University of Arts

Die University of Arts ist ein Ausbildungsplatz für alle jungen Menschen, die die Liebe zur Kunst entdeckt haben und ihre Talente in Schauspiel- oder Schreibkunst, Poesie, Tanz, Gesang, Komposition und/oder der Malerei ausbauen möchten.
 
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 Die Waschräume neben der Bibliotek

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Christopher

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BeitragThema: Die Waschräume neben der Bibliotek   So Mai 08, 2011 9:18 pm

Christopher und Abby kamen leicht aus der Puste in den Waschräumen an und wurden von einem Haufen Staub und Wasserlacken begrüßt.
Na Halleluja...
Chris' Augen weiteten sich ein wenig, als er das Loch in der Wand sah, das Abby vermutlich vorhin gemacht hatte, um zu den Rohren hinter den Wandfliesen zugelangen.
Ein paar neugierige Studenten standen am Gang vor der Tür der Waschräume versammelt und drängten sich aneinander, um etwas sehen zu können. Chris verstand absolut nicht, was an einem Rohrbruch so interessant war also sagte er ein wenig gestresst:" Hier gibt es nichts zu sehen, Leute, schwirrt ab! Und wehe es erscheint davon etwas in der Uni-Zeitung, es gibt genug andere interessante Themen abgesehen von einem Rohrbruch!".
Nachdem er das gesagt hatte, murmelte die Schülermeute irgendetwas unverständliches und die Studenten verschwanden nach und nach.
"Okay, was soll ich tun? Mit dem Föhn trocknen?", er bückte sich, um durch das Loch sehen zu können, das in der Wand war und wohl einiges an Reperaturkosten verlangen würde.
"Hast du zufällig einen Föhn dabei?". Er rieb sich die Stirn.
Ich sollte ernsthaft mal soetwas wie eine Handwerkerzeitschrift lesen...



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Abby

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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Mo Mai 16, 2011 8:21 pm

Abby sah leicht amüsiert zu, wie Chris die Studenten verscheuchte und sich leicht ratlos und gestresst die Stirn rieb, als er das Loch in der Wand betrachtete. Sie ging zu ihrem großen Werkzeugkasten hinüber (sie nannte ihn immer Bob) und holte einen Föhn hervor. Mit einem aufmunternden, leicht verschmitzten Lächeln hielt sie ihn Chris hin. Ein Hoch auf batteriebetriebene Föhne, dachte sie. Wenn der hier ein Kabel hätte...Sie stellte sich neben ihn und beugte sich ebenfalls vor, um besser sehen zu können.
"Siehst du das Leck im Rohr?" Abby zeigte mit dem Finger darauf. "Föhn auf Stufe 3 stellen und einfach immer schön draufhalten." Mit einem Schulterklopfen überließ sie Chris seinem Schicksal.
"Viel Spaß."
Im Flur hatte sie bereits Eimer, Tücher und alte Teppiche bereitgestellt, die sie nun in das Zimmer schleppte und begann damit die Wassermassen zu bekämpfen. Eimer um Eimer schüttete sie aus dem kleinen Fenster, das glücklicherweise nicht zur Straße hinausging. Dennoch war Abby ihren Mitmenschen wohl gesonnen genug um einmal hinauszusehen und etwaige verirrte Studenten zu warnen.
Hauptsächlich Pärchen, die diese Mauer als abgelegen genug auserkoren hatten, um dort ungestört zu sein.
Fehlanzeige.
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Christopher

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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Do Mai 19, 2011 9:44 pm

Chris nickte, als Abby ihn fragte, ob er das Leck im Rohr sehen könnte und beäugte lautlos seufzend den Föhn, den sie ihm anschließend hinhielt.
"Ich bin ja bloß froh, dass Männer keine langen Haare haben müssen, so müssen sie sich nicht mit sowas rumschlagen"; murmelte er kopfschüttelnd und suchte nach der Stelle, an der er den Föhn auf Stufe 3 stellen konnte. Unter normalen Umständen wäre es ihm vielleicht peinlich gewesen, dass er so wenig über Haushaltsgeräte und Technik im Allgemeinen wusste, aber er hatte im Moment einfach keinen nerv dazu, so zu tun, als kenne er sich fabelhauft mit alldem hier aus, außerdem kannte Abby ihn ja.
"Danke"; sagte Chris dann, als Abby ihn mit dem Föhn allein ließ, und lachte kurz. Umständlich streckte er den Arm mit dem Föhn in das Loch und versuchte so gut wie möglich das Leck zu trocknen, während die Hausmeisterin hinter ihm herumwerkelte.
"Du wurdest echt von da oben geschickt, Abby"; meinte Christopher nach einer Weile und meinte mit "von da oben" den Himmel. "Ohne dich würde morgen die Uni unter Wasser stehen". Er wusste, dass das übertrieben war, doch ihm wäre es nie aufgefallen. Er hätte es spätestens von einem der Studenten erfahren.
"Sag mal, wie lange soll ich da noch hinföhnen?"; wollte er nach ein paar mehr verstrichenen Minuten wissen und begann vor sich hin zu pfeifen.
Was Claire wohl grade macht? Hmm...



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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Do Mai 19, 2011 10:34 pm

„Oh, ich hatte ein oder zwei Freunde mit langen Haaren“, meinte Abby, die Chris Kommentar zu diesem Thema gehört hatte. „Die haben doppelt so lange im Bad gebraucht wie ich und die Leute haben uns immer so irritiert hinterher gesehen.“ Sie warf einen Blick über ihre Schulter und sah Chris amüsiert zu, wie er versuchte den Föhn anzumachen und ihm dies schließlich auch gelang.
Leicht grinsend über so viel technisches Unverständnis fuhr sie fort den Boden mit Teppichen und Matten zu bedecken, sobald sie das Wasser größtenteils aus dem Raum geschafft hatte.
Chris Worte, die hinter ihr ertönten, brachten sie zum Lachen und kopfschüttelnd wandte sie sich zu ihm um. „Jaja, sei froh, dass ich denen da oben zu frech war, sonst könntet ihr hier bald Tauchkurse anbieten“, ging sie auf ihn ein, ihre Augen funkelnd vor unterdrücktem Gelächter.
‚Sag mal, wie lange soll ich da noch hinföhnen?‘
Der Satz erinnerte sie stark an lange Reisen mit kleinen Kindern. ‚Wie lange noch?‘ ‚Sind wir bald da?‘ Nur, dass Christopher erheblich weniger weinerlich klang. Er begann sogar zu pfeifen.
„Hm, ich denke in ein paar Stunden kannst du eine Pause machen“, antwortete sie und klang dabei völlig ernst. Diese Ernsthaftigkeit dauerte jedoch nur wenige Minuten an, bevor sich ein schelmisches Lächeln auf ihren Zügen abzeichnete.
„Noch ein paar Minuten, damit wir sicher sein können, dass es trocken ist und die Abdichtung hält“, gab sie ihm Auskunft. „Bis dahin…Always look on the bright side of life“, stimmte sie das bekannte Stück aus Monty Pythons Klassiker ‚Das Leben des Brian‘ an. Dem Original Lied entsprechend pfiff sie zwischen den Textpassagen gut gelaunt.

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Christopher

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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Sa Mai 21, 2011 9:44 pm

Als Abby erzählte, dass sie schon ein paar Freunde mit langen Haaren gehabt hatte, drehte er den Kopf zu ihr und zog die Augenbrauen hoch, sein Gesichtsausdruck war nicht wirklich definierbar.
"Nunja, jeder Seines, würde ich sagen. Ich musste mal für eine Rolle ein halbes Jahr mit Extensions herumlaufen. Das war die Hölle. Vor allem der Umsprung von kurz auf lang, der praktisch über Nacht stattgefunden hat", erinnerte er sich und schüttelte bei dem Gedanken schmunzelnd den Kopf und wandte sich wieder dem Föhn zu, den er immer noch durch das Loch hindurchhielt.
"Tauchkurse?"; wiederholte Christopher dann grinsend, wirkte dabei aber nachdenklich. "Hmm, Tauchen ist zwar nicht gerade eine Kunstrichtung aber wir könnten es durchaus zu einer machen, das wird ja nicht allzu schwer sein...".
Stunden??? Okay, das war ein Witz oder?
"Na prima", sagte Chris und seufzte theatralisch. "Na schön, in den Stunden, die ich hier noch föhne, kann ich mir ja überlegen, wie man Tauchen in eine Kunst verwandelt. Tanzen ginge...da müsste Claire sich damit auseinandersetzen...singen würde wohl eher in Gurgeln enden...".
Er überlegte weiter, da er nicht vollkommen ausschloss, dass es noch Stunden oder zumindest eine Stunde dauern konnte. Aber er war unheimlich froh, als es hieß, dass es doch nur ein paar Minuten noch sein würden. Er kam sich wie der letzte Dummkopf vor.
"Genau"; grinste Chris und summte mit. "Ich hoffe bloß wir müssen nicht mti "I'm singing in the rain" beginnen. Aber wie wärs mit "Somewhere over the Rainbow"?".
Chris begann das neue Lied zu summen. "Somewhere over the rainbow, blue birds fly...birds fly over the rainbow, why then oh why can't I...".
"Brauchst du dann noch Hilfe beim Trocknen? Bzw brauchst du mich dann noch?".
Er wollte sich vor der nächsten Unterrichtseinheit nocheinmal die Schülerliste ansehen...



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Claire

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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   So Mai 22, 2011 10:11 pm

Claire näherte sich den Waschräumen und beruhigte sich selbst mit sämtlichen rhetorischen Mitteln, die ihr zur Verfügung standen. Das funktionierte sehr gut und schließlich war sie so ruhig wie sie es sich selbst nie zugetraut hätte. Als sie fast im Waschraum war, hörte sie Chris' Stimme, die ein ihr bekanntes Lied zu summen schien. War das "Somewhere over the rainbow"?
Schließlich betrat sie den kleineren Raum und sah Chris, der die Stelle föhnte und sich gerade mit Abby unterhielt, die in der Zwischenzeit arbeitete und die Stelle zu verdichten versuchte.
Leider kannte sich Claire nicht wirklich mit handwerklichen Dingen aus und auch wenn sie sich bemühte, davon etwas zu verstehen, so gelang ihr das mit geringem bis zu keinem Erfolg. Ihr fehlte dafür schlicht die Logik.
Mit fröhlicher Stimme, die sie selbst überraschte, begrüßte sie die Arbeitenden:"Hi! Wie geht eure Arbeit voran? Ist ein Ende der Sinflut in Sicht?"
Sie lächelte ihnen heiter zu und sah die Spuren des Wassers und des Staubes bei Abby, sowie bei Chris. Als sie hauptsächlich Abby ansah und Chris nur im Augenwinkel betrachtete, fiel ihr auf, dass der Staub und das Wasser ihn nicht einmal unattraktiv wirken ließen, doch sie konnte ihn schlecht bei der Hand nehmen und ihn einfach woanders hin entführen. Deshalb konzentrierte sie sich wieder auf Abby. Die Freude darüber, dass ihre Einbildung ihr wieder nur einen Streich gespielt hatte, was sonst, triumphierte und man konnte in ihrem Gesicht eindeutig Freude und Gelassenheit entdeckten.



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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Mo Mai 23, 2011 9:43 pm

Als Claire aufeinmal den Waschraum betrat und zu sprechen begann, erschreckte Chris leicht und stieß sich dabei den Kopf an einem Rohr, das ein Waschbecken mit der Wand verband.
Autsch.
Er rieb sich den Hinterkopf mit der Hand, die nicht den Föhn umklammert hielt und sah zu seiner Frau auf. Sie trug ummer noch ihre Ballettkleidung und sah damit einfach unheimlich süß aus. In gewisserweise jedoch auch bestimmt und...nunja sexy. Chris schob diese Gedanken aber so schnell er konnte zur Seite und lächelte seine Frau an.
Ehrlich gesagt, Darling, habe ich keinen blassen Schimmer..., dachte er als Antwort, wollte es aber nicht wirklich zugeben, dass er so gar keine Ahnung von Technik hatte. Manchmal hatte er schon gesagt er hätte den Geschirrspüler repariert, doch in Wirklichkeit den Handwerker angerufen.
Er wusste jedoch nicht wirklich eine bessere Antwort, also sagte er:" Ich hab keine Ahnung, irgendwas mit ein paar Minuten noch, aber meine Hand schläft gleich ein".
Er gluckste und versuchte sich so hinzusetzen, dass er Claire ansehen konnte und auch Abby im Augenwinkel sehen konnte.
"Alles klar bei dir? Irgendetwas spannendes passiert?".



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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Mo Mai 23, 2011 10:27 pm

Abby wollte Chris gerade eine Antwort geben, als sie plötzlich Claire's Stimme vernahm. Sie drehte sich zum Türrahmen um, gerade noch rechtzeitig um aus dem Augenwinkel zu sehen, wie Chris das Gleiche versuchte und sich dabei den Kopf an einem Rohr anstieß. Das Lachen nicht unterdrücken könnend ging sie auf ihn zu.
Vor ihm stehend streckte sie die Hand aus "Na komm, gib mir den Föhn, bevor du dich oder andere umbringst", zog sie ihn auf. "Außerdem wird deine Frau es mir nie verzeihen, wenn du dir bleibende Schäden zuziehst. Und ich würde meinen spontanen Duetpartner vermissen."
Der Schalk blitzte in ihren Augen, man konnte deutlich erkennen, dass Abby es genoss Chris ein wenig auf den Arm zu nehmen.
Während sie darauf wartete, dass Chris den Föhn rausrückte ohne jemanden damit zu erschlagen (Sie war gerade froh darum kurze Haare zu haben, ansonsten müsste sie sich wohl auch noch Sorgen darum machen, dass diese bei der Übergabe vom Föhn gekohlt werden würden), drehte sie sich mit dem Oberkörper in Richtung Claire, um deren Frage zu beantworten. "Es geht gut vorran und eine Arche werden wir zum Glück nicht bauen müssen." Wenn Chris die bauen würde, wären wir sowieso alle verloren... "Ich muss nur noch das Dichtmaterial und den Stahlring anbringen, der das Ganze fixierrt, dann entlasse ich ihn hier in die Freiheit."
Bei diesen Worten drehte sie sich wieder zurück zu Chris- oder versuchte es. Sie hatte nicht daran gedacht, dass der Boden an dieser Stelle noch leicht feucht war und so verlor sie ein wenig den Halt. Zwar schaffte sie es, sich an der Wand abzufangen, bevor sie zu Boden gehen konnte, aber es war doch sehr knapp.
Als sie aufatmend nach unten schaute, stellte sie fest, dass sie Chris ziemlich nahe gekommen war.
"Ups", meinte sie gedehnt und schüttelte dann lachend den Kopf. "Ich nehme alles zurück in puncto umbringen, vermutlich schaffe ich es zuerst uns das Leben zu rauben. Auf höchst peinliche Art und Weise."
Da ihre Position abgesehen von der Nähe zu Chris eigentlich recht günstig war, schnappte sie sich gleich einmal den Föhn aus seiner Hand, legte ihn beiseite und besah sich das nun trockene Leck.
"Hm, kannst du mal hinter dich greifen, da liegt ein Gummischlauch und zwei Metallhalbschalen. Die brauche ich", bat sie Chris, konzentriert das Rohr abtastend.
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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Mo Mai 23, 2011 10:52 pm

Claire hörte das dumpfe Geräusch, dass aus Chris' Richtung gekommen war. Rasch sah sie zu ihm und bemerkte wie er sich den Kopf rieb. Sie wollte ihn natürlich nicht erschrecken.
"Tut mir Leid, Chris. Das wollte ich nicht", sagte sie entschuldigend, während sie sich auf die Lippe biss, als hätte sie ein schlechtes Gewissen.
Nun sah sie Chris tatsächlich in die Augen und konnte nicht umhin, noch einmal festzustellen, dass dieser "Handwerker-Stil" ihn unglaublich gut aussehen ließ.
"Eine Studentin ist hingefallen und hat sich einen Kapselriss beim Knöchel zugezogen. Ich habe sie ins Krankenhaus begleitet", antwortete sie ruhig. Claire musste auf Abbys Kommentar hin lachen.
"Stimmt, das würde ich dir vermutlich nicht verzeihen, Abby." Als sie ihr kurz erklärte, was noch zu tun war, tat Claire so, als würde sie genau verstehen, um was es ging. In Wirklichkeit aber verstand sie nur Bahnhof.
Gerade noch gut gelaunt ereignete sich ein kleines unabsichtliches Missgeschick, welches ihre Stimmung in den Keller hinabbeförderte. Abby war ausgerutscht, hatte sie gerade noch gefangen und war dabei Chris ziemlich, ziemlich nahe gekommen. Sie spürte förmlich wie ein Gefühl mit ungeahnter Kraft in ihr aufloderte und vor sich hin kochte. Anstatt sich von ihm zu entfernen, blieb sie so stehen, kam ihm sogar noch ein bisschen näher (obwohl sie sich diese weitere Annäherung vielleicht auch nur einbildete) und arbeitete vergnügt weiter.
Claire stand ungerührt da und erinnerte eine Mamorstatue.
"Na ja, ich hätte euch wohl besser nicht stören sollen", murmelte sie vor sich hin, während sie sich abwandte, in den Türrahmen stellte und ihren Blick auf den Gang vor dem Waschraum fixierte, sodass sie mit dem Rücken z ihnen stand.
Wie konnte man da auch ruhig bleiben? Claire versuchte verzweifelt von 100 hinunterzuzählen, doch auch das half einfach nicht. Gerade eben hätte sie nichts lieber gemacht, als Chris für eine gute Stunde oder mehr zu entführen, denn bei ihrem Blickkontakt war diese besondere Spannung entstanden. Jetzt aber war sie einfach nur mehr wütend, wütend auf ihn und auf Abby, auch wenn es ungerechtfertigt war. Sie wandte sich noch einmal um und immer noch befanden sie sich in so einer provozierenden Nähe.



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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Sa Mai 28, 2011 9:29 pm

Christopher musste auf Abby's Kommentar hin lachen und sagte amüsiert:"Zumindest wüsste ich schon, wer die Arche bauen könnte: Ab heute haben wir ja einen Herrn Noah in unserem Team".
Er sah anscheließend zu Claire hoch und schüttelte den Kopf. "Du musst dich doch nicht entschuldigen. Hoffendlich hat sich die Studentin keine bleibenden Schäden zugezogen. Aber gut, ich bin genauso wenig ein Mediziner, wie ich ein Handwerker bin, deswegen kenne ich mich da nicht unbedingt aus". Er gab das ganz offen zu, obwohl das normalerweise eigentlich nicht seine Art war. Er wusste auch nicht, was heute mit ihm los war, denn Mitarbeiter zog er eigentlich auch nicht auf, vor allem nicht, wenn sie nicht anwesend waren. Er sollte seine Zunge hüten.
Noch ehe Chris zu einem weiteren Satz ansetzen konnte, rutschte Abby aufeinmal auf dem nassen Boden des Waschraumes aus und kam direkt auf ihn zugeflogen, er hob schon leicht die Hände, damit er sie im Notfall hätte auffangen können, doch es war nicht notwendig, da sie sich im letzten Moment noch erfing. Sie war ihm jedoch ziemlich nahe gekommen, was Christopher dazu brachte, sich en wenig unwohl zu fühlen, doch Abby schien es nicht im geringsten zu stören, sie nutzte die Position sogar dazu, das Loch genauer in Augenschein zu nehmen.
Chris drehte seinen Kopf anschließend umständlich nach hinten und hielt Ausschau nach dem Schlauch und den Metalldingern. Währenddessen erhaschte er einen Blick auf Claire's Gesichtsausdruck, der ihm eine Gänsehaut verschaffte. Dieser ganz ungerührt, kühle Blick konnte besonders in soeinem Moment nichts Gutes bedeuten. Während er jedoch nach den Utensilien, die Abby brauchte, suchte, drehte sich Claire aufeinmal um und sah auf den Gang hinaus. Chris schnappte sich also die Dinge und reichte sie Abby nach vorne, wobei er sich gleichzeitig ein wenig zur Seite schob, sodass sich der Abstand zwischen ihm und Abby vergrößerte.
Chris war erleichtert, als Claire sich wieder umdrehte und nicht gleich gegangen war.
"Du störst überhaupt nicht, Claire"; sagte Chris mit einem zuversichtlichen Lächeln und schaffte es sich aus seiner Position zu winden und aufzustehen. Er streckte sich und zwickte sich in den Nasenrücken.
Sein Arm war halb eingeschlafen, während er de Föhn ständig in der einen Position gehalten hatte.
"Alles klaar", sagte er und runzelte die Stirn, während er sich in dem Chaos des Waschraumes umsah.
"Wie viel wird uns das ungefähr kosten?".



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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Sa Mai 28, 2011 10:26 pm

Etwas überrascht zog Claire ihre Augenbraue hoch, als Chris so offen zugab, dass er weder Handwerker noch Mediziner sein konnte, weil er sich einfach nicht mit diesen beiden Gebieten auskannte. Männer konnten sich normalerweise keine Schwächen eingestehen und so verhielt es sich allgemein auch mit Chris, zumindest hatte das Claire bis jetzt geglaubt. Anscheinend hatte sie sich geirrt oder lag diese plötzliche Offenheit an der Anwesenheit von Abby.
Claire beobachtete Chris unauffällig, als er ein wenig wegrückte und aufstand, sich streckte und seinen Nasenrücken zwickte. Sein zuversichtliches Lächeln hellte ihren Ausdruck zumindest ein bisschen wieder auf und sie schien nicht ganz so distanziert, nicht ganz so kalt wie gerad eben noch.
Sie schrieb alles nur ihrer blöden Einbildung zu und versuchte die Situation mit den Augen der Claire zu sehen, die sie eigentlich war.
Chris schien verspannt von dem langen Halten des Föhnes zu sein und zum ersten Mal in ihrem Beruf tat sie etwas unerwartetes, womit sie selbst nicht ganz gerechnet hätte. War es, um ihm etwas gutes zu tun, um ihm zu helfen, um zu zeigen, dass sie sich um ihn kümmerte oder hatte sie in Wirklichkeit besitzergreifende Beweggründe?
Claire ging auf Chris zu, über das gesamte Chaos, das hier herrschte, stellte sich hinter ihn und begann zuerst vorsichtig, schließlich bestimmt seine Schultern in einer angenehmen Art und Weise zu massieren.



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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Do Jun 16, 2011 8:12 pm

Chris runzelte leicht die Stirn, als Claire sich von ihrem Standpunkt entfernte und auf ihn zukamt.
Was hat sie vor?
Claire ging langsam um ihn herum und begann aufeinmal seine Schultern zu massieren, was Chris dazu veranlasste, verwundert die Augenbrauen zu heben. Soetwas hatte sie noch nie während der Arbeit getan und schon gar nicht, wenn jemand anders dabei war, vor allem nicht, wenn es ein Mitarbeiter war.
Tat sie das nur wegen der Anwesenheit von Abby oder einfach weil...ja, warum?
Chris schloss einen Moment lang die Augen, da Claire's Hände wie ein Geschenk Gottes wirkten und legte anschließend seine eigenen auf die Ihrigen, bevor er sich zu ihr umdrehte und somit ihre Hände in seinen hielt.
"Danke", flüsterte er und küsste sie aufs Haar.
"Wie ist übrigens deine erste Ballettstunde dieses Jahr verlaufen?"; fragte er dann und legte seinen Arm um Claire's Schultern.
Während er auf ihre Antwort wartete, sah er sich nocheinmal im Waschraum um und schürtzte die Lippen.
Herrjemine...



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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Sa Jun 18, 2011 2:40 pm

Als Chris einen besorgten Blick in Richtung Tür warf und nach dem Überreichen der verlangten Utensilien den Abstand zwischen ihr und ihm vergrößerte, stutzte Abby kurz, bevor sie ebenfalls zur Tür sah. Claire’s abgewandte Position und der kalte Gesichtsausdruck sprachen Bände, Abby schalt sich dafür, nicht daran gedacht zu haben, wie empfindlich ihre Freundin in Sachen Chris war.
Bevor sie jedoch etwas sagen konnte, rettete Chris schon die Situation, indem er sich aus seiner Position erhob und seiner Frau ein zuversichtliches Lächeln schenkte. Damit gab er ihr ein klares Zeichen, das scheinbar auch bei Claire ankam, denn zur Abby’s Verwunderung ging sie auf ihre Mann zu, stellte sich hinter ihn und begann seine Schultern zu massieren.
Chris schien genauso perplex zu sein wie Abby, bedachte man, dass Claire solche ‚öffentlichen‘ Darstellungen ihrer Liebe normalerweise strikt ablehnte.
Ruhig meine Liebe…ich will ihn dir garantiert nicht wegnehmen, dachte die junge Frau leicht amüsiert, als sie dieses ein wenig besitzergreifende Schauspiel beobachtete.
Sie fand es wirklich süß, diese Beiden einmal in so trauter Zweisamkeit zu erleben, die Hände miteinander verflochten, ein sanfter Kuss auf das Haar- kurzum einfach nur zum Knuddeln.
Abby ertappte sich dabei, wie sie in Gedanken einen entsprechenden Comic entwarf, rasch stoppte sie sich.
Nicht jetzt. Nachher…vielleicht.
Erst jetzt fiel ihr auf, dass sie noch nicht auf Chris Frage geantwortet hatte, rasch überschlug sie im Kopf die Zahlen, während sie das Loch gekonnt abdichtete und schließlich die Schrauben fest anzog, die den Metallring um das Rohr herum festhielten.
„Hm, im Moment noch schwer zu sagen, da wäre das Dichtungsmaterial und das Loch in der Wand muss wieder geschlossen werden, auch wenn ich mich bemüht habe, es so klein wie möglich zu halten. Was aber viel eher Kosten verursachen könnte, ist die Ausbreitung des Wassers. Dafür muss ich aber erst einmal herausfinden, bis wohin das Wasser vorgedrungen ist. Wenn wir Glück haben, haben wir es rechtzeitig entdeckt und gesichert, bevor es wirklich etwas beschädigen konnte.“
Abby stand auf und klopfte ihre staubigen Hände an ihrer langsam trocknenden Hose ab, dann wandte sie sich zu dem Paar um. Chris hatte seinen Arm um Claire’s Schultern geschlungen, beide schienen glücklich.
„Jetzt geht schon und genießt die Zeit zu zweit, bevor der Alltag euch wieder in seinen Klauen hält. Husch“, scheuchte sie die Beiden aus dem Raum. „Ich räume hier auf, überprüfe den Schaden und lass dir eine vorläufige Kostenberechnung zukommen, Chris.
Und jetzt auf, bevor ich mich entscheide, dass ich doch noch eure Hilfe gebrauchen könnte.“



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BeitragThema: Re: Die Waschräume neben der Bibliotek   Sa Jun 18, 2011 11:09 pm

Nachdem Chris' Haltung wieder etwas entspannter wirkte legte er seine Hände auf ihre und drehte sich so um. Sein geflüstertes Danke und der flüchtige Kuss in ihr Haar ließen sie sanft lächeln und sofort kamen wieder die Vorwürfe aus allen Ecken hervorgekrochen. Sie fühlte sich lächerlich, weil sie so schlecht über Chris und Abby gedacht hatte, schuldig, weil sie sie eigentlich unter schweren Verdacht gestellt und überreagiert hatte. Darüber nachdenkend sah sie für einige Sekunden auf den Boden bevor sie ihren Blick wieder hob, da Chris ihr eine Frage gestellt hatte.
"Gut, eigentlich sehr gut, es gibt nur leider einige, die ich noch etwas mehr fordern muss." Die Gegenfrage wie seine erste Stunde verlaufen war sparte sie sich, hatte sich doch fast die ganze Stunde mitbekommen. Der Arm um ihre Schultern beruhigte sie.
Sie wandte sich an Abby, die die beiden über die momentane Situation und den Schaden informierte. Ihre letzte Aussage ließ Claire lächeln. Sie fing ihren Blick für einige Momente, in denen keiner etwas sagte ein und versuchte sich zu entschuldigen, zu sagen, dass es ihr leid tue und sie wirklich dankbar für so eine verständnisvolle Kollegin und Freundin, die selbst Claires Launenhaftigkeit und ihre besitzergreifende Ader nicht so tragisch nahm.
"Viel Glück und danke", sagte Claire abschließend, bevor die beiden den Raum verließen.

-> Claires Büro



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