University of Arts

Die University of Arts ist ein Ausbildungsplatz für alle jungen Menschen, die die Liebe zur Kunst entdeckt haben und ihre Talente in Schauspiel- oder Schreibkunst, Poesie, Tanz, Gesang, Komposition und/oder der Malerei ausbauen möchten.
 
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 Lesungssaal für deutsche Literatur

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Noah

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BeitragThema: Lesungssaal für deutsche Literatur   Do Apr 07, 2011 10:32 pm

Noah betrat den großen Raum und ging gerade auf das Pult vorne zu. Dort legte er seine Aktentasche hin, setzte sich und sah sich kurz um. Hinter ihm befand sich eine große Tafel mit Kreiden, neben ihm ein Beamer und sonstige Utensilien. Vor ihm waren die Sitzplätze beziehungsweise Reihen für die Studenten, die sich steil bergauf türmten und die man mit einer Treppe in den Zwischengängen erreichte. Es war eben ein typischer Vorlesungssaal wie es sich an einer Uni gehörte.
Noah packte seinen Laptop aus, schloss diesen an den Beamer an und holte auch die Bücher heraus, die er eingesteckt hatte, inklusive der vielen Unterlagen mit den handbeschriebenen Zetteln.
Er studierte diese, obwohl er eigentlich genau wusste, was er auf ihnen finden würde.
Die ersten Studenten kamen herein und begrüßten ihn höflich, setzten sich und musterten ihn neugierig, da er ja "der Neue" war. Noah grüßte sie ebenfalls freundlich, blieb mit den Augen aber bei seinen Unterlagen.
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Bree Donovan

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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Mo Apr 11, 2011 10:01 pm

Bree kam vollkommen außer Atem im Vorlesungssal an und las zur Sichterheit draußen nochmal das Schild, um sich zu vergewissern, dass sie den richtigen Raumt erwischt hatte. Jap, sie hatte sich nicht verlaufen.
Als sie die Stufen zwischen den ziemlich steilen Sitzreihen hinabging, achtete sie noch nicht auf den Lehrer, der vorne stand und mit seinen Unterlagen beschäftigt war. Sie nahm an, dass es wie letztes Jahr Professor Turner war, der dieses Fach unterrichtete. Immerhin waren er und seine Frau die einzigen Professoren an der Uni und sie hätte von keiner Veränderung gehört.
Mit den Gedanken bei der letzte Nacht, die sie mit Noah verbracht hatte, suchte sie sich einen freien Platz in etwa der Mitte der Sitzreihen und winkte lächelnd ein paar Studenten, die sie schon letztes Jahr kennengelernt hatte.
"Hey Spencer", sagte sie grinsend zu einem dunkelhaarigen Mädchen, das genau hinter ihr saß und kramte anschließend einen Block und einen Kugelschreiber aus ihrer überfüllten Tasche.
Wie kommt denn der Löffel da rein?
Als sie das Besteck fand, runzelte Bree leicht die Stirn, dachte sich jedoch nichts weiter dabei. Der war wohl in ihrer Hektik am Morgen hineingekommen.
Bree saß nun bequem in ihrem Sitz und sah nun endlich das erste Mal nach vorne zum Professor, doch als sie das tat, wollte sie ihren Augen nicht trauen. Das war nicht der große, dunkelhaarige Mann Mitte Ende 30, den sie erwartet hatte. Dieser Mann war blond, um einiges jünger und garantiert nicht so groß.
HOLY SHIT!
Es war Noah.
Mit weit aufgerissenen Augen starrte Bree Noah an, als gäbe es kein Morgen mehr.
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Noah

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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Mo Apr 11, 2011 10:40 pm

Noah hörte wie immer mehr Schüler den großen Lesungsaal betraten und lächelte in sich hinein, während er eine Studentenliste aus einer Mappe, die Mr. Turner ihm gegeben hatte, herauszog. Die Namen kannte er alle noch nicht und er ging sie jetzt auch nicht durch, er zählte bloß, wie viele es sein sollten. Dann wandte er sich den schon sitzenden, teils noch nach Sitzplätzen suchenden Studenten zu und zählte die Reihen durch, wobei er jedem, der ihn ansah, ein freundliches Lächeln schenkte. Immerhin war Noah "der Neue", denn sicherlich hatte jeder mit Mr. Turner gerechnet, außer diejenigen, die selbst dieses Jahr neu dazugekommen waren.
Als er schließlich bei der Mitte der ansteigenden Reihen angelangt war, kam er zu einem Gesicht, dass ihm nur zu gut bekannt war. Die Augen starrten ihn an, als wäre er ein aus dem All mit einem Spaceshuttle angereistes Monster mit einer Kartoffel am Kopf und zwei Hängematten als Füße.
Noah konnte nicht anders, als zurückstarren. Das Lächeln erstarrte in seinen Zügen und es blieb eine regungslose Maske, die Bree einfach nur fixierte. Er konnte es nicht fassen, einfach nicht glauben.
WHAT THE HECK.....
Schnell wanderte sein Blick weiter durch die Reihen, während er krampfhaft versuchte locker zu bleiben und sich zu versichern, dass er träumte, aber immer wieder schwenkte sein Blick zurück zu Bree und jedes Mal erlebte er einen neuen Schockzustand.
Sie ist meine Studentin...meine STUDENTIN.....was habe ich gemacht? Das könnte mich meinen Job kosten, wenn das Mr. Turner herausfindet....wie konnte mir das nur passieren? Warum sind wir nicht eher drauf gekommen? Der Alterstunterschied hätte es mir deutlich machen müssen. Ich werde dieses Jahr 30 und sie...ist gerade Mal knapp über 20.
Noah schüttelte kaum merkbar den Kopf, bevor er sich wieder dem Schreibtisch zuwandte. Außer Nicolas Script schien jeder hier zu sein. Der Lesungsaal war fast voll und eigentlich sollte Noah sich freuen mit der Vorelesung zu beginnen, doch er freute sich überhaupt nicht. Der Gedanke daran, dass da Bree saß, beunruhigte ihn und vernichtete jeden realistischen, logischen Gedanken. Was sollte er machen? Einfach lehren, wie es ein Professor nun einmal tat....
Noah....keep cool, relax and teach...it's simple.....
"Hallo", sagte er laut, sodass alle Gespräche eingestellt wurden.
"Ich begrüße Sie sehr herzlich in der Vorlesung für deutsche Literatur. Ich werde mich kurz vorstellen. Mein Name ist Noah Evans, ich habe an der Academy of Literature in London studiert und arbeite hier und da als Journalist. Ich freue mich schon auf ein spannendes Unterrichtsjahr mit Ihnen und ja, am Besten wir beginnen gleich."
Sein Blick raste wieder zu Bree, flog wieder an ihr vorbei und fixierte die Schülerin hinter ihr, sodass sie in seinem Blickfeld war.
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Bree Donovan

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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Di Apr 12, 2011 9:18 pm

Kurz nachdem Bree relisiert hatte, dass Noah tatsächlich ihr Professor war, erkannte offenbar auch er, dass das, was gestern Nacht zwischen den beiden passiert war, nie und nimmer hätte geschehen dürfen. Was sollten sie jetzt boß tun? Niemand, absolut keine Menschenseele durfte davon erfahren! Das würde Noah sicher den Job kosten. Hundertprotzentig. Und Bree würde vermutlich hochkant aus der Universität geworfen werden. Sie konnte sie kaum vorstellen, dass Mr.und Mrs. Turner etwas derartiges in ihrer Universität dulden würden. Das war eine Kathastrophe!
Es fiel Bree unheimlich schwer, die Auche von Noah - Verueihung, Professor Evans- zu wenden, doch sie schaffte es letztendlich und fuchtelte mit ihrem Kugelschreiber herum, mit dem sie begann, unaufhörlich Kreise in ihren Block zu malen.
Wie zum Teufel soll ich denn in seine Unterricht aufpassen!? Ohne ihn ständig anzustarren, als wäre er die männliche Aphrodite!?
Vollkommen durcheinander gebracht und ein klein wenig verzweife t - okay ein ziiemlich großes bisschen verzweifelt! - ließ sich Bree ihr Haar ins Gesicht fallen, lugte mit ihren Augen jedoch ständig zu Noah.
"Pssst", kam es aufeinmal von hinten und sie spürte eine Hand auf ihrer Schulter.
"Ist der Professor nicht zum Anbeißen? Er sieht mich ständig an! Sitzt mein Haar gut?", fragte Spencer, das Mädchen hinter Bree und kicherte leise.
Bree verdrehte die Augen und drehte sich zu Spencer um.
"Dein Haar sitzt prima, aber das mit N-", sie stoppte. Shit! Wollte sie gerade tatsächlich Noah sagen?
Spencer sah sie stirnrunzelnd an.
"Wie heißt er doch gleich? Ahja, Evans"; besserte sie sich aus, "Das mit Evans kannst du gleich vergessen. Schüler-Lehrer-Regel, hallo?".
"Jaah ich weiß...zu schade"; Spencer seufzte und lehnte sich zurück, während Bree sich erleichtert wieder umdrehte.
Crap Crap Crap Crap Crap Crap Crap Crap!!!
Sie sah nach vorne und tat ihr bestes, nicht ständig Noah anzusehen, doch sie scheiterte kläglich.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Di Apr 12, 2011 9:47 pm

(hey, ich wollte eigentlich nicht zu spät kommen xD Naja...das Pech derer, die ihr Passwort vergessen^^'')

Nicolas schlüpfte leise in den Raum, während der Professor die Anwesenden begrüßte. Stirnrunzelnd drehte er sich um und sah zur Uhr. Eigentlich war er doch gar nicht zu spät, oder? Hatte er den Gong überhört?
Er ließ den Gedanken beiseite und setzte sich in die letzte Reihe, wo er den Professor gut im Blick hatte, von den anderen jedoch eher abgeschirmt war. Nic verspürte keinerlei Bedürfnis sich auf Plaudereien oder oberflächliche Freundschaften einzulassen. Und Fragen, sowie engere Freundschaften machten ihm Angst.
Bücher waren schon immer seine bevorzugte Wahl in diesem Punkt gewesen. Sie konnten einen nicht verletzten oder sterben...
Sich wieder konzentrierend sah er nach vorne und wartete ab, was dieser Noah Evans wohl für diese Stunde geplant hatte. Er war zumindest schon einmal jünger als erwartet (kein Greis mit schütterem Haar der ihnen Nachkriegsgeschichten erzählte) und schien ganz sympathisch zu sein.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Do Apr 21, 2011 10:31 pm

Noah sah zur Seite und nickte dem Neuankömmling kurz zu. Er mochte zwar keine Unpünktlichkeit, aber er hatte selbst ein wenig zu früh begonnen, deshalb hatte er auch Verständnis für die wenigen Sekunden, die Nicolas Script zu spät gekommen war.
Er wandte sich wieder der Gruppe von Studenten zu und machte nun absichtlich einen großen Bogen um Brees Platz. Er sah sie kein einziges Mal an. Seine Augen ruhten auf den anderen Studenten, die ihn fast alle neugierig betrachteten und warteten bis er etwas sagte.
"Zu Beginn würde ich gerne von Ihnen wissen, warum Sie dieses Studienfach gewählt haben und vor allem welcher Autor, insbesondere deutschsprachiger Autor Sie am meisten inspiriert. Ich bitte Sie jedoch nur einen Namen zu nennen, denn sonst werden wir nicht mehr fertig."
Er lächelte kurz, sah sich in der Runde um und beschloss dann, da er keine anderen Namen noch kannte, einen zu wählen, der ihm schon bekannt war.
"Mr. Script, wie wäre es mit Ihnen? Wollen Sie gleich beginnen?"
Er sah ihn abwartend an und lächelte freundlich.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Mo Mai 02, 2011 10:50 pm

Nicolas zuckte ein wenig zusammen, als der Dozent ihn aufforderte, seine Beweggründe und einen deutschen Autor zu nennen, der ihn inspirierte. Er richtete sich auf seinem Platz auf und musste keine Sekunde darüber nachdenken, wie seine Antwort lauten würde.
"Gerne. Ich habe das Studienfach Literatur teilweise deshalb gewählt, weil ich Bücher für die bessere Gesellschaft halte, denn sie geben wahrlich treuere Gefährten ab, als Menschen es je könnten. Andere Beweggründe waren meine Faszination für die Welt des gedruckten Wortes und mein Traum, einmal selbst Autor eines Werkes zu werden.
Der Autor, der mich am meisten inspiriert, und das schon seit Langem, ist Hermann Hesse. Sein Werk 'Unterm Rad' ist eine wundervoll verzwickte und doch sehr einfach gestrickte Geschichte, die Misstände und Probleme der Gesellschaft gelungen porträtiert, ohne allzu offensichtlich zu werden." Er lächelte schmal. "Man könnte auch sagen, dass gewisse Grundthematiken zwischen den Hauptprotagonisten auch in meinem Leben eine nicht geringe Rolle spielen....oder gespielt haben."
Nicolas schwieg einen Moment lang, bevor er noch einmal kurz aufsah. "Mehr habe ich nicht zu sagen."
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   So Mai 08, 2011 9:11 pm

Die Antwort des Studenten stimmte Noah sehr zufrieden. Er hatte seine Worte äußerst sorgfältig gewählt. Das war ihm gleich aufgefallen. Lächelnd nickte er, bloß die letzte Anmerkung ließ ihn etwas verwirrter als beabsichtigt aufhorchen.
Die Hauptprotagonisten sind Hans und Hermann, wenn man so will...
Noah zog seine eigenen Rückschlüsse, fragte aber weder nach, noch ließ diese unangenehme Stille einkehren.
"Viele Dank, Mr. Script. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Hermann Hesse ein wirklich außergewöhnlicher deutschsprachiger Autor ist. Auf jeden Fall kann ich Ihnen versichern, dass er noch eine große Rolle spielen wird."
Dann wandte er sich den anderen Studenten wieder zu und sah sich in den Reihen um.
Sollte er es wagen? Er war sich nicht sicher, doch schließlich ignorierte er all die Zweifel und die unangenehme Stimme in seinem Kopf, die ihm zuflüsterte, dass er sie nicht fragen sollte. Trotzdem wiedersetzte er sich dieser.
"Miss Donovan, warum genau DIESES Studienfach?" Das "dieses" betonte er etwas zu laut.
"Und in welchen Büchern eines deutschsprachigen Autors finden sie am meisten Inspiration?"
Er betrachtete sie stetig ohne mit der Wimper zu zucken oder die Miene zu verziehen.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   So Mai 08, 2011 9:37 pm

Bree hörte dem Studenten, der gerade von Noah - Verzeihung: Professor Evans - befragt wurde, gar nicht zu, sie war viel zu nervös.
Wie konnte das nur passieren!?
Diese Frage stellte sie sich schon die ganze Zeit, jede einzelne Sekunde, in der sie in diesem Lesungssaal saß und Noah ansehen musste und seine Präsenz als Autoritätsperson spüren konnte.
Wie nur? WIE!??
Bree malte weiterhin vernatisch Kreise auf ihren Block und erschrak leicht, als sie aufeinmal ihren Namen vernahm und die Betonung von DIESEM Studienfach der darauf folgenden Fragen besonders heraushörte.
Sie tat ihr Bestes normal und aufmerksam zu wirken und veruchte ihre Gesichtszüge zu Stein zu verwandeln, da natürlich alle Augen im Saal auf sie gerichtet waren.
"Nun, es ist schon mein zweites Jahr in diesem Studienfach und ich habe es im Grunde gewählt, weil ich Bücher nuneinmal liebe. Man kann durch sie in eine andere Gesellschaft eintauchen, in ein anderes Land...eine andere Welt. Ich finde es schön, wenn man sich mit den Protagonisten eines Buches identifizieren kann und mit diesem dann so einiges durchmachen. In Büchern tauchen oft Situationen auf, von denen man sich oft wünscht, dass man sie selbst erlebt oder andererseits von denen man hofft, dass sie nie in seinem Leben passieren werden. Man kann nie wissen, was als nächstes kommt und wenn ich ein Buch erwische, das mich zum Nachdenken bringt, habe ich einen Volltreffer gelandet"; erklärte Bree so sachlich wie möglich und lächelte zufrieden, da sie es vollkommen ruhig und beherrscht rüberbrachte.
"Mein liebster deutschsprachiger Autor ist? Das ist schwierig...ich würde sagen Robert Schneider und Friedrich Schiller. Ihre Bücher haben mich abgesehen von Goethe's Faust am meisten begeistert".
Als Bree fertig gesprochen hatte, lehnte sie sich zurück und hielt Noah's Augenkontakt stand, wobei sie ihre Herz pochen hören konnte.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   So Mai 08, 2011 10:24 pm

Noah hörte Bree aufmerksam zu, während er kein einziges Mal seinen Blick abwandte. Fast hätte er eine Augenbraue hochgezogen, als sie alles was sie sagte mit solcher Ruhe und einer solchen Beherrschung erklärte, doch schließlich konnte er genau das noch verhindern. Zum Glück! Es wäre definitiv keine Geste gewesen, die er erklären hätte wollen.
"Ich verstehe, zwei Autoren, die ebenfalls das Bild der Weltliteratur sehr geprägt haben. Ich danke für ihren Beitrag Miss Donovan, ich kann ihnen in ihren Ausführungen nur zustimmen."
Er lächelte fröhlich, obwohl er alles andere als fröhlich war. Für wenige Sekunden verharrte sein undefinierbarer Blick noch bei ihr, bevor er sich von ihr abwandte, um noch andere Studenten zu befragen, die ihm alle geduldig antworteten. Manche Autorennamen wurden zweimal genannt, andere mehrmals und wieder andere waren Namen, die so unbekannt waren, dass sie die meisten Studenten gar nicht kannten.
Während Noah zuhörte, arbeitete sein Kopf auf Hochtouren.
Srew you Noah! Wie konntest du nur. Was soll ich jetzt machen? Ich kann wohl kaum eine Affäre mit einer meiner Studentinnen unterhalten, das geht nicht. Vor allem sie ist noch so jung, was wenn sie es einer Freundin erzählt, was wenn sie gar zum Direktor geht? Das würde mich Kopf und Kragen kosten, obwohl so wie ich Bree kennengelernt habe würde sie das nicht machen...aber ich kenne sie ja erst seit gestern. Na toll...ich sitze echt in der Klemme. Toll...
Der letzte Student hatte seinen Vortrag beendet und Noah klatschte einmal kurz in die Hände.
"Sehr gut, nun dann sollten wir am Besten gleich beginnen."
"Ach ja bevor ich es vergesse, ich bin nicht nur ihr neuer Deutliteraturprofessor, ich habe gleichzeitig die Leitung der Studentenzeitung übernommen. Daher, wenn es Interessenten oder bereits Mitglieder aus den letzten Semestern unter Ihnen gibt, dann bitte melden sie sich in dieser Woche noch bei mir."
Nach diesen Worten begann er auch schon ein dickes Buch aus seiner Tasche hervorzuziehen. Er setzte sich auf die Kante des Lehrertisches und las kurz aus dem Band voll mit mittelalterlicher Lyrik vor, ein Gedicht von Walter von der Vogelweide. Dann sah er auf und das Läuten kam ihm dazwischen. Er hatte zu viel Zeit zu Beginn verschwendet.
"Nun, ich habe mich anscheinend in der Zeit verschätzt. Ich möchte von Ihnen bis übermorgen eine Ausarbeitung, die 3 Seiten umfasst bekommen. Erklären Sie mir auf diesen worum es in diesem Gedicht geht, die Problematik, die das Gedicht behandelt und ihre eigene Meinung. Und nun, ab mit Ihnen."
Er machte eine Handbewegung Richtung Tür, während er sich auf den Sessel setzte und sich mit den Unterlagen beschäftigte. Einige Schüler kamen und trugen sich bei ihm für die Unizeitung ein. Schließlich leerte sich der Vorlesungssaal langsam.
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Bree Donovan

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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   So Mai 08, 2011 10:38 pm

Bree atmete kurz erleichtert auf, als Noah endlich seinen Blick von ihr abwandte und wandte sich wieder ihren Kreisen zu, die immer größer wurden. Bei jedem neuen Kreis drückte sie noch ein wenig fester mit dem Kugelschreiber auf, sodass sie schon fast das Papier mit ihren Linien durchbohrte. Den anderen Studenten hörte Bree wie dem ersten nicht zu, sondern vertiefte sich in ihren Gedanken.
Was, wenn er mich aus seinem Kurs wirft? Wegen irgendeiner Kleinigkeit, nur damit er mein Gesicht nicht jeden Tag sehen muss?
Nach einer Weile fiel ihr schließlich auf, dass keiner der Studenten mehr sprach, sondern Noah nun aus einem riesigen Wälzer ein Gedicht vorlas. Dem Rhythmus und des Schreibstils des Werkes zu schließen, war es ein mittelelterlicher Autor und als am Ende der Name "Walter von der Vogelweide" fiel, war ihr alles klar. Das Gedicht hatte sie schoneinmal gelesen. Als er meinte, dass er auch noch Leiter der Studentenzeitung geworden war, ließ Bree ihren Kopf auf ihre Hand fallen, die mit dem Ellbogen gestützt in die Höhe ragte.
WIESO!?
Endlich beendete das Läuten die Unterrichtseinheit und Bree klappte unwillig ihren Block zusammen. Die Studenten strömten reihenweise aus den Bänken und einige gingen noch nach vor und sprachen mit ihm offenbar über die Schülerzeitung. Bree tat so, als müsste sie in ihrer Tasche etwas suchen und kramte sinnlos herum, bis nur noch zwei Studenten im Saal waren, die jedoch schon richtung Ausgang gingen.
Schließlich hängte sich auch Bree ihre Tasche über die Schulter und ging hinunter zu Professor Evans.
Als sie sicher war, dass die beiden nun alleine im Saal waren, trat sie nahe an seinen Schreibtisch heran und sah auf ihn hinab.
"Wir müssen reden", sagte Bree verbissen und verschränkte die Arme, nachdem sie einmal auf seinen Tisch geklopft hatte.
"Erstens bin ich seit letztem Jahr Mitglied der Uni-Zeitung und zweitens: Warum in drei Teufels Namen hast du mir nicht erzählt, dass du hier unterrichtest!?".
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Do Mai 12, 2011 9:44 pm

Noah sah auf und sein Blick zeigte eine gewisse Distanz.
"Dasselbe könnte ich dich fragen, warum hast du mir nicht erzählt, dass du noch studierst?
Ich dachte du wärst schon fertig oder würdest irgendetwas anderes machen und plötztlich stitz du hier in meinen Reihen."
Auf seiner Stirn bildeten sich leichte Falten.
"Schon allein dieses Gespräch hier könnte mich meinen Job kosten."
Er schüttelte den Kopf und sah auf in ihre wunderschönen Augen.
Warum musste das genau ihm passieren? Warum genau an seinem ersten Arbeitstag an einer neuen Universität? Und warum musste sie noch dazu so schön und charmant sein? Wäre sie wenigstens unausstehlich würde es ihm leichter fallen, sie vollkommen fallen zu lassen.
So befand er sich in einem Gewissenskonflikt.
Sein berufliches, professionelles Ich wollte so schnell wie möglich alles vergessen und mit dem Schleier des Vergessens bedecken, sodass es nie jemand Dritter erfahren konnte. Sein privates, persönliches Ich wollte eigentlich Bree noch näher kennenlernen. Sie war ihm mehr als sympathisch.
Was sollte er also machen?
Denk nicht einmal daran, Noah. Sie ist deine Schülerin...
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Do Mai 12, 2011 10:01 pm

Obwohl Bree im Moment ein wenig in Rage war, versetzte Noah's distanzierter Blick ihr einen Stich, der sie kurz die Zähne zusammenbeißen ließ. Es war eientlich lächerlich, dachte sie, da sie ihn immerhin erst einen Tag lang kannte - und eine Nacht... - doch sie hing in gewisser Weise an ihm. Sie wusste nicht wieso und sie konnte ihren Gefühlsstand nicht beschreiben, doch ihr war klar, dass Noah für sie mehr als bloß ein One-Night-Stand war.
"Ich habe nie gesagt, dass ich schon fertig studiert hätte", sagte Bree kleinlaut und krallte ihre Finger um ihre Oberarme. "Und ich weiß, dass es dich deinen Job kosten könnte, es könnte mich genauso meinen Studienplatz kosten, aber...", sie sprach nun mit etwas gedämpfterer Stimme und wusste nicht mehr weiter.
Er ist mein Lehrer! Mein Professor!
Zerstreut strich sich Bree das Haar aus der Stirn und sah Noah verzweifelt an.
"Aber es hat sich doch nichts verändert oder? Ich meine wir haben uns nicht verändert", sagte sie und wusste nicht wohin mit ihren Händen.
"Es könnte doch irgendwie funktionieren...", murmelte Bree noch und war sich nicht sicher, ob Noah sie gehört hatte oder nicht.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   So Mai 15, 2011 1:31 am

Seine Haltung war zu angespannt, zu unnatürlich, zu steif.
Was sollte er bloß machen, wie handeln, was tun? Ihm kamen alle möglichen Ideen, doch welche davon war die Richtige? Das konnte ihm wohl niemand sagen.
Er sah die Verzweiflung in Brees Haltung und ihrem Blick. Es tat ihm auf seltsame Art und Weise weh, sie so zu tun. Am liebsten wäre er aufgestanden und hätte sie in die Arme genommen, ihr glänzendes Haar geküsst und ihr die Strähne, die die süße Eigenart hatte ihr immer ins Gesicht zu fallen, hinters Ohr gelegt, aber er blieb sitzen, er musste sitzenbleiben. Die einzige Möglichkeit, die ihm blieb war der Augenkontakt.
"Wir haben uns ganz sicher nicht verändert, dafür haben sich die Umstände und die Rahmenbedingungen stark verändert und ich weiß nicht, ob dass das wir nicht fast schon über"stimmt"." Am Schluss murmelte Bree irgendetwas und er hatte Mühe es zu verstehen, doch irgendwie schaffte er es mit seinen Lippenleskentnissen zu verstehen, was sie gesagt hatte.
Einerseits löste dieser halbe Satz wahsinnige Freude aus, andererseits erneute Vorwürfe und Skepsis gedanklicher Natur. Trotzdem war da dieser kleine Funken von Hoffnung in ihm, die auch in seinen Augen aufblitzte.
Vielleicht hat Bree Recht, vielleicht kann es irgendwie auf einem verrückten Weg funktionieren? Sie ist ihren Altersgenossinnen weit voraus, aber was wenn nicht? Was wenn.....Schluss mit dem was wenn....vielleicht könnte es tatsächlich irgendwie funktionieren....
"Vielleicht, vielleicht könnte es das...", antwortete er nachdenklich, stand auf, umrundete den Tisch und lehnte sich schließlich mit abgestützten Händen auf der Tischplatte nach hinten an, während er Bree in ihre wunderschönen Augen sah und ihn wieder das Bedürfnis befiel durch ihr Haar streichen zu wollen.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   So Mai 15, 2011 10:49 pm

Noah blieb einfach nur bewegungslos sitzen und wirkte unheimlich steif und er machte den Eindruck, als fühlte er sich alles andere als wohl in seiner Haut. Bree merkte das und aus irgendeinem ihr unergründlichen Grund stieg wieder leichte Wut in ihr auf.
Warum saß er einfach nur so stur da? Wenn ihm seine Karriere wichtiger war als sie, dann sollte er ihr das gefälligst sagen und sie hier nicht so zappeln lassen!
Als Noah endlich zum Sprechen ansetzte und erwiederte, dass die verbotenen Umstände das Wir überstimmen würden, wurde sie erneut von Stichen überfallen: Bauch, Hals, Herz.
Doch danach schien er anscheinend über das nachzudenken, was Bree gemurmelt hatte - also hatte er es gehört - was wieder ein wenig Hoffnung in ihr aufsteigen ließ. Wie konnte man in so kurzer Zeit so viele verschiedenen Gefühlszustände erleben!?
Vielleicht könnte es das... sagte er leise und umrundete anschließend den Tisch und stand nun neben Bree, die ihre Nägel immer noch in ihre Oberarme bohrte. Am Abend würde sie sicherlich Abdrücke haben, von denen man glauben könnte, sie kämen von einem Gewalttäter. Doch in diesem Moment fiel ihr das gar nicht auf, sie war viel zu sehr auf Noah's Gesichtszüge konzentriert.
Bree wollte etwas sagen, hatte jedoch zu viel Angst, dass ihre Stimme nach der ersten Silbe versagen würde, deshalb schluckte sie um die vier Mal, bevor sie sprach:"Ja, vielleicht könnte es das. Mir ist klar, dass wir aufpassen müssten. Wir müssten riesig aufpassen, aber es is nicht unmöglch! Meine Entscheidung steht fest. Aber ich sehe so viele Zweifel in deinen Augen, dass ich das im Moment nicht länger ertragen kann. Denk darüber nach, du weißt ja, wo du mich findest. Wenn nicht, dann ruf mich an".
Je länger sie sprach, desto leiser und schwächer wurde ihre Stimme. Am Anfang klang sie noch stark doch danach war sie immer mehr abgeschwächt.
Bree trat einen Schritt näher zu Noah, legte ihre zierliche Hand auf seine, und ging dann in Richtung Ausgang.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   So Mai 15, 2011 11:06 pm

Dieses Gequälte in ihrem Gesicht verschwand und verschwand nicht und das machte ihn fertig.
Bree war so eine impulsive Frau, sinnlich und mit einigem Temperament. Er mochte das an ihr sehr gerne, auch wenn er es im Moment nicht zugeben würde.
Ihre Antwort war gut überlegt und er merkte ihr an wie sie versuchte, sie sicher rüberzubringen, aber trotzdem wurde ihre Stimmer leiser und leiser, bis sie schließlich einem Flüstern glich.
Ihre Worte versetzten ihm unbewusst einen Stich, vor allem als sie erwähnte, sie würde es nicht länger ertragen, den Zweifel in seinen Augen zu sehen.
Sie musste einfach verstehen, dass das nicht so eine einfache Entscheidung für ihn war. Er hatte sich in den letzten Jahren einen guten Ruf aufgebaut, hatte es als Professor an diese Schule geschafft und jetzt sollte er das alles riskieren?
Brees zierliche Hand berührte die Seine und der Stein auf seinem Herzen fühlte sich noch schwerer an, als er ohnehin schon war. Ihm wurde bewusst, als er Bree nachsah, die sich dem Ausgang näherte, dass er es für sie riskieren wollte. Zumindest wollte er es versuchen und er brauchte keinen blöden Anruf, um ihr seine Entscheidung mitzuteilen.
Mit eiligem Schritt folgte er ihr und hielt sie sanft, aber bestimmt am Arm fest, sodass sie sich umdrehen musste. In diesem Moment küsste er sie intensiv und lange. Er drückte sie an sich und versuchte ihr klar zu machen, dass er es versuchen wollte.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Mo Mai 23, 2011 10:19 pm

All dies zu sagen, was sie gerade eben gesagt hatte, war ihr schwerer gefallen als sie gedacht hätte. Es war nicht das erste Mal gewesen, dass sie so eine Art Ultimatum gestellt hatte, doch dieses Mal...es fühlte sich so an, als wäre ihr Herz eine Tonne schwer.
Trotz allem ging sie mit bestimmtem Schritt in Richtung Ausgang, wollte sich nichts anmerken lassen, doch als sie hörte, dass Noah hinter ihr den Schreibtisch verließ, hörte sie ihr Herz so laut vor Hoffnung pochen, dass ihr beinahe schwindelig wurde.
Einfach geradeaus sehen, einfach geradeaus...noch ein paar Schritte und ich bin draußen...
Noch ehe sie die Schwelle der Tür erreicht hatte und realisiert hatte, dass er schon so nahe war, wurde sie auch schon sanft von ihm am Arm berührt und herumgewirbelt.
Bree öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch Noah's Gesicht kam in Blitzesschnelle auf ihres zugeilt und seine Lippen versiegten jeden Laut, der aus ihrer Kehle wollte.
Er überraschte sie mit dem intensiven, langen Kuss so sehr, dass sie anfangs nicht richtig reagieren konnte.
Kurz danach schlang Bree jedoch ihre Arme um Noah's Nacken und erwiderte den Kuss innig und leidenschaftlich. Ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals, doch das Gefühl war eifach herrlich.
Als sich die beiden wohl oder übel voneinander lösen mussten, ließ Bree ihre Arme wieder an ihren Seiten hinabhängen und presste die Lippen aufeinander. Anschließend drehte sie sich um, schloss die Augen, atmete tief durch und ging dann zur Tür. Jedoch nicht um hinauszugehen, sondern um die Türe zu schließen.
Bree drehte sich wieder um und ging langsam auf Noah zu.
"Ich weiß nicht was ich sagen soll", gab Bree zu und fuhr sich zerstreut durchs Haar. "Außer, dass es funktionieren kann. Dass es funltionieren wird". Und sie lächelte. Sie lächelte so sehr, dass ihr schon nach kurzer Zeit die Mundwinkel wehtaten. Bree nahm Noah's Hände in ihre und trat noch einen Schritt auf ihn zu, sodass sie nur weige Zentimeter voneinander entfernt standen.
Jetzt darf nur nichts schiefgehen...
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Mi Mai 25, 2011 10:29 pm

Als sich Bree der Tür zuwandte, dachte Noah sie würde nach diesem eindeutig atemberaubenden Kuss einfach den Saal verlassen. Deshalb sah er ihr verdutzt hinterher, bis er verstand, dass sie bloß die Türe schließen wollte. Sein Atem hatte sich mittlerweile wieder beruhigt.
Nachdem sie gesagt hatte, dass es funktionieren wird, lächelte sie so wunderschön, dass Noah sein Glück gar nicht begreifen konnte. Wie war es möglich, dass eine einzelne Frau so den Raum erhellen konnte und das bloß mit ihrem Lächeln? Der Gedanke und der Anblick, beides zugleich verwirrten ihn.
Er nahm ihre zarten Hände in seine und lächelte ihr zuversichtlich zu.
"Ich hoffe, dass es funktionieren wird. Nur ich glaube wir sollten eines am Beginn klären. Wenn wir uns einmal trennen sollten und ich noch hier dich unterrichte, dann versuchen wir trotzdem nicht den Ruf des Anderen zu zerstören. Und noch etwas, bist du dir sicher, dass du es mit einem Lehrer versuchen möchtest? Ich meine nur, es gibt so viele Studenten, junge, intelligente, schöne Studenten, die dich sicherlich alle anbeten werden und im Vergleich zu dir bin ich doch schon fast um 10 Jahre älter."
Seine Stimme war sanft, beinahe ein Hauchen in ihr süßes Ohr, während seine Augen ihren Blick festhielten.
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Bree Donovan

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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Mi Mai 25, 2011 10:47 pm

Das zuversichtliche Lächeln, das Noah ihr schenkte, bedeutete für Bree mehr, als sie beschreiben konnte. Seine Zuversicht war ihre Zuversicht und hoffentlich auch umgekehrt.
Sie hob leicht die Augenbrauen hoch, als er meinte, dass sie gleich am Beginn etwas klären musste, doch das, was er sagte, leuchtete ihr ein.
"Ich würde niemals deinen Ruf zerstören oder in irgendeiner Weise riskieren, dass du deinen Job verlierst, egal was passiert, das verspreche ich dir"; sagte Bree bestimmt und vollkommen ehrlich. Manchmal mochte sie zwar so wirken, doch sie war nicht die Art von Mensch, die großartige Rachepläne schmiedete, wenn sie verletzt oder verärgert worden war.
Während Bree dann dem zuhörte, was Noah als nächstes sagte, schüttelte sie fortwährend den Kopf und legte ihm zum Schluss einen Finger auf die Lippen.
"Ich bin mir ganz sicher. Außerdem sind die Studenten alle nichteinmal halb so intelligent wie du, das wirst du ncoh früh genug herausfinden, glaub mir", sie grinste, während sie das sagte. "Es geht mir ja auch nicht nur darum. Und ums Alter gehts mir auch nicht".
Bree fuhr mit dem Finger, der auf Noah's Lippen lag, über sein Kinn dann über den Hals und anschließend legte sie ihre beiden Handflächen auf seine Brust. Sie lehnte sich leicht gegen ihn und war einfach nur glücklich und noch dazu absolut verzaubert von Noah. Er sah einfach so gut aus...
"Dieselbe Frage geht an dich...nur eben umgekehrt. Dir ist klar, dass wir uns in Woodbridge nicht gemeinsam sehen lassen können? Nachhilfelehrer kauft uns nämlich niemand ab...". Bree seufzte enttäuscht.
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Noah

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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Sa Mai 28, 2011 10:05 pm

Ihr Finger auf seinen Lippen ließ ihn aufschauen, direkt in ihre schönen, großen Augen, die so ehrlich und treu ihn anlächelten.
"Ich weiß, dass viele Jungs in deinem Alter nicht gerade die Hellsten sind...leider. Sie befinden sich oft noch im geistigen Alter eines pubertierenden Jugendlichen, aber trotzdem solltest du dir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Nur zur Sicherheit..."
Er lächelte sie schließlich fröhlich und entschlossen an.
"Du hast Recht, wir werden uns nicht sehen lassen können...aber was spricht gegen die Nachhilfe? Zumindest können wir uns so in einem Park auf einer Bank oder so treffen, bewaffnet mit Büchern und lernen beziehungsweise uns unterhalten."
Auch er seufzte.
"Es ist nur so schade, dass wir uns nie so zeigen können."
Er wickelte einer ihrer blonden Strähnen um seinen Finger und ließ sie wieder los, um sie dann hinter ihr Ohr zu streichen. Bree war einfach so wunderschön, dass er es immer noch nicht fassen konnte.
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Bree Donovan

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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Sa Mai 28, 2011 10:24 pm

Bree ließ sich das, was Noah betreffend der Nachhilfe gesagt hatte, nocheinmal durch den Kopf gehen und nickte dann langsam.
"Stimmt...draußen mit einem Stapel Bücher sitzen klingt toll"; stimmte sie ihm ein wenig verträumt zu. "Da hat bestimmt niemand etwas dagegen...nur schade, dass der Winter so nahe ist...".
Bree seufzte leise und musste Noah wieder zustimmen.
"Das ist wirklich schade...aber andererseits..."; sie sah auf und ein keckes Grinsen breitete sich plötzlich auf ihrem Gesicht aus.
"Das wird ein richtiges Hide and Seek...Nervenkitzel pur", meinte sie und dachte daran, wie viele Ausreden sie wohl in diesem Jahr finden werden musste, falls sie villeicht irgendwann mal eine Zimmergenossin bekommen sollte oder auch gegenüber anderen Freunden.
Sie lächelte, als Noah ihr die Haarsträhne hinters Ohr strich und legte ihre beiden Arme um seinen Nacken.
"Hach...aber du darfst mich zumindest beim Vornamen nennen...".
Es würde sicherlich unheimlich schwer für Bree werden andauernd Professor Evans sagen zu müssen anstatt einfach nur Noah. Sein Name würde dadurch unheimlich wertvoll für die werden.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Sa Mai 28, 2011 10:57 pm

"Ein richtiges Hide and Seek?", fragte er amüsiert und lachte dabei.
"Ja, vermutlich, Nervenkitzel wird es, nicht erwischt zu werden wird eben zu einer Schwierigkeit."
Noah strich ihr wieder durch die Haare, weil er davon einfach nicht genug bekommen konnte. Ihr Haar war zwar widerspenstig, aber so unglaublich natürlich, wild und schön, dass er nicht anders konnte, als es zu berühren.
"Stimmt, ich würde sagen, da habe ich einen extrem großen Vorteil", auch Noah grinste überlegen.
"Aber, Miss Donovan, nicht dass sie mir auf die Idee kommen, unser besonderes Verhältnis könnte Auswirkungen auf Ihre Noten haben. Ich werde vermutlich noch strenger als bei den Anderen sein. Das ist Ihnen wohl klar."
Er zog sie enger an sich heran und lächelte süffisant.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Mi Jun 01, 2011 9:56 pm

"Schwierigkeit kannst du laut sagen"; seufzte Bree, wechselte dann aber sofort wieder zu einem amüsierten und aufgeregten Grinsen. "Aber der Nervenkitzel...der übertrifft alles, finde ich".
Sie freute sich in gewisser Weise schon richtig darauf, herumzuschleichen und sich mehr zu freuen, wenn sie Noah sah, als wenn sie es täte, wenn sie ein normales Paar wären. Gut, sie wusste nicht, ob sie sich und Noah schon als Paar bezeichnen konnte, doch sie hatte im Moment keine Lust ein besseres Wort für die beiden zu suchen. Affäre würde es wohl nicht treffen, außerdem klang das so schäbig.
"Nun...wenn Sie nun strenger mit meinen Noten sein werden, dann werden Sie sich gleich davon überzeugen können, dass ich auch besser als die anderen bin. Zumindest könnte ich, wenn ich wollte...".
Als Noah sie näher an sich heran zog, erwiderte Bree sein süffisantes Lächeln und vernegte den Griff ihrer Arme um seinen Nacken.
Sie stellte sich leicht auf die Zehenspitzen und berührte ganz leicht seine Lippen, blieb nicht zu lange an ihnen hängen und lächelte - ohne es richtig zu merken - ein wenig sehnsüchtig. Bree würde ihn am liebsten stürmisch und innig küssen, wie vorhin, doch die Angst, dass jeden Moment jemand in den Raum platzen konnte, hatte sich in ihre Gedanken geschlichen.
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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Di Jun 14, 2011 12:34 am

Noah gefiel ihr aufgeregtes Grinsen und dieselbe Aufregung, die sich in ihre Stimme mischte. Auch wenn das Alter noch ein Punkt war über den er nachdenken musste, so wusste er doch tief drinnen, dass Bree ihren Altersgenossinnen weit voraus war.
Mit strenger Lehrerstimme erwiderte er:"Sie KÖNNTEN, wenn sie WOLLTEN? Also wirklich, dass verbiete ich mir, so eine Aussage ist wirklich unerhört."
Er lächelte und fügte hinzu:"Dafür muss ich mindestens noch einen Kuss verlangen." Er küsste sie sanft und lächelte erneut. Er konnte auch gar nicht anders. Das Lachen war ihm ins Gesicht gebrannt, wenn Bree in der Nähe war. Er musste sie nur anschauen und schon fand man ein kleines, verliebtes Lächeln in seinem Gesicht.
Schließlich küsste sie ihn, aber seinem Geschmack nach viel zu kurz. War es schon die Vorsicht, die sie verfolgte? Noah war sich ziemlich sicher, dass keiner im nächsten Moment den Raum betreten würde und umschlang sie noch einmal fester und küsste sie stürmisch und intensiv.
Plötzlich hörte er Stimmen vom Gang, die eindeutig lauter wurden. In einer Schnelligkeit, die er von Bree und sich selbst nicht erwartet hätte, lösten sich die beiden voneinander, Noah ging hinter den Lehrertisch und schon ging die Tür zum Lesungsaal auf. Zwei Schülerinnen, vielleicht Kolleginnen von Bree, betraten den Raum und sahen die beiden etwas verdutzt an.
Noah, äußerlich vollkommen ruhig sagte:" Verstehen Sie jetzt was ich meine? Dieses Buch kann kann Ihnen bei ihren Fragen helfen. Vielleicht gelingt Ihnen so die Ausarbeitung bis zum nächsten Mal besser." Er schrieb etwas auf einen Zettel.
Heute abend bei mir?
Er reichte ihr das Blatt Papier und sagte dann:" Bitte machen sie die Ausarbeitung so gründlich wie möglich."
Dann lächelte er ihr professionell zu und wandte sich den beiden Studentinnen zu.
"Kann ich irgendetwas für Sie tun oder warten sie nur auf Miss Donovan?"
Er wartete auf eine Antwort, während er seine Sachen in seine Aktentasche räumte.
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Bree Donovan

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BeitragThema: Re: Lesungssaal für deutsche Literatur   Sa Jun 18, 2011 11:14 pm

Bree lachte amüsiert und sagte: "Das wird nicht das einzige unerhörte sein, das ich von mir geben werde".
Sie freute sich über den kurzen und sanften Kuss, jedoch noch mehr über den stürmischen und intensiven, der sie gleich danach erwartete und vollkommen aus der Bahn warf.
Bree schlang ihre Arme noch fester um Noah und erwiderte den Kuss leidenschaftlich. Als jedoch aufeinmal Stimmen vom Gang an ihr Ohr drangen, löste sie sich so schnell wie möglich von Noah, der in Blitzesschnelle den Schreibtisch umrundete und auch schon auf der anderen Seite stand, als Bree sich richtung Lehrertisch drehte und so tat, als würde sie sich konzentrieren und etwas lesen, das in seinen Notitzen stand.
Die Tür ging nur wenige Sekunden später auf und zwei Studentinnen kamen herein mit einem verdutzten Ausdruck im Gesicht. Es waren Spencer und Caroline, wobei sie Caroline nur flüchtig kannte.
"Ich werde das Buch besorgen und mal darin blättern, mal sehen ob es das richtige ist", sagte Bree und seufzte, als wäre es ihr zuwider eine Ausarbeitung über irgendetwas zu schreiben.
Den Zettel, den Noah ihr in die Hand drückte, packte sie in ihre Tasche und nickte flüchtig als Antwort, doch sie würde ihm später ohnehin noch eine SMS schreiben.
"Wir waren auf der Suche nach Bree", sagte Spencer, deren Falten des Msstrauens sofort verschwunden waren, als Noah zu ihnen sprach. Jetzt lächelte sie sogar ein wenig dämlich, wobei Caroline neben ihr ihre Nägel betrachtete. Sie war nicht in seinem Kurs.
"Nochmal vielen Dank, Professor"; sagte Bree, lächelte kurz und bündig, wie es eine normale Schülerin tun würde und drehte sich zu Spencer und Caroline, mit denen sie anschließend den Lesungssaal verließ, ohne nocheinmal zurück zu sehen.
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