University of Arts

Die University of Arts ist ein Ausbildungsplatz für alle jungen Menschen, die die Liebe zur Kunst entdeckt haben und ihre Talente in Schauspiel- oder Schreibkunst, Poesie, Tanz, Gesang, Komposition und/oder der Malerei ausbauen möchten.
 
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 Auditions

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Claire

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BeitragThema: Re: Auditions   Fr Dez 24, 2010 1:00 am

Claire hörte seiner melodischen Stimme und den begleitendem Klavier zu.
Es war ihr ziemlich egal, ob es ausgereift war oder nicht. Es würde wohl, ob perfekt oder nicht, immer gut für sie klingen. Außerdem war sie nicht wirklich der Spezialist, sondern nur ein Amateur. Und da sie sich sowieso vom ersten Tag an gleichzeitig in seine Stimme verliebt hatte, konnte ihr auch niemand den perfekten Eindruck, den sie immer wieder gewann, wenn er sang, egal ob fertig oder unfertig, nehmen.
Ein paar Wörter hallten in ihren Gedanken nach.
Walking alone will never be the same,
and you're the one to blame
Cause nothing else counts,
nothing else moves.
Nothing but you can make my world turn.
Es scheint als müsste ich wieder einige meiner Fehler gut machen, aber das werde ich, versprochen Chris.

Sie umrundete beinahe lautlos den Flügel und setzte sich neben Chris. Sie brauchte nicht viel Platz, daher war es auch kein Problem auf dem Klaviersessel gemeinsam zu sitzen. Ihre Hüften berührten sich und automatisch dachte sie an den Moment damals in seiner Wohnung. Auf diesem Klavierhocker damals hatte er ihr das erste Mal etwas vorgespielt, sie hatten sich zum ersten Mal geküsst. Wie groß ihre Angst damals war, abgewiesen zu werden, und doch überzeugte er sie rasch vom Gegenteil, als er selbst die Initiative ergriff.
Sie strich ihm durchs Haar, über seine Wange und schließlich über seine Hand, bis sie ihre eigene Hand wieder in ihren Schoss legte.
"Ich finde es wunderschön, wenn auch traurig", antwortete sie ehrlich und fragte dann:" Hast du sonst noch etwas komponiert, während...während den letzten Monaten?"
Sie umging das Wort "Eiszeit". Es gefiel ihr nicht besonders gut.



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Christopher

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BeitragThema: Re: Auditions   Fr Dez 24, 2010 1:16 am

Als Claire sich neben ihn auf den Klavierhocker setzte, auf dem sie schon in Wien damals sehr oft gemeinsam gesessen hatten, wurden alte Erinnerungen wieder wach. Natürlich die des allerersten Küsses und natürlich hallten ihm die Worte und die Melodie des Liedes "Butterflies" im Kopf wider, da er es Claire damals als erstes für sie komponiertes lied vorgestellt hatte und welches somit auch zu ihrem Hochzeitslied geworden war.
Chris führte seine Hand zu Claire's, die in ihrem Schoß lag, nahm sie sanft in seine, hob sie hoch und küsste ihr den Handrücken, bevor er sie mit seiner eigenen Hand auf ihrem Knie ruhen ließ.
Das zweite Lied, das er komponiert hatte, war in der Zeit entstanden, in der Chris sich so allein wie noch nie gefühlt hatte. Claire und er hatten in diesem Zeitraum kaum noch ein Wort gewechselt. Ihre Konversationen waren kaum über "Guten Morgen" und "Gute Nacht" hinausgegangen, doch er hatte einfach keine Worte finden können, um seiner Frau seine wahren Gefhle mitzuteilen. Er hatte ohnehin vorgehabt ihr das Lied vorzuspielen und jetzt schien ein guter Zeitpunkt dafür zu sein.
Chris löste seine Hand wieder von Claire's und legte sie auf die Klaviertasten.
Nachdem er einmal tief durchgeatmet hatte, begannen seine Finger auch schon wieder über das Keybord zu fliegen, seine Stimme erklang zuerst leise und dann lauter, seine Augen bei einigen Zeilen geschlossen, bei anderen auf Claire gerichtet.
Seit Stunden bleibt das Blatt vor mir,
ganz jungfräulich und leer.
Was sonst so einfach schien,
fällt mir auf einmal schwer.
Facettenreich konnt' ich's beschreiben,
es viel mir immer leicht,
zu sagen was ich fühl,
doch jedes Wort scheint mir zu seicht.
Denn ich lieb dich, brauch dich.
Mehr als jedes Wort.
Mehr als jeder Ton,
dir jemals sagen kann.
Ich sehn' mich, vermiss dich.
Mehr als jedes Wort,
mehr als jeder Ton,
in diesem Liebeslied.
Denn mein Herz sagt,
mehr als jedes Wort.

Tausendmal sang ich von Liebe,
doch nie hab ich berührt,
was zu diesem unglaublichen Wunder führt.
Verlegen war ich nie um Worte,
doch endlich wird mir klar :
Was ich sagen wollte,
wird erst schweigend wirklich wahr.
Denn ich lieb dich, brauch dich.
Mehr als jedes Wort.
Mehr als jeder Ton,
dir jemals sagen kann.
Ich sehn' mich, vermiss dich.
Mehr als jedes Wort,
mehr als jeder Ton,
in diesem Liebeslied.
Mein Herz sagt,
mehr als jedes Wort.

Als das Lied geendet hatte, atmete Chris erneut tief durch und ließ die letzten Töne durch den Festsaal ausklingen. Wie würde Claire wohl auf diese Ballade reagieren? Er hatte das Lied in Deutsch geschrieben, da er sich während des Schreibens besoders an ihre gemeinsame Zeit in Wien erinnert und sie sehr vermisst hatte.



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Claire

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BeitragThema: Re: Auditions   Fr Dez 24, 2010 1:37 am

Claires Handrücken kribbelte, nachdem Chris' Lippen diesen ganz zart berührt hatten.
Sie hörte, wie Chris durchzuatmen schien und dann zu spielen begann. Es war für sie faszinierend, wie sehr Chris mit der Musik lebte. Man spürte, als er die Augen schloss, wie sehr er sich darin vertiefte und verlor. Die ganze Zeit über waren ihre Augen nicht auf seine Finger und die Tasten gerichtet, denn sie wusste gut genug, dass er ein genialer Pianist war. Ihr Blick lag auf Chris und ab und zu sah er sie auch an. Sie fühlte sich klarerweise angesprochen und versuchte daher den Text zu verarbeiten. Es war eindeutig, dass dieses Lied in der Phase entstanden war, wo sich Chris wohl alleine gefühlt hatte, nicht fähig über irgendetwas tiefsinnigeres, gefühlvolleres zu sprechen.
Die letzten Töne klangen im Festsaal nach, bevor Stille einkehrte. Nur der Atem der beiden war zu hören.
Hatte er das Lied auf Deutsch geschrieben, weil sie diese Sprache am meisten verband? Claire vermutete es und fand das wirklich unglaublich einfühlsam.
Zuerst wusste sie nicht genau, was sie erwiedern sollte. Jeder Satz, den sie sagen wollte, schien ihm nächsten Moment so schwachsinnig, dass sie ihn gleich wieder verwarf. Es war zum Verrückt werden, denn Worte reichten hier einfach nicht. Worte würden die ganze Stimmung zerstören. Sie fühlte sich in die Vergangenheit versetzt, fühlte sich genauso jung und naiv, wie damals, als sie zum ersten Mal neben ihm gesessen war. Nur ging es hier um etwas vollkommen anderes. Hier ging es um eine überwundene, erfolgreich überwundene Krise, die sehr tief in ihr Leben schnitt und jetzt zum Glück heilen konnte. Es war nicht die Verliebtheit, die sie auf den Sessel mit ihm sitzen ließ, es war die Liebe.
Sie legte zärtlich ihre Hand auf seinen Oberschenkel, wobei die beiden immer noch verbunden durch den intensiven Blickwechsel waren.
Ihr Herz pochte und schlug wie wild. Warum war ihr auch nicht ganz klar, aber was machte das schon?
Das einzige Wort, das aus ihrem Mund kam, flüsternd, da sie wirklich bewegt war und welches sie vermuten ließ, nicht alles zu zerstören, war:" Danke."
Danke für diesen Moment, danke für dein Vertrauen, danke für deine Ehrlichkeit, danke für die letzten 6 Jahre, danke für die Krise und dass sie uns wieder näher zusammengebracht hat als zuvor, danke für dieses Lied und die vielen anderen, danke für dich, danke für deine Liebe.



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BeitragThema: Re: Auditions   Fr Dez 24, 2010 1:51 am

Nach den ersten paar Zeilen des Songs war es Chris aufeinmal leicht gefallen ihn seiner Frau vorzuspielen und er konnte an ihren Augen ablesen, dass ihr das Lied gefiel.
Die Deutsche Sprache, die sie in New York nur noch selten verwenden konnten, machte den Text noch besonderer und die beiden mehr zu verbinden, als all die englischen Lieder.
Chris verstand sehr gut, dass es nun schwierig für Claire war eine Antwort auf diese kleine Vorstellung zu finden. Oft war es nunmal nicht möglich seine Gefühle nur in Worten auszudrücken. Wenn dies der Fall war, konnte Chris mit seiner Musik die Nachricht überbringen, doch bei Claire war das ein wenig schwieriger.
"Du musst nichts darauf sagen", versicherte er seiner Frau liebevoll lächelnd und legte seine warme Hand auf ihre, die noch auf seinem Oberschenkel lag.
"Always", sagte Chris auf Claire's "Danke" hin und nahm seine aufeinmal wieder so zerbrechlich wirkende Frau in seine schützenden Arme.
Er würde ihr am liebsten jeden Tag etwas vorsingen, denn das war die Art und Weise, wie er seine starken Gefühle am besten zum Ausdruck bringen konnte. Doch es könnte problematisch werden, wenn man bedachte, dass er dafür jeden Tag ein neues Lied benötigte.
Das Ehepaar saß eine ganze Weile einfach nur still umschlungen da, es war kein Mucks zu hören, nur der Atem der beiden war vernehmbar.
Zärtllich strich Chris Claire unaufhörlich über das weiche Haar und atmete ihren unwiderstehlichen Duft ein.
"ich freue mich schon auf heute Nachmittag bzw Abend", murmelte er nach einer Weile leise und lächelte in sich hinein.



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BeitragThema: Re: Auditions   Sa Dez 25, 2010 11:18 pm

Ohne es zu bemerken, sprach Claire, obwohl sie eigentlich das Gesprochene denken wollte und auch dachte, nur eben laut.
"Wie kannst du nur immer so unglaublich zärtlich und liebevoll sein? Wie du schon deine Hand auf meine legst, mich in deine starken Arme nimmst und mich fühlen lässt, was Geborgenheit heißt und wie du zart mein Haar berührst, als wäre ich dein größter Schatz. Und dann auch noch dieses Lied, mit dem du mir wieder einmal deine Liebe beweist, die du ja eigentlich gar nicht zu beweisen brauchst, weil ich sie jeden Tag spüre, tief in meinem Herzen. Dann dieser unglaublich zärtlicher, warmherziger Blick, mit dem du mich gefangen hältst und vollkommen in deinen Bann ziehst. Und dieses Gesicht, diese Lippen, wenn du sie nur zum Sprechen oder zum Singen ansetzt, habe ich das Bedürfnis sie zu küssen. Wenn du dann auch noch deine Stimmbänder bewegst, dann schmelze ich sowieso dahin.... Wie kann ich dir bloß zeigen, was du mir wert bist? Wie kann ich es ausdrücken, was, wenn es mir so, wie in diesem Lied geht? Wenn Worte nicht mehr reichen, um Gefühle auszudrücken?"
Sie griff sich plötzlich erschrocken auf den Mund.
"Um Gottes Willen, habe ich das alles jetzt laut gesagt?" Sie erholte sich von ihrem Schock und lächelte verlegen mit etwas geröteten Wangen, während sie sanft über seinen Oberschenkel strich.
"Das war wohl etwas sehr viel auf einmal. Ich wollte es eigentlich denken, aber nun ja, da ist wohl irgendetwas in meinem System nicht ganz gutgegangen."
Sie lenkte auf ein anderes Thema um:" Wenn ich bloß wüsste, aus was deine kleine Überraschung besteht, aber ich freue mich darauf, wie als wäre dein Geburtstag, Weihnachten und Silvester auf einmal."
Sie lächelte strahelnd und voller Vorfreude.
Und bevor wir mit dem Programm anfangen, müssen wir noch bei dem Casting vorbeischauen, in Ordnung?"
Claire lächelte, immer noch mit leicht geröteten Wangen, weil ihr das von vorhin immer noch peinlich war. Sie war ins Schwärmen gekommen, wie so oft, aber diesmal war ihr es einfach so rausgerutscht.



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BeitragThema: Re: Auditions   So Dez 26, 2010 12:02 am

Als Claire so von Chris zu schwärmen begann, wurde ihm augenblicklich so warm ums Herz, dass er glaubte sein Herz würde jeden Moment zu schmelzen beginnen. Die Worte seiner Frau rührten ihn so sehr, sie klangen wie Musik in seinen Ohren, wie die Melodie von Claire's Herzen, die ihm ihre tiefsten Gefühle vermittelte.
Chris wollte gerade darauf etwas erwidern, doch Claire legte aufeinmal ihre Hand auf den Mund und stellte erschrocken fest, dass sie ihre Gedanken laut ausgesprochen hatte, was Chris zum Lachen brachte. Genau das liebte er so an Claire. Nach den vielen Ehejahren kam ihre romantische Ader nicht mehr so oft zum Vorschein wie früher, deshalb freute er sich umsomehr wenn es geschah und er sie dabei ertappte. Chris fand es auch immer unheimlich süß, wenn Claire sich selbst dabei erwischte und sich ihre Wangen sofort rot färbten
Er küsste ihre heiße, errötete Wange und sagte anfangs mit ein wenig belegter Stimme, da er von Claire's Ehrlichkeit und Gefühlvollheit so gerührt war, dass sich ein Kloß in seinem Hals gebildet hatte, und dann mit ruhiger, sanfter Stimme:"Ach, Claire. Bei dir fällt es mir niemals schwer liebevoll und zärtlich zu sein, weil du tatsächlich mein größter Schatz bist. Ich würde dir am liebsten jeden Tag ein Liebeslied spielen, doch selbst das wäre nicht genug um dir zu beweisen,wie sehr ich dich liebe. Du bist so elegant und würdevoll und hast eine starke Persönlichkeit, was ich an dir schätze und respektiere. Du bist mein sicherer Hafen, ohne dich würde ich vollkommen ziellos umherreisen. Und dann wieder kannst du so zerbrechlich sein, dass ich dich im Arm halten und beschützen will. Wenn du deinen Mund öffnest, erklingt reinste Poesie. Mit deinen Worten malst du Bilder und mit deiner größten Leidenschaft, dem Tanz, lässt du mich immer wieder vor Erstaunen erstummen".
Chris lächelte Claire an und sah ihr direkt in die blau-grauen Augen.
"Es muss dir niemals peinlich sein, soetwas laut auszusprechen, Darling. Und ich bin mir sicher du wirst den Nachmittag genießen"; er grinste überzeugt. "Das Casting gehört bei dem Vergnügen natürlich dazu".
Chris warf einen Blick zur Tür des Festsaales. Waren sie zu früh?



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BeitragThema: Re: Auditions   So Dez 26, 2010 12:37 am

Claire hörte natürlich zu Beginn seine leicht belegte Stimme und war daher nur noch berührter.
Sein sanfter Kuss auf ihre erhitzte Wange, ließ sie naiv, wie ein kleines Mädchen, dass gerade eine Tafel Schokolade geschenkt bekommen hatte, grinsen. Dieses junge, naive Grinsen lag nur ganz selten auf ihren Lippen, aber wenn, dann war es vollkommen ernst und ehrlich.
"Mon chéri, wir wollen nicht vergessen, dass du noch viel ausdrucksstärkere Wörter, unterstrichen durch deine herrliche Musik und deine wunderschöne Stimme findest", stellte sie ruhig fest, während ihre Hände und Arme sich um seinen Körper legten, ihn umschlungen und sie ihn so näher bei sich haben konnte. Nun hielt Chris Claire Chris und Chris Claire.
Sie fand es unheimlich rührend, als er von dem Hafen sprach. Es stimmte, wenn Chris jemanden brauchte, konnte er bei Claire einkehren und sie würde in ihren kraftvollen, energiegeladenen Zeiten ihn immer aufnehmen, sodass er sich bei ihr ausruhen und entspannen konnte. Doch dann gab es wieder Momente, in denen sie die Rolle der zerbrechlichen Claire einnahm. In diesen war Chris derjenige, der seine starken Arme um sie schlang, sie Kraft schöpfen ließ und da war für sie, für immer und ewig.
Claire fand den Vergleich mit dem Hafen einfach unheimlich schön und irgendwo poetisch. Sie würde das für ein späteres Gedicht verwenden, oder für eine Zeichnung, ihre Art Emotionen auszuleben und zu zeigen, oder eben der Tanz. Vielleicht würde sie es Chris dann zeigen. Er hatte schon seit längerem keinen Blick mehr in ihre ziemlich volle Zeichenmappe werfen dürfen oder besser gesagt, wollte er keinen Blick hineinwerfen, da in den letzten Monaten, sie es ihm auch kein einziges Mal angeboten hatte. Die Zeichnungen der letzten Monate waren alle auch sehr.....emotionsgeladen, jedoch eher negativ belastet.
"Was hast du bloß geplant?", fragte sie mit einem spielerischen Lächeln auf dem Gesicht. Eigentlich liebte sie Überraschungen, immer diese Spannung und das Nichtsahnen und wenn sie es dann herausfand, erlebte, sah fühlte sie sich immer so großartig. Vor allem waren Chris Überraschungen meist super über drüber romantisch. Da übermahnten sie oft die Gefühle und es endete immer sehr vorteilhaft für Chris und für Claire.
Claire folgte seinem Blick, doch da war anscheinend noch niemand. Sie sah kurz auf die Uhr, doch sie waren recht pünktlich. Claire beschloss ihre kurze, romantische Phase noch in vollen Zügen auszunutzen und die Zeit bevor der Schüler kam, deshalb nahm sie bestimmt das Gesicht Chris in ihre Hände und drehte es so, dass er sie wieder ansehen musste. Dann streckte sie ihren Kopf und presste ihre Lippen gegen seine. Wer weiß, wann die nächste Gelegenheit war, also musste sie diese auf jeden Fall noch nutzen. Nach einem lang währenden, zärtlichen Kuss, löste sich Claire wieder mit beschleunigtem Puls und Atem.



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BeitragThema: Re: Auditions   So Dez 26, 2010 1:05 am

"Danke, Liebling", lächelte Chris "Aber meine Worte reimen sich nicht. Deine tun es, auch wenn sie es nicht tun, verstehst du?".
Wenn die beiden sich gegenseitig ihre Liebe gestanden kam es ihm immer so vor, als würde Claire ausschließlich in Versen sprechen, die sich reimten, auch wenn dem nicht so war. Jedes ihrer Wörter klang einfach poetisch in seinen Ohren.
"Hast du denn in den letzten Monaten Gedichte geschrieben? Viel gemalt?", fragte er Claire neugierig, da ihm nun wieder einfiel, dass er schon sehr lange keine Werke von seiner Frau bewundern durfte. Er hatte bis jetzt noch nicht sehr viele Bilder von Claire gesehen, doch die, die ihm bekannt waren, hatten ihn vom Hocker gehauen. Sie war einfach zu talentiert für diese Welt!
Als Claire fragte, was Chris wohl vorhabe, grinste er zufrieden.
"Tja, das wirs du dann schon noch herausfinden", antwortete er mit einem zähneblitzenden Lächeln.
Was sich Chris für diesen Nachmittag ausgedacht hatte, war nicht unbeding besonders herausragend, doch er fand es war eine romantische und wiedervereinande Idee, die Claire sicherlich gefallen würde. Zumindest hoffte er das sehr.
Als Claire's Hände sein Gesicht zu ihrem drehten, wusste er schon was kam und sah dem Kuss glücklich entgegen. Chris empfing ihre sanften Lippen liebend gerne und bewegte seine ebenso zärtlich im Einklang mit ihrem Mund. Er würde wohl nie genug von diesen Lippen bekommen!
Widerwillig, da ihnen beiden die Luft ausging, mussten sie sich wieder voneinander lösen.
"Ich liebe dich", hauchte er mit ebenso schnellem Atem wie Claire und küsste sie noch zwei Mal kurz auf ihren zauberhaften Mund. Chris wünschte sich sie wären zu Hause und nicht im Saal der Auditions, denn er wollte mehr...er würde Claire am liebsten stundenlang küssen.
"Wann darf ich denn mal wieder eine Tanzeinlage von dir bewundern?", fragte Chris nach einer Weile. "Beim Casting darf ich ja leider nicht zusehen...".






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BeitragThema: Re: Auditions   So Dez 26, 2010 1:19 am

"Ja, ich glaube ich verstehe, was du meinst, dafür sprichst du durch deine Musik", antwortete sie wahrheitsgemäß. Der gemeinsame Kuss, welchen sie ja angezettelt hatte, überwältigte sie wieder einmal.
Schon wieder pochte ihr Herz, wie wild. Dieser Mann schaffte es einfach nach Jahren noch, sie so sehr zu bewegen und aus der Fassung zu bringen, dass ihr Herz unaufhörlich schlug und schlug.
Wieder einmal war es bei ihrem Kuss so, als würden sie eine undurchdringbare Einheit bilden, die niemand zerstören konnte außer sie selbst, wie sich in den letzten Monaten gezeigt hatte. Doch außer ihnen war niemand fähig dieses starke Band, dieses Team, dass die beiden bildete, auseinanderzureißen. Chris Lippen waren so sanft und bewegten sich unglaublich verführerisch auf Ihren, sodass ihr Inneres nach mehr schrie, doch sie musste diese Stimme auf später vertrösten. Hier war einfach nicht ganz der richtige Ort. Wie sehr wäre sie jetzt gerne zu Hause, aber was nicht war, war eben nicht. Claire las in Chris' Augen, dass es ihm nicht wirklich anders ging und auch er sich zurückhalten musste.
Verflixte Auditions, aber was tut man nicht alles für Schüler?
Diesmal sprach sie wieder etwas offen aus, obwohl es eigentlich klar war, jedoch wollte sie von nun an so einiges offener aussprechen, um ja nicht wieder in alte Muster hineinzufallen.
"Wieso kann ich von dir nie genug bekommen, selbst nach 6 Jahren nicht? Und warum schaffen wir beide es immer uns in Situationen zu bringen, in denen unser beider Verlangen nach mehr schreit und wir es doch auf später vertrösten müssen? Ich glaube irgendetwas machen wir falsch", sagte sie lächelnd. Sie meinte es natürlich nur spaßhalber, denn das war ganz und gar nicht falsch, nur anstrengend auf Dauer, aber auf keinen Fall falsch.
Sein beschleunigter Atem ließ sie leise kichern und sein erneutes Liebesgeständnis grinsen.
"Ich liebe dich auch, Liebling." Zwei süße Küsse durfte sie noch freudig empfangen, bevor diese wieder zu Ende gingen. Erst nach einigen verstrichenen Minuten des Luft holens antwortete Claire auf seine Fragen:" Tanzeinlage? Hmm...ich denke, du wirst früher eine sehen, als es dir lieb ist." Sie lächelte.
"Was die Gedichte betrifft, hatte ich in den letzten Monaten nicht wirklich den Nerv dafür, mit einer Ausnahme, nämlich dem Heutigen und ich glaube du hast jetzt einige Zeit lang genug von meinen Gedichten, verständlicherweise. Bilder hingegen, da habe ich mich in letzter Zeit ziemlich ausgetobt. Wenn wir heute nach Hause kommen, kannst du ja einmal einen Blick darauf werfen", schlug Claire kurz vor und grinste wieder.
"Aber, eine Sache, bei der ich mir nicht sicher bin, ist die, ob ich mich überhaupt beim Casting als Tänzerin bewerben soll...dieses Musical soll immerhin für ein halbes Jahr laufen, wenn es erfolgreich ist und mit dir kann es das nur werden. Also, ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich noch ein halbes Jahr warten will...." Sie spielte das Kinder kriegen an und sah ihn fragend an.



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BeitragThema: Re: Auditions   So Dez 26, 2010 3:25 pm

Nicolas bog um die Ecke zum Festsaal, wo die Auditions stattfinden sollten. Er wollte gerade eintreten, als er durch die geschlossene Türe hindurch Stimmen vernahm, die sich unterhielten. Eine der beiden Stimmen, die männliche, sprach ein Wort mit solcher Zärtlichkeit aus, so voller Liebe. Always, hallte es in Nics Kopf wieder, er taumelte zurück, gegen die Wand und sank an ihr herab, die Arme um sich selbst geschlungen, als müsse er sich festhalten um nicht auseinanderzufallen. Schluchzer schüttelten ihn, Tränen rannen wie Sturzbäche seine Wangen hinab, während er immer tiefer in den vernichtenden Strudel der Erinnerungen gezogen wurde.
Ein verlassener Spielplatz, zwei Jungen, die sich im Sand balgten, Arme und Beine wie ein Knäuel ineinander verschlungen. Die Erinnerung veränderte sich, die schmalen Körper wurden größer, aus Kindern wurden Jugendlichen, die harten Schläge wurden immer zärtlicher, gingen in ein Streicheln über.
Atemlose, erstaunte Stille, zwei Augen die sich ineinander verloren, Lippen die sich einander nährrten und sich in einem funkensprühenden ersten Kuss trafen.
"Always"
Die Lippen an seinem Ohr, rau geflüsterte Worte, die ein ewiges Versprechen gaben, während Schweißtropfen die nackten Körper entlang perlten und sich vermischten.
Ein ängstlicher Blick aus dunklen Augen, scheu und verletzlich. Ein warmes Lächeln und der vertraute Mund, der die beruhigenden Worte formte.
Starke Arme um ihn herum, die ihn sicher und geborgen hielten. Lachen und Liebe, so greifbar und dicht, dass man daran hätte ersticken können.
Doch sie begrüßten das Gemisch, atmeten es als ihr Lebenselixier ein, verströmten es mit jeder Pore ihres Körpers.
Weiche Lippen, die erst seinen Nacken und dann die weichen Wangen liebkosten, die bitteren Tränen fortküssten.
Das Krachen der Türe, als sie aus den Angeln flog und die entsetzten Gesichter seiner Eltern.
Gellende Schreie voller Schmerz und Verlust, Augen aus denen Tränen rannen, fiebrig glänzend von beginnendem Wahnsinn, als er verzweifelt gegen seinen Vater ankämpfte. Die Befreiung, sein keuchender Atem, als er dem Wagen hinterher rannte. Die Handflächen der beiden Brüder, die durch eine Scheibe getrennt, nocheinmal einander fanden. Das stumme Versprechen, die geschworenen Worte wahr zu machen.
Schmerz in seinen Knien, als er zu Boden fiel, doch er spürte es nicht....
In seinem Kopf die immer wiederhallenden Worte: Always, Always, Always...
Immer und immer wieder, als ob sie ihn verhöhnen wollten.

Nach Luft schnappend tauchte er aus seinen Erinnerungen auf. Seine Schultern zuckten, tief grub er die Nägel hinein um das zu unterbinden. Mit einem Taschentuch beseitigte er die Spure seiner Tränen, fuhr sich durch die Haare und richtete sich auf, sein Atem ging unruhig.
Eine Aura von Schmerz und Zorn umgab ihn wie eine schwarze Wolke, als er die Klinke der Türe hinab drückte und den Saal betrat. Mit schmerzerfüllten Augen betrachtete er die Szene, die sich ihm bot. Die beiden Professoren, die ihn prüfen sollten, waren in zärtliche Neckereien vertieft.
Das Bild rüttelte an den brüchigen Schilden um seine Erinnerungen und er räusperte sich, um auf sich aufmerksam zu machen.
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BeitragThema: Re: Auditions   So Dez 26, 2010 10:51 pm

Chris strich Claire sorgsam über die zarte Wange und schüttelte den Kopf.
"Wir machen gar nichts flasch, im Gegenteil. Denn genauso soll es sein, oder nicht? Die Leidenschaft und die Sehnsucht nach mehr werden niemals gestillt. Ich für meinen Teil genieße das sehr", meinte er und strich mit seinem Daumen einmal über ihre so schön geschwungenen Lippen.
Zu diesem Zeitpunkt war es bis auf das Ein- und Ausatmen des Ehepaares immer noch mucksmäuschenstill im Festsaal. Doch die Ruhe ware sehr angenehm, sie waren schon so lange nicht mehr in Ruhe so beisammengesessen, ohne Papierkram vor der Nase, der egal wie viel zeit auch vergehen mochte, nicht fertigzustellen war.
"Ich würde liebend gerne einen Blick auf deine Kunstwerke werfen, wenn wir zu Hause sind. Und ich bin mir sicher ich werde begeistert sein, wie immer. Außerdem ist es mir immer lieb dich tanzen zu sehen, auch wenn du jetzt hier auf der Bühne damit beginnst". Chris hatte keinerlei Zweifel daran, dass ihm beim Anblick von Claire's Zeichnungen der Mund offen stehen blieb. Er fand es faszinierend, dass sie so vielseitig talentiert war! Vor allem, wenn man bedachte, dass Tanzen, Malen und Dichten nicht wirklich viel miteinander zu tun hatten, zumindest nicht in praktischem Sinne.
Als Claire sagte, sie überlegte nicht am Casting teilzunehmen, aufgrund ihres gemeinsamen Kinderwunsches, leuchtete ihm das ein. Die Frage war nur, ob er selbst auch darauf verzichten sollte?
"Ich verstehe dich, Sweetheart. Es geht mir genauso wie dir, ich möchte so wenig Zeit wie möglich verlieren", sagte er, lächelte und drückte ihre Hand dabei, "Als Frau hast du bei unserem Wunsch natürlich mehr Strapazen als ich, das ist mir klar. Aber sollte ich die Rolle bekommen und das Musical wirklich ein halbes Jahr lang laufen, würde ich dich sehr oft alleine lassen, wenn man noch dazu meinen Job als Professor mit einberechnet. Das würde mir ein furchtbar schlechtes Gewissen verschaffen, Claire. Wenn du es also wünscht, dann verzichte ich ebenfalls auf das Casting".
Es fiel Chris ziemlich schwer diese Worte über die Lippen zu bringen, da er schon so lange nicht mehr bei einem richtigen Musical auf der Bühne gesanden hatte, doch der Kinderwunsch stellte sich auf jeden Fall in den Vordergrund. Bevor er noch etwas anderes sagen konnte oder Claire's Entgegnung hören konnte, hörte Chris ein Räuspern und sein Kopf schnellte herum. Am Gang des Festsaales stand ein blonder Student, der wohl Nicolas sein musste, der um eine spätere Audition gebeten hatten.
"Ah, Willkommen Mr. Script"; begrüßte Chris den jungen Mann und stand gemeinsam mit Claire vom Klavierhocker auf und ging die Stufen hinunter.
"Kommen Sie doch auf die Bühne und fangen wir gleich an", sagte er mit einer einladenden Geste mit seiner Hand zum Bühnenaufgang und setzte sich mit Claire hinter den Jurorentisch.
Am Sessel sitzend, holte Chris seine Brille hervor und setzte sie auf, bevor er Nicolas Namen auf ein unbeschriebenes Blatt Papier schrieb.
"Besprechen wir das später"; sagte er mit gedämpfter Stimme zu Claire und wandte sich wieder Nicolas zu.




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BeitragThema: Re: Auditions   So Dez 26, 2010 11:11 pm

Claire hörte Chris zu, während sie wie er, die Ruhe und die andauernden Zärtlichkeiten, die die beiden miteinander austauschten, genoss. Während sie ihre Augen schloss und sich entspannt an seiner Schulter niederließ, um seiner tiefen, angenehmen Stimme zu lauschen, merkte sie, wie Chris plötzlich seinen Blick umwandte. Deshalb schreckte sie ebenfalls auf und ärgerte sich kurz, da sie gerade eben ihre Lippen angesetzt hat, um zu antworten. Ihre Antwort musste sie sich wohl für später aufheben, dabei war es ihr wirklich ein Bedürfnis das loszuwerden, was sie sagen wollte.
Natürlich sollst du dich bei dem Casting vorstellen. So lange hast du auf die Bühne, dein Element, verzichtest. So lange hast du darauf gewartete, wieder einmal vor großem Publikum zu singen und dann sollst du das nicht tun, nur weil ich dann vielleicht schwanger sein sollte? Nein, Zeit brauchst du erst, wenn das Kind da ist. Vorher kannst du noch dein etwas verantwortungsloseres Leben leben, denn danach heißt es einiges an Verantwortung zu übernehmen. Du solltest diese Produktion genießen und ich gönne sie dir von Herzen, chouchou.
Claire verließ mit Chris die Bühne und setzte sich mit ihm wieder hinter den Jurorentisch. Zum Glück hatte Chris schon seinen Namen vorweg genommen, denn Claire hätte keine Ahnung mehr gehabt. Als sie wieder vor ihren Unterlagen saß, konnte sie den Namen ebenfalls nachlesen und gab sich zufrieden. Sie mochte es nicht sehr, uninformiert zu sein.
Dann löste sie ihren Blick wieder von den Unterlagen und sah den eintretenden Jungen genauer an. Es umgab ihn eine grausame Aura, die ausschließlich nur aus Schmerz und Zorn bestand. Schon der Anblick dieses jungen Mannes tat Claire irgendwo in ihrem Inneren weh. Auch Kim war zu Beginn so verängstigt aufgetreten, doch bei Nicolas Script hatte sie das Gefühl, als würde auf seinen Schultern die ganze Last der Welt ruhen.
Trotz allem war sie schon recht gespannt für was er sich bewarb. Falls er unter ihr studieren sollte, würde sie mit ihm auf jeden Fall noch privat sprechen.



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BeitragThema: Re: Auditions   Sa Jan 01, 2011 9:22 pm

Nicolas folgte der Aufforderung des Direktors und betrat die Bühne. Er positionierte sich in deren Mitte und richtete seinen Blick direkt auf die beiden Juroren, seine Körperhaltung war angespannt, aber nicht nervös.
Er bemerkte wohl das Neigen des Mannes zu der Frau und die gedämpft gesprochenen Worte, auch wenn er sie nicht verstehen konnte. Da hatte er wohl etwas unterbrochen, eine Aussprache oder ein Gespräch.
Normalerweise hätte ihm das Leid getan, aber diesmal war er zu erfüllt von Schmerz um sich darum zu kümmern.
"Ich möchte Ihnen zunächst für die Ermöglichung dieser Audition danken", begann er zu sprechen und fuhr fort "Wie Sie ja bereits wissen, ist mein Name Nicolas Script. Ich möchte mich für ein Studium der Literatur und Poesie bewerben."
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BeitragThema: Re: Auditions   Sa Jan 01, 2011 11:07 pm

Claire studierte den Ausdruck des Jungen und sah ihn deshalb ganz genau an.
Jedoch war ihr Blick keinesfalls unangenehm. In ihren Augen lag eine in sich ruhende Wärme, die sie versuchte dem jungen Studenten zu vermitteln. Dieser Schmerz, der ihn umgab und den er zu empfinden schien, für diesen gab es sicherlich einen Grund. Claire musste ihn nicht erfahren. Vielleicht würde sie ihn irgendwann einmal herausfinden, aber jetzt wollte sie ihn durch ein einfaches, freundliches und warmherziges Lächeln lindern, dem jungen Mann das Gefühl geben, dass er keine Angst zu haben brauchte. Er sollte ganz entspannt sein und das tun, was er gerne macht.
"Für Literatur und Poesie? Sehr gut, na dann beginnen Sie womit auch immer Sie beginnen möchten", antwortete Claire freundlich.
Sie fand es sehr interessant. Nicolas war der erste Schüler, der zwei Studienfächer wählte, die sowohl von Claire, als auch von Chris unterrichtet wurden. Das konnte wirklich interessant werden. Das war schon öfters vorgekommen und immer wieder war es spannend gemeinsam zu arbeiten.
Gespannt, aber immer noch mit derselben Wärme betrachtete sie Nicolas. Was würde er wohl vortragen?



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Nicolas

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BeitragThema: Re: Auditions   Mo Jan 03, 2011 10:15 pm

Nicolas bemerkte den prüfenden Blick der Frau und erwiderte ihn. In ihren Augen, ihrer Stimme und ihrem Lächeln lag eine freundliche Wärme, die ihm wohl Sicherheit vermitteln sollte. Er hätte ihre Geste gerne angenommen, täte sie ihm doch sicherlich gut, jedoch wäre im Augenblick nicht einmal das freundlichste und wärmste Lächeln in der Lage ihn in eine fröhliche Stimmung zu versetzen. Besonders nicht jetzt, wenige Sekunden, bevor er ein Gedicht vortragen würde, das ihm unendlich viel bedeutete. Denn es spiegelte sein Innerstes wieder.
Er nickte Claire zu und räusperte sich ein letztes Mal.
"'Always'. Für Alec", lautete die knappe, aber aussagekräftige Einleitung, denn seine Stimme brach beim Klang des Namen beinahe. Er fasste sich jedoch und begann das Gedicht vorzutragen, das er wenige Stunden nach dem Tode seines Zwillingsbruders verfasst hatte.
"‘Always’
I remember this voice in my head, the same word over and over again
Noise in the background when Dad told me to stop crying and take it like a man
I remember your lips, same as mine
Smiling at me, trying to encourage, though you were crying
I remember your eyes, same as mine
Shining so bright, full of glory and fury at the same time
I remember your hands, lying on mine
Giving me strength to endure the happening crime
I remember your pain, stronger than mine
Hiding it behind a smile, so you could say your line
‘Always’
A single word that made me fight
Each lost day and each lonely night
Each time the mirror teased me
Each time I broke down on my knee
‘Always’
A single word, an eternal promise
My fairytale good-night kiss
A single word, a single hope
One night where they broke
What pieces were left of my heart
Oh how I wished for a brand new start
But death is a lonesome man
He won’t take a step back from his plan
So I’ll have to wait and see
Until one day he’s coming for me"
Jede Zeile, jedes Wort wurde von Nicolas sorgsam ausgesprochen, hatte ihre eigene Melodie und Bedeutung.
Die letzten Zeilen, die vom Warten auf den Tod sprachen, wurden von ihm mit ernster Stimme vorgetragen, die letzten Worte beinahe gehaucht. Während dem ganzen Gedicht wich der Schmerz nicht eine Sekunde lang aus seinen Augen und zeigte die tiefe Bedeutung, die das Gedicht für ihn hatte.
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Claire

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BeitragThema: Re: Auditions   Sa Jan 08, 2011 2:11 am

Claire sah dem jungen Vortragenden aufmerksam zu, betrachtete seine Mimik, aber noch genauer hörte sie ihm zu. Seine Stimme war eindeutig bewegt und man spürte, wie das Gedicht ihn beherrschte. Der Blick des Mannes war ins Nichts gerichtet und vor Schmerz beinahe verzogen, sodass sich in Claire alles krümmte, da sie ihm nicht wirklich zu helfen wusste, aber sie war nur die Direktorin hier und es fiel weder in ihren Aufgabenbereich mütterliche Ratschläge zu erteilen, noch mit ihren Schülern eine Therapiestunde zu halten, so hart das jetzt auch in ihren eigenen Ohren klang.
Als die Stimme am Ende des Gedichtes beinahe brach, ließ sich Claire mit ihrer Bewertung einige Minuten Zeit, vor allem deswegen, um Nicolas Script eine Pause zu gönnen, in der er sich von seinen Emotionen loslösen und sich wieder beruhigen konnte. Sie selbst ging ihren Gedanken für einige Momente nach, da der Titel dieses Gedichtes sie irgendwo erfasste. Dieses Wort, es erinnerte sie an die Szene gerade eben und genau aus diesem Grund warf sie ihrem Kollegen, dem Mitbegründer dieser Schule, ihrem Seelenverwandten, ihrem tiefsten Freund, ihrem Partner, ihrem Geliebten, ihrem Chéri und all die anderen Rollen, die Chris in ihrem Leben einnahm, einen kurzen, unbemerkten Blick zu. Dann wandte sie sich wieder an den jungen Mann. Sie zog ihre eigene Schlüsse aus dem Text und dem Mann, dem dieser offensichtlich gewidmet war, wie Nicolas zu Beginn erwähnte.
Die große Liebe seines Lebens war vielleicht dieser Alec. Und auf jeden Fall spielt der Tod eine Rolle...das würde diesen unerträglichen Schmerz in seinem Gesicht erklären.
Schließlich nach einigen Minuten des Schweigens, klatschte Claire in ihre Hände und lächelte warmherzig.
"Dieses Gedicht war wirklich hinreißend. Deine Interpretation und auch der Aufbau haben mich wirklich tief beeindruckt." Auch wenn sie es nicht wollte, musste sie dieses Gedicht objektiv bewerten, da gehörte natürlich auch Kritik dazu, auch wenn es ihr dieser junge Mann schwer machte, da ihm dieses Gedicht sehr viel zu bedeuten schien. Deshalb versuchte sie ihre Worte sehr vorsichtig und in einen freundlichen Mantel zu verpacken.
"Ich war vor allem begeistert von deiner Ehrlichkeit mit dem du das Gedicht vorgetragen hast, aber ein kleiner Tipp fürs nächste Mal. Das Gedicht sollte niemals den Dichter beherrschen, sondern der Dichter sollte immer die Kontrolle über seine Zeilen und seine Gefühle haben."
Sie zwinkerte ihm zu und sagte dann abschließend:" Also von meiner Seite her bist du für das Fach Poesie wie geschaffen. Du hast ein ungeheures Talent, dass ich auf jeden Fall fördern möchte."
Sie schloss ihre Conclusion und nickte zufrieden, während das warme Lächeln und der warme Blick nicht aus ihrem Gesicht wich.
Always, Darling...ja Chris, always, selbst wenn der Tod uns scheidet.



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BeitragThema: Re: Auditions   Sa Jan 08, 2011 12:41 pm

Die Jurorin schwieg eine Weile, sie schien ihm Zeit geben zu wollen, sich zu fassen. Nicolas straffte die Schultern und zwang sich dazu, die aufkommenden Gefühle und Erinnerungen zurück zu drängen. Es wäre weder angebracht noch erschwinglich, hier gar in Tränen auszubrechen.
Schließlich klatschte die Jurorin in die Hände und lächelte ihn warmherzig an. Er lauschte ihrem Lob und nickte, ein winziger Funke Stolz blitzte in seinen Augen auf. Als sie die nächsten Worte vorsichtig und bedacht aussprach, wusste er, nun kam die Kritik. Was sie sagte, war ihm nicht neu. Doch es war so schwer...wenn sie ahnen würde...Nicolas verwarf den Gedanken.
Nein, so einfach durfte er es sich nicht machen. Er musste lernen, sich zu beherrschen, Alec für den Moment kontrollieren und nicht ihn sich kontrollieren lassen. Innerlich schnaubte er. Er ließ sich von einem Geist kontrollieren. War er nicht erbärmlich?
Die Frau zwinkerte ihm zu und gab ihm eine abschließende Bewertung, die ihn lächeln ließ.
Trotz des Schmerzes, der sich nie gnz beiseite schieben ließ, zauberte ihr Lob ein kleines Lächeln auf seine Lippen. Ihr warmes Lächeln und der ebenso warme Blick taten ihr Übriges, er fühlte, wie er sich langsam aber sicher entspannte. "Ich danke Ihnen", sagte er und neigte den Kopf.
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BeitragThema: Re: Auditions   Do Jan 13, 2011 10:32 pm

Chris sah dem jungen Studenten gespannt dabei zu, wie er sein Gedicht vorttrug und war absolut baff - anders konnte er es nicht ausdrücken.
Das Gedicht war einfach wunderschön, so gewählt formuliert und so gefühlvoll, schon beinahe herzzerreißend vorgetragen. Der Junge musste wohl ein tragisches Erlebnis mit diesen Zeilen verbinden und hatte es auch dementsprechend gut gesprochen.
Das ständig wiederkommende Wort Always in dem Gedicht ließ Chris auch an den vorigen Moment zurückdenken, an dem er genau dieses zu Claire gesagt hatte.
Es war nicht an Chris Nicholas zu beurteilen, da er Poesie nicht unterrichtete, daher sagte er auch nichts zu dem Vortrag. Vielleicht wollte Claire ja noch etwas hinzufügen? Obwohl, er wollte ihm nur schnell eine grundlegende Frage stellen.
"Also bewerben Sie sich für Poesie, sehe ich das richtig?", wollte Christopher von dem Studenten wissen und faltete die Hände.



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BeitragThema: Re: Auditions   So Jan 16, 2011 5:56 pm

Nicolas legte ein wenig fragend den Kopf schief. Hatte er diese Frage nicht schon zu Beginn beantwortet, als er sich vorgestellt hatte? Dennoch antwortete er dem Juroren: "Exakt. Und, wie ich zu Beginn sagte, für Literatur. Zu diesem Teil wollte ich erst nach der Beurteilung des Gedichts kommen."
Einfach weiter zu reden wäre ihm seltsam vorgekommen und er glaubte auch nicht, dass es üblich war, alles in einem Rutsch herunter zu rattern. Hatte er sich da geirrt?
Aufmerksam blickte er den Direktor an, abwartend, was dieser mit der Frage hatte bezwecken wollen.
In seiner Hosentasche ruhte das Papier, auf dem die Zeilen für Literatur niedergeschrieben waren.
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BeitragThema: Re: Auditions   Fr Jan 28, 2011 5:10 pm

Nachdem einige Minuten der Stille verstrichen und Chris keine Ansätze machte etwas zu sagen und so Claire nicht die Angst hatte, ihn irgendwie zu unterbrechen oder ihm ins Wort zu fallen, sagte sie etwas:" Also dann würden wir natürlich auch noch gerne den Vortrag, den du für das Studienfach Literatur vorbereitet hast, hören." Sie lächelte breit und sah abwechselnd zwischen Chris und Nicolas hin und her, bis ihr Blick schließlich bei Nicolas blieb und ihn einfach nur mit warmen Augen abwartend ansah.



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BeitragThema: Re: Auditions   So Jan 30, 2011 12:45 am

Chris presste die Lippen aufeinander. Hoppla, natürlich hatte Nocholas schon angekündigt, dass er sich auch für Literatur bewerben wollte, wie konnte ihm das entfallen? Nun, er war schließlich auch nur ein Mensch. Zwar einer, der seine Gedanken im Moment mehr auf die Audition richten sollte, als auf irgendetwas anderes.
Chris nickte auf Claire's Aufforderung an Nicholas und sagte:"Gut. Bitte legen Sie los, Nicholas". Er lächelte aufmunternd schrieb ein paar Zeilen in seine Unterlagen.



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BeitragThema: Re: Auditions   Do Feb 17, 2011 8:39 pm

Nicolas nickte, ein wenig verlegen, weil er da wohl den Juroren kurz aus dem Konzept gebracht hatte. Das war nicht seine Absicht gewesen. Er riss sich jedoch zusammen, atmete tief durch und holte das Papier aus seiner Hosentasche. Er faltete es auseinander, eigentlich brauchte er es nicht, es war einfach nur eine Stütze für ihn.
"Snow Queen", verlas er den Titel und begann die Geschichte vorzutragen, frei und ohne auf das Blatt in seinen Händen zu achten.
"Die kalten Augen der Killerin ruhten auf ihrem Opfer. Eisiger Wind ließ ihre Haare durcheinanderwirbeln, wild tanzten die schwarzen Locken um ihr bleiches Gesicht herum. Das silbrige Licht des Mondes ließ die nahezu weiße Haut der Frau schimmern. Ihre Silhouette hob sich kaum vom nächtlichen Himmel ab, wer nicht wusste, dass sie da war, würde sie nicht bemerken. Die Jägerin hatte sich ihr Ziel gesucht, doch das Lamm ahnte nichts von der drohenden Gefahr die wie ein Damoklesschwert über ihm schwebte, bereit jederzeit zuzuschlagen. Pfeifend ging der Mann die Straße entlang, die Hände tief in den Manteltaschen vergraben.
Es war ein ganz normaler Freitagabend und vermutlich war er gerade auf dem Weg nachhause, zu seiner Familie. Die Augen der Frau schlossen sich einen Augenblick lang.
Bei dem Gedanken an die beiden Kinder und die Frau die der Mann zurücklassen würde, fühlte sie Bedauern und Schuld-doch es gab für sie keine andere Möglichkeit. Sie war bereits zu tief in der Dunkelheit des Irrgartens verschwunden ohne den Weg heraus zu kennen.
Langsam hob sie den Arm, ihre Hand umklammerte den Pfeil, getränkt in tödliches Gift.
Ein Wimpernschlag, der ihr unendlich erschien, dann lösten sich ihre Finger, schickten den Pfeil mit tödlicher Präzision hinab. Er bohrte sich direkt in die Brust des Opfers.
Seine Augen weiteten sich vor Überraschung und Schmerz gleichermaßen. Er ging in die Knie, keuchte, als sich das Gift binnen weniger Sekunden in seinem ganzen Körper ausbreitete und sein Blut zu Eis erstarren ließ.
Wie in Zeitlupe nahm sie seine immer schwächer werdenden Atemzüge war, seine Brust hob und senkte sich. Dann-Stille.
Sein Leben war beendet, unwiederbringlich.
Der kalte Wind der um sie herumstrich, ihre Wange streichelte, hatte das Licht seiner Kerze erlöschen lassen. Die Schwarzhaarige verharrte für einen Augenblick, bevor sie sich umdrehte und mit eleganten Schritten das Dach entlang ging. Eine Reflektion aus dem Augenwinkel ließ sie inne halten.
Sie drehte den Kopf und sah eine alte Fensterscheibe, aus der sie ihr Spiegelbild ansah.
Strahlend blaue Augen inmitten perlweißer Haut, umrahmt von tiefschwarzer Lockenpracht blickten sie direkt an. Sie hob die Hand und fuhr die Konturen ihres Gesichtes nach. Ihre Hand verharrte an der Wange ihres Ebenbildes. Regungslos sah sie sich selbst entgegen. Soviel lag in diesen Augen. Früher einmal war es Freude und Hoffnung gewesen die einem aus ihrem einst warmen Blick entgegen schlug. Nun war da nichts mehr als Schmerz und Schuld, versteckt hinter einer undurchdringlichen, kalten Mauer aus Eis.
Bevor sie realisierte was sie tat, raste ihre Faust auf die Scheibe zu und durchschlug sie.
Ihr Spiegelbild zerbarst in tausende winzige Scherben, wie funkelnde Diamanten rasten sie durch die Luft, trafen sie, zerschnitten ihre Wange. Ein feines Rinnsal aus dunkelrotem Blut floss ihre Wange hinab und tropfte stetig zu Boden. Das rhythmische Geräusch hallte in ihrem Kopf wieder. Es war zu spät. Sie konnte nicht mehr zurück. Sosehr sie es sich auch wünschte, sie würde nie mehr die sein die sie einmal gewesen war. Diese Frau war tot.
Alles was noch existierte war sie-Snow Queen."
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BeitragThema: Re: Auditions   Do Feb 17, 2011 9:26 pm

Claire sah dem jungen Mann zu, als er einen Zettel hervorzog, den er aber kaum brauchte. Das Meiste sprach er frei und ihr war klar, dass das nur eine Stütze für ihn war, falls er zu aufgeregt war oder eine Stelle vergaß. Er trug den Text gut vor und Claire begriff auch sehr schnell, dass er wohl diesen Text selbst geschrieben hat. Aufmerksam lauschte sie und zog konzentriert ihre Augenbrauen zusammen, sodass sich zwischen ihnen ein kleines Fältchen bildete.
Als Nicolas geendet hatte, war sie einfach nur begeistert von dem selbst verfassten Text, doch es war nicht ihre Aufgabe diesen zu beurteilen, sondern Chris, deshalb sagte sie nichts, sondern nickte nur anerkennend. Ihr war jedoch klar, dass Chris Nicolas nie im Leben nicht aufnehmen würde, dafür hatte der junge Mann zu viel Talent. Trotzdem hatte Chris da mehr Ahnung, als Claire. Für Poesie war er ja auf jeden Fall schon auf der University of Arts.
Für heute würde er wohl der letzte Nachzügler sein. Claires Gedanken wanderten kurz und sie dachte an den bevorstehenden Nachmittag mit Chris. Zuerst würden sie wohl zu dem Casting gehen, dann hatte Chris irgendetwas vorher von einer Überraschung erzählt und dann, ja dann hatten sie einen ganzen Abend nur zu zweit ganz für sie alleine. Wenn man bedachte, dass sie ein paar Monate der Kälte hinter sich hatten, konnte Claire eigentlich nur lächeln und sich über die Versöhnung freuen. Wieder spürte sie einen beschleunigten Herzschlag, als sie daran dachte, wie sehr sie ihn vermisst hatte, doch Claire konzentrierte sich wieder auf das Hier und Jetzt, anstatt schon in den Plänen und Tagträumen an den Nachmittag zu schwelgen.
Sie sah Nicolas wieder an und lächelte ein warmes, zuversichtliches Lächeln, dass einerseits dem jungen Mann galt, anderseits aber auch Chris.



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BeitragThema: Re: Auditions   Do Feb 17, 2011 11:13 pm

Als Nicholas den Zettel hervorholte, mit dessen Hilfe er etwas vortragen wollte, war Chris gespannt, was nun auf ihn zukommen würde. Literatur war immerhin ein sehr großer Begriff, der viele kleine und größere Unterkapitel beinhaltete. Er hatte schon Studenten erlebt, die unter Literatur den Vergleich weltliterarischer Werke in zwei verschiedenen Sprachen verstanden, andere, die ihm ein paar bedruckte Blätter in die Hand gedrückt und ihm eine Interpretation jenes Textes vorgetragen hatten. Also was würde kommen? Christopher hatte sogar mal eine Studentin erlebt, die ihm aus dem Stehgreif die kompletten Lebensbiographien von Goethe, Schiller, Edgar Allan Poe, Mark Twain und Jane Austen herunterrattern konnte, er war also auf alles gefasst.
Nicholas begann dann, kaum auf den mitgebrachten Zettel schauend, den Teil einer Geschichte zu erzählen, die er offenbar selbst verfasst hatte. Chris beugte siche in wenig nach vorne, runzelte die Stirn und zog die Augenbrauen zusammen. Mit diesem Gesichtsausdruck sah er ziemlich finster und missmutig aus, doch in Wahrheit war es ein Ausdruck der vollen Konzentration auf das, das er gerade hörte. Er sah Nicholas auch nicht direkt an, sondern lauschte allein seinen Worten, sein Blick war auf den Rand der Bühne gerichtet, seine Ohren gespitzt. Während dem Zuhören bemerkte Chris schon, dass ihm die Ausdrucksweise des jungen Mannes sehr gut gefiel und dass, obwohl es um einen Todesakt ging, die Gefühle und die dahintersteckende Dramatik nicht zu kurz kamen.
Als Nicholas mit seinem Vortrag endete, richtete Chris seinen Blick wieder auf ihn und nickte, wie vorhin schon seine Frau, anerkennend.
"Ich bin schwer beeindruckt, Mr. Script. So einen Schreibstil und so eine Ausdrucksweise hört beziehungsweise liest man nicht alle Tage. Eine sehr saubere Arbeit, Sprachkunst scheint ihnen sehr zu liegen; das wurde auch bei dem Gedicht klar, wenn ich das anmerken darf", sagte Christopher und schrieb währenddessen ein paar Notizen in seine Unterlagen. "Die Art und Weise, wie sie Metaphern in ihre Story hineingebracht haben, ist ebenfalls herausragend. Ich denke ich kann für meine Frau und mich sprechen, wenn ich sage, dass wir sie herzlich bei uns an der University of Arts begrüßen. Ihr individueller Stundenplan wird ihnen schon morgen zukommen".
"Haben Sie noch irgendwelche Fragen?". Chris hob die Augenbrauen und wartete, während er an den kommenden Nachmittag dachte. Das Casting, die Überraschung, die er sich für Claire ausgedacht hatte, der Abend...




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BeitragThema: Re: Auditions   Sa Feb 19, 2011 1:45 pm

Leise schloss Olivia die Türen zu dem Festsaal hinter sich, um die anwesenden Personen nicht zu stören. Dann stellte sie sich an die Wand, dicht an die Mauer gepresst und versuchte so leise wie möglich zu atmen. Mit ihrem geübten Blick erfasste sie die Situation. Der Junge hatte gerade etwas vorgetragen und die beiden Professoren hatten ihre Meinung abgegeben. Anscheinent war der Junge gerade aufgenommen worden um auf der University of Arts zu studieren. Ein Traum, wirklich ein Traum..., dachte sie sarkastisch. Olivia hatte sich schon genau überlegt, was sie machen würde. Eine mittelschwierige Abfolge aus Schritten, dann ein paar Schritte auf der Spitze und letztendlich noch ein Spagatsprung, der in einer achtfachen Drehung endete. Das war der Abschlusstanz auf ihrer alten Schule gewesen, den sie alle beherrschen mussten um den Abschluss zu schaffen. Sie hatte es geschafft, natürlich hatte sie es geschafft. Wenn sie Juliett spielte, dann schaffte sie alles. In ihrer Tasche hatte sie ihre Spitzenschuhe und unter ihrer Jogginghose und der ausgeleierten Sweaterjacke trug sie ihr rotes Trikot mit dem Schriftzug ihrer alten Schule und ihre Ballettstrumpfhose. Eigentlich hoffte sie abgewiesen zu werden, aber auf der anderen Seite hatte sie riesengroße Angst wieder nach Hause zu müssen. Sie hatte kein eigenes Geld, sie bekam nur von ihrem Vater alles bezahlt. Niemals konnte sie einfach so nach Italien abhauen und Phöbe hier alleine lassen. Phöbe... morgen würde sie hier ankommen und Olivia hoffte, dass sie sie hier auf dem Campusgelände behalten durfte, denn es würde ein wenig umständlich werden immer nach Brooklyn zu fahren um Phöbe zu versorgen. Dort hatte sie auf jeden Fall einen Mietsstall gefunden. Vielleicht aber gäbe es hier in Woodbrigde einen Stall in dem sie ihre Stute unterstellen konnte. Tief atmete Olivia ein letztes Mal ein und versetzte sich in Juliett hinein, der Person, die für ihr Leben gerne Ballett tanzte und unbedingt hier aufgenommen werden wollte. Nun war sie Juliett.
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