los und bat Terence Johnson den Sessel gegenüber an.
Höflich lächelnd fragte er, während er sein Misstrauen aufgrund der seltsamen Momente im Flur längst wieder vergessen hatte:" Und was treibt sie in ein Künstlerviertel wie Woodbridge?"
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Juliet Johnson

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BeitragThema: Re: James Appartment   Di März 01, 2011 9:03 pm

Juliet konnte die Erleichterung, die sie durchflutete, als James auf ihren Vorschlag einging und mit ihr voran ging, mit Worten nicht beschreiben. Sie löste sich aus dem Griff ihres Onkels, der merklich fester geworden war, froh zu entfliehen, sei es auch nur für einen Moment. Eine Hand tastete nach der ihren, sie sah hinunter und betrachtete ihre Hand, die mit der von James verschlungen war. Ihr Blick wanderte nach oben, sanft drückte ihr Mitbewohner ihre Hand und schenkte ihr ein zuversichtliches Lächeln, das sie zaghaft erwiderte. Als hätte er ihre Gedanken gelesen, führte James sie zur Couch, wo er neben ihr Platz nahm und ihrem Onkel den Platz gegenüber anbot.
Juliet war ihm nie dankbarer gewesen als in diesem Moment.
Sie sah deutlich das Missfallen in den Augen ihres Onkels, doch er wusste es zu verbergen und ließ sich stillschweigend auf den Sessel sinken. Wieso waren ihre Eltern eigentlich sosehr gegen das Schauspielern?, dachte Juliet spöttisch. Sie waren doch eine geborene Schauspielerfamilie, konnten mit Masken und Gefühlen jonglieren, wie andere es mit Bällen taten.
James, ganz der charmante und höfliche Gastgeber, fragte ihren Onkel, was ihn den nach Woodbridge gebracht hatte. Juliet horchte auf, das interessierte sie. Welchen anderen Grund- außer sie zu ‚besuchen‘ hatte er hier zu sein?
Ihr Onkel räusperte sich und begann zu erzählen: „Nun, ich hatte hier in der Gegend geschäftlich zu tun und dachte mir, warum nicht gleich das Notwendige mit dem Angenehmen…“ - Juliet erschauerte bei dem Wort ‚Angenehmen‘ unmerklich- „…verbinden? Ich bin natürlich froh, dass es auch geklappt hat, es war ja sehr spontan. Und natürlich bin ich sehr stolz auf Juliet, schließlich besteht nicht jeder die Aufnahmeprüfung hier.“
„Gut gemacht. Ich bin stolz auf dich, meine Prinzessin.“ Eine große Hand streichelte über ihren Kopf, während sie krampfhaft versuchte die Tränen zurückzuhalten.
Juliets Hand verkrampfte sich auf ihrem Oberschenkel, sie grub die Nägel tief in den Stoff, spürte den leichten Schmerz.
„Danke“, lächelte sie, ein Puppenlächeln. Aufgemalt und nicht ablegbar.
„Ich freue mich auch sehr, immerhin war das mein Traum.“
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James

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BeitragThema: Re: James Appartment   Di März 01, 2011 9:59 pm

Ihr zaghaftes Lächeln war so unglaublich süß und es war schwer Juliet nicht anzusehen, denn wenn sie lächelte, erinnerte ihn das immer an den Sonnenaufgang. Er wusste, dass diese Verbindung ziemlich kitschig klang, aber ihm fiel im Moment kein besserer Vergleich ein. Er würde noch ein wenig darüber nachdenken, vielleicht kam er auf eine noch bessere Idee, aber schließlich war ihr Lächeln so einzigartig, dass es wohl nicht nötig war es zu vergleichen.
James bemerkte überhaupt nicht, dass er nicht der Einzige im Raum war, der Juliet übermäßig attraktiv fand. Die Frage war nur, welche Schönheit wer bevorzugte. James befand, dass Juliet äußerlich wirklich gut aussah, doch wahre Schönheit zeichnet sich immer nur durch die innere Ausstrahlung aus. Ob das der andere Buhler, von dem James natürlich nicht wusste, auch so sah?
Er hörte Terence zu und nickte freundlich lächelnd, während er Juliet im Augenwinkel behielt. Als ihr Onkel aufgehört hatte zu erzählen, fiel ihm der eigenartige Augenkontakt wieder auf und sofort wurde ihm klar, dass er hier störte. Vielleicht hatten sie sich schon lange nicht mehr gesehen, vielleicht wollten sie ein bisschen für sich sein, um über die Familie zu sprechen oder private Angelegenheiten, die ihn nichts angingen. James spürte diese seltsame Spannung zwischen allen Anwesenden inklusive ihm, deshalb fasste er seinen Entschluss. Die beiden waren sicherlich nicht so entspannt, weil sie nicht frei vor ihm sprechen konnten. Wer wusste schon, was in Juliets Familie los war und so nahe standen er und Juliet sich dann leider doch noch nicht.
"Zum Glück konnten Sie so spontan vorbeischauen. Ich kann Ihren Stolz sehr gut verstehen, es ist wirklich nicht leicht hier einen Platz zu bekommen", trug er zur Unterhaltung bei. Dann stand er plötzlich auf und lächelte die beiden mit dem charmantesten Lächeln an:" Na gut, ich werde euch beide dann mal alleine lassen. Ich bin mir sicher, ihr habt euch lange nicht mehr gesehen und vielleicht gibt es gewisse Dinge über die ihr sprechen wollt, wo ich nur stören würde. Macht es euch ruhig in meiner Wohnung gemütlich, ich muss in der Zwischenzeit ein paar Verpflichtungen nachgehen", sagte er und schüttelte dem Onkel noch einmal die Hand:" Hat mich gefreut, Mr. Johnson. Man sieht sich hoffentlich bald wieder." Dann wandte er sich an Juliet und sein Lächeln wurde wesentlich wärmer:" Wir sehen uns dann später. Ich bin einer halben Stunde oder Stunde wieder da." Dann wandte er sich ab und zog sich noch seinen Mantel an, zog sich eine Mütze über und sah die beiden noch einmal kurz an, während er schon in der Tür stand.
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BeitragThema: Re: James Appartment   Mi März 02, 2011 6:15 pm

Als James aufstand und ankündigte, sie nun alleine zu lassen, damit sie in Ruhe miteinander reden könnten, durchfuhr ein heftiger Schock Juliet. Es fühlte sich an wie ein Eimer voller eiskaltem Wasser, der ihr über den Kopf geschüttet wurde.
‚Vielleicht gibt es gewisse Dinge über die ihr sprechen wollt, wo ich nur stören würde.‘
Sicher, dachte sie bitter. Nur würde bei dem, wobei James stören würde, das Reden herzlich wenig interessieren.
Die beruhigende Wärme an ihrer Seite verschwand, als James aufstand und machte einer inneren Kälte Platz, die einen Wettkampf mit den nordischen Temperaturen sicherlich gewonnen hätte.
Juliet sah James stumm zu, wie er sich anzog und zur Türe ging, wo er sich noch einmal umdrehte und ihr mit einem warmen Lächeln zusicherte, dass er zurück kam. Aber es würde zu spät sein. Eine halbe Stunde...eine Stunde...
Sie konnte das Lächeln auf ihren Lippen spüren, in diesem Moment hasste sie es abgrundtief.
Ihr Mund lächelte, signalisierte, dass alles okay war, doch ihre Augen flehten, schrien James beinahe an.
Geh nicht! , hallte es in ihrem Kopf wieder. Bitte, bitte lass mich nicht alleine…Nicht mit ihm…
Wenn sie sich doch nur überwinden könnte. Zwei kleine Wörter. Aber dann hätte sie erklären müssen, wieso er bleiben sollte und ihr fiel keine passende Ausrede ein. Zu panisch war sie bereits.
„Bis später dann.“ Komm schnell zurück…
Juliet war erstaunt, wie ruhig ihre Stimme klang. Aber vielleicht log sie einfach schon lang genug alle um sich herum an? Übung machte ja bekanntlich den Meister.

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BeitragThema: Re: James Appartment   Sa März 05, 2011 6:49 pm

Plötzlich war sich James nicht mehr sicher, was er sah oder auch nicht sah. Als er sich noch einmal umgedreht hatte, um sich von den beiden zu verabschieden, sah er in Juliets Gesicht. Darin geschah etwas äußerst merkwürdiges. Ihr Lächeln war wie immer zauberhaft, überzeugend und ehrlich. Auch ihre ruhige Stimme ließ ihn nicht stutzig werden. Das Einzige, was nicht passte, waren ihre Augen. In ihnen lag etwas Unglückliches, Flehendes. James runzelte kurz die Stirn, doch er entschloss diesen merkwürdigen Ausdruck, denn er glaubte, in Juliets Augen sehen zu können, zu vergessen und ihn einfach seiner Einbildung zuzuschreiben.
James wandte sich mit einem letzten Lächeln und Nicken ab, machte die Tür auf und schloss sie verwirrt hinter sich. Er ging in raschem Tempo die Treppen hinunter und wollte plötzlich einfach nur an die frische Luft. Endlich draußen angelangt, atmete er tief ein, um dann gleich wieder auszuatmen.
Mit Händen in den Hosentaschen, gewappnet gegen den kühlen Wind, ging er in raschem Tempo Richtung Stadtzentrum, um dort direkt in die Kirchengasse einzubiegen. James war äußerst gläubig erzogen worden, er wuchs bei seiner Großmutter in Spanien auf und Spanien war immer schon ein Land mit Tradition und Religion. Da er schon länger nicht mehr eine Kirche betreten hatte, entschloss er sich dazu, es jetzt zu tun. Nachdem er das große Tor hinter sich wieder geschlossen hatte, empfing ihn die typisch kalte, abgestandene Luft eines unterkühlten Kirchenraumes. Diese Kirche war sehr schlicht gehalten, genau so, wie es James mochte. Er hatte noch nie Freundschaft mit dem Barock geschlossen.
Er kniete sich auf eine der Bänke, faltete die Hände, sah eine Figur, die Jesus auf dem Kreuze darstellte an und ließ seinen Kopf sinken, während er betete. Nachdem eine halbe Ewigkeit vergangen war, erhob er sich mit eingefrorenen Gliedern wieder. Er sah auf die Uhr und erkannte, dass mittlerweile eine Stunde vergangen war. Rasch machte er sich auf dem Heimweg und kam schließlich bei seinem Appartment wieder an. Er öffnete die Wohnungstür und betrat den Flur, wobei er sich Schuhe, Schal, Mütze und Jacke auszog, um dann weiter in seine kleine Wohnung vorzudringen und nachzusehen ob Terence noch da war bzw. wo Juliet war. Ihm fiel die seltsame Stimmung in seiner eigenen Wohnung auf, die er selbst nicht so recht erklären konnte. Was war das, diese komische Spannung?
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BeitragThema: Re: James Appartment   So März 06, 2011 8:11 pm

Juliet hörte wie die Wohnungstüre aufging und sich gleich darauf wieder schloss. James war wohl wieder da. Sie blickte sich noch einmal im kleinen Spiegel des Badezimmers an, formte ihr Gesicht zu einer lächelnden Maske, bis sie halbwegs zufrieden damit war. Ihre langen blonden Haare öffnete sie und drapierte sie sorgsam, sodass sie ihren Hals und die Schultern verdeckten.
Dabei bemerkte sie einen kleinen Riss am Saum ihres Ausschnittes, mit zittrigen Händen schob sie den Stoff so hin und her, dass es nicht weiter auffiel. Sie hörte Schritte im Flur, hastig schüttete sie sich die kleinen Pillen aus dem griffbereiten Döschen in die Hand und schluckte sie.
Um Zeit zu schinden stellte sie den Wasserhahn an, spritzte sich ein wenig kaltes Wasser ins Gesicht und spürte, wie langsam die Wirkung des Medikaments einsetzte. Ihre Atmung wurde ruhiger, eine gewisse Schläfrigkeit überkam sie. Juliet stellte das Wasser wieder ab, nahm einen tiefen Atemzug und öffnete dann die Türe.
Sie trat in den Flur hinaus und ging auf James zu, der gerade weiter in die Wohnung hineinlief.
„Oh, du bist zurück“, begrüßte sie ihn lächelnd. „Wie war dein Spaziergang? Mein Onkel ist schon wieder weg, er hat einen wichtigen Anruf bekommen, ich soll dich aber von ihm grüßen“, fügte sie hinzu. „Möchtest du etwas trinken?“
Ein Anruf von einer Person namens Angst, dachte sie. Dieselbe Person, die Juliet im Kurzwahlspeicher zu haben schien.
Sie wartete auf James Antwort, während sie an ihm vorbei in die Küche ging und sich Teewasser aufsetzte. Als sie die Kanne mit dem kochenden Wasser aufhob und in eine Tasse goss, zitterten ihre Hände. Vielleicht hätte ich mehr nehmen sollen. Aber jetzt ist James da…ich muss mich einfach zusammen reißen.
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