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 Das Theater

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BeitragThema: Das Theater   Sa Okt 09, 2010 11:15 pm

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Christopher

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BeitragThema: Re: Das Theater   Mi Feb 23, 2011 6:51 pm

Das Statdtzentrum von Woodbridge war nicht sonderlich weit vom Universitätskampus entfernt, also gingen Chris und Claire den ganze Weg zu Fuß zum Theater, wo das Casting stattfand, bei dem Chris vorhatte, sich zu bewerben.
Sie gingen gemensam, Hand in Hand, den Gehsteig entlang und konnten schon von der Ferne das Schild "THEATRE IN THE SQUARE" lesen.
"Da sind wir schon", meinte Chris freudig und, auch wenn er es niemals zugeben würde, ein wenig nervös. Es war schon so lange her, dass er bei einem richtigen Casting, bei einer richtigen Jurie vorgesprochen oder -gesungen hatte. Er war die letzte Jahre lang immer selbst der Bewerter und Juror gewesen, er hoffte, dass er seine Sicherheit von früher diesbezüglich nicht verloren hatte.
Claire und er betraten den Vorraum des Theaters, das heute keine Vorstellung gab, sondern allein für das Casting geffnet hatte.
Casting - DRACULA - MUSICAL
produced by Frank Wildhorn
Right onto the Stage

Chris schluckte einmal, während er die Zeilen auf dem Papier las und konnte schon jemanden vorsingen hören, im inneren des Theaters. Er lächelte jedoch auch, da Frank Wildhorn ein jahrelanger Freund von ihm war; ihn hatte er auch schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Ob er wohl hier war?
"Willst du mit rein, oder lieber warten?", fragte er unnötigerweise, da er Claire's Antwort bereits kannte und auch hoffte, dass sie die Antwort geben würde, die er erwartete.
Endlich wieder vorsingen...wie habe ich das vermisst...



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Claire

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BeitragThema: Re: Das Theater   Do Feb 24, 2011 12:03 am

Claire folgte ihm hinein ins Theater und las, während sie neben Chris stand, den Zettel ebenfalls. Sie lächelte, als Frank Wildhorn erwähnt wurde. Chris hatte schon länger keinen Kontakt mehr zu ihm, aber die beiden waren wirklich hervorragende Arbeitskollegen bzw. ein perfektes Team. Sie war einmal dabei gewesen, kannte den Komponisten also nur flüchtig. Sie sah auch, dass sie nach Tänzern suchten und ihr Herz schlug für ein paar Sekunden höher, doch sie schüttelte kaum merkbar für andere leise den Kopf, um sich selbst zu sagen, dass es diesmal nicht sein sollte, auch wenn es sie in den Fingerspitzen und den Zehen reizte. Ihr letztes Vortanzen lag ebenfalls schon eine Weile zurück....aber heute waren sie für das Vorsingen da und für nichts anderes. Durch jahrelange Chriserfahrung, war sie wohl einer der Einzigen, die ausmachen konnte, wann er nervös war und wann nicht. Sie merkte es einfach an seinem ganzen Auftreten, wie er sprach, wie er dastand, doch sie erwähnte es nicht, sondern drückte nur beruhigend seine Hand.
Chris' Frage zeigte, dass er anscheinend tatsächlich nervös war, denn natürlich würde sie mit hineingehen. Sie lächelte und antwortete:" Ich will natürlich mit rein, Liebling. Du schaffst das, ich weiß, dass du das schaffst."
Sie lächelte erneut ein unbekümmertes, aufmunterndes Lachen und ging dann mit Chris in das Theater hinein. Gerade bekam jemand einen kleinen Applaus. In den Reihen saßen einige Sänger, wie auch Tänzer, die sich vorbereiteten oder einfach aus Neugier nach ihrem Auftritt sitzen geblieben waren, um ihre Konkurrenz zu betrachten. Claire ging mit Chris auf der Seite den Gang entlang, küsste seine Wange und lächelte ihm zu, um sich dann in die erste Reihe zu setzen und auf seinen Auftritt zu warten.
Ihr erster Gedanke kam prompt:"Er wird sie alle sowas von wegpusten mit seiner Stimme....sie haben alle miteinander keine Chance gegen Chris....



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Christopher

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BeitragThema: Re: Das Theater   Do Feb 24, 2011 10:51 pm

Chris las auf dem Schild ebenfalls, dass auch Tänzerinnen für das Musical gesucht wurden, doch Claire hatte sich entschieden, nein, sie beide hatten entschieden, dass etwas anderes nun Vorrang hatte. Er hoffte, dass sie die Entscheidung noch nicht bereute.
Als Claire seine Hand sanft drückte - sie musste seine Nervosität gespürt haben - erwiderte er den leichten Druck und küsste sie aufs Haar. Sie war wirklich die einzige, die es merkte, wenn Chris nervös war. Ausnahmslos, doch er war froh darüber, denn er setzte seine schauspielerischen Fähigkeiten oft mal automatisch ein, was nicht immer vorteilhaft war.
Gestärkt durch Claire's Berührung und ihre einfache Präsenz ging er mit ihr in den Theatersaal hinein. Sie beobachteten gerade, wie ein Sänger die Bühne verließ, auf der Seite waren schon einige Künstler, die sie auf ihre Auftritte vorbereiteten.
Chris überlegte einen Moment lang, ob er einfach zu Frank Wildhorn nach vorne gehen und ihn begrüßen sollte, doch er überlegte es sich anders. Die anderen Künstler sollten schließlich eine faire Chance bekommen. Er würde sich später ein Treffen mit Frank ausmachen, was jedoch garantiert nicht heute stattfinden würde.
"Ich stelle mich mal hinten an", flüsterte er Clire zu, drückte nocheinmal ihre Hand und ging dann auf die Reihe der Leute zu, die sich aufwärmten. Sie standen alle abseits und sehr am Rande des Saales, sodass die Juroren und der Vorspielende nichts von dem hören konnten, was dort geredet wurde. Chris verzog sich noch rasch in einen Hinterraum der Bühne und begann mit Stimmübungen, damit seine Stimmbänder aufgewärmt wurden und seine Stimme nicht irgendwie rau klingen konnte. Als er das erledigt hatte, kehrte er wieder zu den anderen zurück und stellte überrascht fest, dass nur noch zwei Leute vor ihm waren. Es hatte anscheinend Tänzer gegeben, die gemeinsam auf der Bühne performt hatten.
Ehe Chris sich versah, war er auch schon der nächste und seine Nervosität war so gut wie verflogen. Mit dem ersten Schritt, den er auf die Bühne setzte, breitete sich ein wohliges Gefühl der Sicherheit und des Mutes in ihm aus, was er in vollen Zügen genoss und seinen Mund zu einem breiten Lächen ausdehnte. Chris war immer schon auf der Bühne zu Hause gewesen, er fühlte sich ganz einfach wohl dort.
Bevor er sich vorstellen konnte, vernahm er schon ein ihm gut bekannte und vertraute Stimme.
"Christopher Turner. Ich glaube es ja nicht, wir haben uns eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen! Wir haben uns viel zu erzählen, aber leg erstmal los, wir sind ganz Ohr", sagte Frank Wildhorn und lächelte Chris breit an. Neben ihm saßen eine blonde Frau, um die 40, und ein anderer Mann, der hochgewachsen schien und dunkles Haar hatte.
"Sehrwohl, Sir", grinste Chris und räusperte sich einmal bevor er auf das Notenblatt sah, das er sich vorhin geschnappt hatte. Ein Pianist saß ein paar Meter hinter ihm an einem Flügel und Chris nickte ihm zu.
Der Pianist begann eine schöne, relativ langsame Melodie zu spielen und Chris hob seine Stimme an.
Ich sah so oft die Sonne untergehn.
Was sich bot in der Welt, ich hab's bekommen.
Doch seitdem ich dich traf, weiß ich nicht ein noch aus.
Bin vom Weg, den ich kannte, abgekommen.
Je länger ich lebe, desto eher,
stell ich infrage, was ich will.
Ich frag mich, war je so viel Gefühl im Spiel?
Je länger ich lebe, desto tiefer,
wag ich mich vor ins fremde Land.
Geb auf, aller Herrlichkeit für deine Hand.
Auf mich alleingestellt,
verliert die Welt an Wert.
Das habe ich von dir gelernt.
Je länger ich lebe, desto größer,
die Sehnsucht, die du heraufbeschwörst.
Ich leb' für den Tag, an dem du mich gehörst.

Chris kannte die Geschichte von Dracula sehr gut und erkannte allein an den Zeilen, dass das Lied traurig war und voller Gefühl steckte. Er legte all seine Emotionen hinein und schloss teilweise die Augen, während er zu der Musik des Klaviers sang...



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Claire

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BeitragThema: Re: Das Theater   Do Feb 24, 2011 11:07 pm

Claire saß dort in der ersten Reihe, eher am Rand und im Schatten des Raumes, doch darüber war sie sehr glücklich. So ließ sie in jeder Ruhe und sie konnte sich ausschließlich auf den Auftritt ihres Mannes konzentrieren. Ihr Blick verfolgten seine Schritte, als er kurz nach hinten verschwand, vermutlich um seine Stimmübungen durchzuführen. Währenddessen sah sie einigen Tänzern zu und ihre Lippen kräuselten sich zu einem typischen Professorlächeln, dass so viel aussagte wie:" Ihr müsst noch so viel lernen....." Dann nach zwei mittelklassigen Sängern, kam endlich Chris an die Reihe. Sobald er die Bühne betrat, war er so ruhig, wie sie ihn kannte, doch auch wieder ganz anders. Er war einfach ein komplett anderer, in seinem Element, ja, glücklich, definitiv, er selbst, nun ja, kam drauf an, wen er spielen sollte, aber er gehörte dort hin, auf die Bühne, vor das Publikum und Claire wurde das nur zu deutlich bewusst. Sie lächelte leicht, als Frank Wildhorn, DER Broadway Komponist so vertraut mit ihm sprach, doch rasch begann er ein Lied aus Dracula zu singen. Sie selbst kannte es nicht, lauschte aber dem Text und beobachtete Chris. Nun war er vollkommen in seiner Rolle und in seiner Mimik sah sie die Zerrissenheit, die tiefe Liebe, die Dracula so lange missen musste und nicht einmal wirklich mehr kannte, erweckt durch die einfache Liebe einer Frau. Wie sich doch jede Geschichte um ein und dasselbe drehte: die Liebe.
Claire konnte nur zu gut verstehen, warum. Weil es das Erfüllenste und Wertvollste auf der ganzen Welt war, UND das Einfachste, gleichzeitig das Komplizierteste.
Chris Stimme berührte sie und jagte ihr eine Gänsehaut nach der anderen über den Rücken und über die Arme. Sie saß ruhig dort und betrachtete seinen bewegten Blick, der ins Nichts ging. Das Lied war zu Ende und Claire begann laut zu applaudieren, pfiff durch ihre Finger und jubelte lautstark, sodass ihre Rufe den ganzen Raum erfüllten. Dann verstummte sie wieder und lächelte glücklich, während sie auf das Urteil der Jury wartete. Ihr war klar, wer der nächste Dracula werden würde, kein Zweifel daran, es würde Chris werden. Er war einfach der ALLERBESTE SÄNGER und Ende. Danach kam eine Weile nichts und erst nach einem ewigen Abstand kamen andere bekannte Musicaldarsteller.



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BeitragThema: Re: Das Theater   Sa Feb 26, 2011 12:55 am

Abgesehen von der heutgen Versöhnung mit seiner geliebten Claire hatte sich Chris schon ziemlich lange nicht mehr so gut gefühlt wie jetzt, als er auf der Bühne stand und einfach nur sang. Er hatte sich in die Rolle des Graf Dracula hineinversetzt, spürte jede einzelne Zeile des Liedes, als wären ihm die Geschehnisse der Geschichte selbst widerfahren.
Als die Jury vor ihm wie wild klatschte, wurde Chris wieder aus der Rolle des Grafen gerissen und er blinzelte zuerst leicht, bevor er erfreut lächelte und auch zu Claire sah, die wie verrückt gejubelt und gelklatscht hatte. Wie sehr er sie doch liebte...
"Im Grunde fehlt uns jetzt nur noch die passende Mina, nicht wahr?", meinte Frank Wildhorn leise zu seinen Kollegen, wobei Chris nicht wusste, ob er diese Aussage hätte hören sollten oder nicht. Er hoffte nur inständig, dass das ein positives Zeichen für ihn war. Wenn es um Musicalcastings ging war Chris noch zielstrebiger und ehrgeziger als er es in seinem Professorenberuf war, daran würde sich wohl nie etwas ändern.
Der Pianist hinter ihm stand dann auf und drückte ihm neue Notenblätter in die Hand, damit er sie sich ansehen konnte, bevor er das nächste Lied vorsang. Er sollte jedoch nur bis zu einem fetten roten Strich singen, da nach diesem eine Frauenstimme begann.
Chris studierte die Noten für eine Weile und nachdem er das Startzeichen für den Pianisten gegeben hatte, ertönte eine etwas heftigere und schnellere Musik den Saal.
Was sich tarnt wie ein Ende ist neuer Beginn
Ich komme zur Taufe und nicht zur Beerdigung
halt die Tränen zurück
Und empfang deinen Bräutigam
Unsere Hochzeit aus Blut bringt uns selige Kinderschar
Eine untote Brut
Ein Leben mehr und du entkommst dem kühlen Grab
brauchst kein Gebet steigst nich ins toten Reich hinab
Spart euch den Psalm
Weint einem Anderem hinterher
Denn die Gnade die ich gewähr wiegt unendlich schwer
Ein Leben mehr
Unsere Nachkommen werden sich prächtig vermehren
schon nach kürzester Zeit wirst du Königin von London sein
Jede Nacht wird zum Fest
und wir schlachten ein Opferlamm
Kinder trinkt euer Blut
denn so blüht und gedeiht der Stamm unser untoten Brut!

sang Chris voller Emotion und er konnte auch nicht umhin, ein wenig auf der Bühne auf und ab zu gehen, seine Gesichtszüge energisch zu verzerren. Gerade als der Refrain nocheinmal beginnen sollte, hörte der Pianist auf zu spielen, da ihm ein Jurymitglied anscheinend das Schlusszeichen gegeben hatte.
Mit Herzklopfen und schnellerem Atem stand Chris nun auf der Bühne, ein Mikrophon hatte er nicht benötigt, seine Stimme war stark genug und der Saal nicht sonderlich groß.
"Danke, Christopher, du warst, wie immer, einfach nur großartig! Du wirst auf jeden Fall von mir hören"; strahlte Frank Wildhorn und sah dabei aus wie ein Honigkuchenpferd. "Wir telefonieren, ja?".
Chris nickte. "Danke, Frank. Wir sehen uns demnächst!".
Glücklich und nur noch grinsend verließ er anschließend die Bühne und ging die Reihen entlang zu Claire, die noch dort saß und ihm von dort aus zugesehen und - gehört hatte.
"Danke, dass du mir von dem Casting erzählt hast. I love you", sagte Chris und ging mir ihr hinaus in ´den Eingangsbereich des Theaters, wo er sie liebevoll und zärtlich circa zehn Sekunden küsste.





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BeitragThema: Re: Das Theater   Sa Feb 26, 2011 1:18 am

"Im Grund fehlt jetzt nur noch die passende Mina...." Diese Worte hallten in Claires Gedanken, warum wusste sie auch nicht. Wie sehr hatte sie sich manchmal schon gewunschen, singen zu können und zwar so atemberaubend wie andere weibliche Sängerinnen mit denen Chris schon zusammengearbeitet hatte. Sie könnten zusammenarbeiten, zusammen Duette singen, Rollen spielen, doch Claire wurde genauso schnell bewusst, dass das zwar einen gewissen Reiz haben würde und auch sicherlich ein schöner, romantischer Gedankengang war, aber dass das auch zu dem Ende ihrer Ehe führen würde. Sie beide würden keine Freiräume mehr besitzen, sie hätten nichts mehr für sich und in der Arbeit und im Privatleben andauernd aneinander zu kleben würde ganz sicher nicht zum Familiensegen beitragen. Deshalb war es gut, wie es war.
Das zweite Lied stimmte Chris ebenfalls an und sang diesmal mit mehr Power, mehr Dunkelheit, als bei dem ersten Song, da sie auch vom Text und vom Inhalt vollkommene verschiedene Emotionen ausdrücken sollten. Chris meisterte die Sache natürlich überirdisch gut und Claire konnte wieder nur laut jubeln, während sie bei ihrem eigenen lauten Geklatsche und Gepfeiffe eigentlich ganz ruhig und still in sich hinein lächeln konnte. Sie konnte richtig die Änderung in seiner Mimik erkennnen, als ihn der Jubel wieder aus seiner Rolle riss. Das faszinierte und bewunderte sie an ihm, da er in seinen Rollen wirklich aufging, vollkommen und bedingungslos. Er war nicht mehr derselbe, er war die Rolle, egal welche es war. Und er hatte die des Draculas in der Jackentasche, so viel stand fest, doch wer würde die weibliche Stimme der Mina besetzen?
Man würde es sehen....Chris würde sie sicherlich am Laufenden halten, wie die Proben forschreiten werden und so weiter, und so weiter. Und sie prognostizierte, dass er vermutlich ab und zu Charakterzüge oder kurze Momente lang nicht mehr ganz Chris sein würde, sondern Dracula. Das passierte ihm oft bei einer gründlichen Auseinandersetzung mit seinen Rollen.
Chris trat so energisch von der Bühne und kam zielstrebig mit einem riesigen Chrisgrinsen, dass so süß war, auf sie zu. Sie flüsterte ruhig lächelnd als Antwort:" I love you too, Darling." Dann gingen sie hinaus, Chris immer noch in seinem energiegeladenen Schritt und Claire hatte zuerst Schwierigkeiten sein Tempo zu halten, doch als sie den Raum verlassen hatten und in den Eingangsraum zurückkehrten, zog Chris sie überraschenderweise zu sich und küsste sie volle 10 Sekunden, eine ziemlich lange Zeit. Nach dem Überraschungsmoment erwiederte sie den Kuss sanft und liebevoll, bis er leider schon wieder viel zu früh zu Ende ging. Immer noch an seinen Lippen hängend, seufzte sie mit geschlossenen Augen und murmelte:" Das war so atemberaubend....." Entweder man bezog das jetzt auf den Auftritt, auf den Kuss oder auf beides.



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BeitragThema: Re: Das Theater   Sa Feb 26, 2011 1:40 am

Chris wollte nicht eigensinnig klingen, doch er war sich relativ sicher, dass er die Rolles des Dracula in der Tasche hatte. Er kannte den Ausdruck Frank Wildhorn's zu gut, um ihn falsch zu deuten. Er würde vermutlich ohnehin in den nächsten Tagen mit ihm plaudern, er hatte ihn immerhin mehrere Jahre nicht mehr gesehen.
"Danke, cherie", murmelte Chris an ihren Lippen und küsste sie nocheinmal kurz. "Du bist auch atemberaubend...". Er konnte gar nicht in Worte fassen, wie viel es ihm bedeutete, dass er und Claire sich nach so langer Zeit wieder so nahe waren und dass sie ihn zu diesem Casting gebracht hatte. Für andere mochte das vielleicht wieder nur ein Job sein, der viel Arbeit beanspruchte, doch für Chris hatte das eine komplett andere Bedeutung. Das Singen und Schauspielern waren nach Claire seine absoluten Leidenschaften und die Bühne war sein zweites Zuhause. Am abend würde Chris seiner Frau wieder einmal etwas vorsingen. Einen der Songs, die er während er Eiszeit zwischen den beiden verfasst hatte.
"Du bist sicher, dass du an deiner Entscheidung festhältst?", fragte er sie kurze Zeit später, als sie bereits außerhalb des Theaters standen. Es klang jedoch nicht zweifelnd oder wie eine Aufforderung alles nocheinmal zu überdenken, was das Kind betraf, das sich die beiden so wünschten. Er wollte ihr nur die Entscheidugsfreiheit geben, die ihr gebührte. Claire hatte immerhin auch schon Ewigkeiten nicht mehr so richig vor großem Publikum getanzt.
Ein frischer Wind wehte ihnen um die Ohren und wirbelte Herbstblätter am Boden auf. Chris legte seinen Arm um Claire's Schultern und rieb ihren Oberarm.



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BeitragThema: Re: Das Theater   So Feb 27, 2011 10:29 pm

Claire sah Chris an und fühlte sich aufgrund des Komplimentes geschmeichelt.
Als sie schon außerhalb des Theaters standen, drehte sich Claire aufgrund seiner Frage, ob sie tatsächlich nicht vortanzen wollte, noch einmal um und sah das Theater an. In ihrem Blick lag kurz etwas trauriges, sehnsüchtiges, doch sofort verschwand dieser Funken wieder. Ihr Entschluss stand fest, auch wenn es noch dauern würde oder vielleicht nicht gleich funktionieren würde. Sie spürte, dass jetzt genau die Zeit gekommen war und sie ja auch nicht jünger wurde.
Ihre Augen wanderten wieder zu Chris und ein unmissverständliches Lächeln lag auf ihren Lippen:" Vollkommen sicher. Du kennst mich, wenn ich mich für etwas entschieden habe, dann bleibt das auch dabei. Außerdem sagt mir mein Gefühl, dass jetzt genau die Zeit dafür gekommen ist und nicht für das Tanzen." Sie lächelte, schlang ihren Arm um Chris' Taille und die beiden gingen entlang der befahrenen Straße, während die Herbstblätter und die Bäume inmitten der Stadt ein beinahe künsterliches Bild abgaben. Ihnen begegnete eine junge Frau, die Chris anlächelte, jedoch weiter ging.
Claire wandte sich im Gehen zu Chris, während sie breit grinste:" Nun, Casanova, wo geht es jetzt hin?" Sie hatte immer schon bescheid gewusst, um das Aussehen und die Ausstrahlung, die Chris auf andere Frauen hatte, doch mittlerweile hatte sie damit leben gelernt. Sie wusste, dass ihm das gar nicht auffiel, nun gut, ganz so war es vielleicht auch nicht immer. Bei dem Gedanken lächelte sie in sich hinein.



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BeitragThema: Re: Das Theater   So Feb 27, 2011 11:08 pm

"Ich freue mich schon darauf", lächelte Chris bedeutend und war sich sicher, dass Claire genau wusste, was er damit meinte.
Chris konnte sich noch kaum vorstellen, wie es sein würde, wenn Claire schwanger sein würde. Schwangerschaft war ja immer eine relativ schwierige Zeit in einer Ehe - zumindest hatte er das gelesen - doch er war sich sicher, dass er und Claire diese Zeit gut überstehen würden. Sie waren ein unschlagbares Team und soetwas wie die Eiszeit, die sie hinter sich hatten, würde nie wieder passieren, Chris war felsenfest davon überzeugt.
Als die junge Frau an ihnen vorbeiging und Chris anlächelte, fiel ihm das nur am Rande auf und beugte sich sogleich zu Claire hinunter, als sie zu sprechen begann.
"Was hältst du von einem Spaziergang im Park?", fragte er mit warmer Stimme. Er liebte den Park im Herbst, allein wegen den bunten Farben der Blätter und er würde Zeit mit Claire verbingen. Allein das war ihm wichtig.
Chris führte sie die Straßen von Woodbridge entlang und ging mit ihr direkt auf den kleinen Park im Stadtzentrum zu. Die Wege zwischen den Grünflächen waren mit Kieselsteinen belegt und ab und zu standen am Rande der Wiesen hübsche kleine Gartenbänke, auf denen heute anscheinend nur verliebte Pärchen saßen.
"Heute ist irgendwie ein besonderer Tag", lächelte Chris glücklich und drückte leicht Claire's Hand.
"Also, meine Liebe, was haben Sie heute Abend vor?", fragte er ganz Gentleman-like. "Ich weiß, wir kennen uns erst seit wenigen Tagen, doch ich möchte Sie dennoch gerne ausführen. Also? Was sagen Sie?".
Er grinste.



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